Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Oster-Oratorium (Bach)

Das Oster-Oratorium (BWV 249, D-Dur) ist ein Oratorium von Johann Sebastian Bach, das er zum ersten Mal am Ostersonntag 1725 (1. April) aufführte.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Werk und Besonderheit
  2. 2. Handlung
  3. 3. Musikalischer Aufbau
  4. 4. Entstehung und Vorlagen

Werk und Besonderheit

Das Oster-Oratorium (BWV 249) ist ein Oratorium in D-Dur von Johann Sebastian Bach. Es wurde erstmals am Ostersonntag 1725, dem 1. April, aufgeführt. Drei spätere Fassungen unterscheiden sich auffällig in Besetzung und Text.

Das Werk beruht auf einem erzählenden Bibeltext. Anders als in Bachs anderen oratorischen Werken tragen jedoch weder ein Evangelist noch die handelnden Personen den Bibeltext wörtlich vor. Stattdessen wird die Handlung in frei nachgedichteter Form wiedergegeben.

Handlung

Die Hauptfiguren sind Maria Magdalena (Alt), Maria Jacobi (Sopran), Petrus (Tenor) und Johannes (Bass). Maria Magdalena ist zuvor dem auferstandenen Jesus begegnet und hat den Jüngern davon berichtet; zu Beginn des ersten Rezitativs wird dies nur kurz angedeutet. Daraufhin eilen die Jünger zum Grab. Sie finden es leer, weil Jesus auferstanden ist.

Musikalischer Aufbau

Das Werk besteht aus elf Sätzen:

  • instrumentale Sinfonia
  • instrumentales Adagio mit Oboensolo
  • Chor „Kommt, eilet und laufet“ mit einem Tenor-Bass-Duett im Mittelteil
  • Rezitativ
  • Sopranarie „Seele, deine Spezereien“ mit Querflötensolo
  • Rezitativ
  • Tenorarie „Sanfte soll mein Todeskummer“ mit zwei Blockflöten
  • Rezitativ
  • Altarie „Saget, saget mir geschwinde“ mit einem Oboe-d’amore-Solo
  • Rezitativ
  • Schlusschor „Preis und Dank“

„Kommt, eilet und laufet“ ist zugleich der Untertitel der 1731 als „Oster-Oratorium“ bearbeiteten Neufassung der ursprünglichen Kantate.

Entstehung und Vorlagen

Das Oster-Oratorium greift die liturgischen Bräuche des Osterlaufes und des Osterlachens auf. Diese waren seit dem Mittelalter in Gottesdiensten üblich, um das Ostergeschehen darzustellen, ähnlich dem Kindelwiegen in Weihnachtsgottesdiensten.

Als Textdichter gilt vermutlich Picander. Bach verwendete das Parodieverfahren: Dabei übernahm und bearbeitete er vorhandene Musik für einen neuen Text und Zweck. Grundlage war die Schäferkantate „Entfliehet, verschwindet, entweichet, ihr Sorgen“ (BWV 249a), die für den Weißenfelser Hof zum Geburtstag des Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels entstanden war. Von dieser Kantate existieren mindestens zwei Fassungen.

Die Rezitative der weltlichen Fassungen wurden nicht übernommen, sondern für das Oster-Oratorium neu komponiert. Die ersten drei Sätze des Oratoriums beziehungsweise der Schäferkantate sind wahrscheinlich Umarbeitungen eines verschollenen Instrumentalkonzerts.

Weiterlesen

Oratorium Oratorium (kirchenlateinisch oratorium „Bethaus“, von lateinisch orare „beten“) nennt man in der musikalischen Formenlehre die dramatische, … Maria Magdalena Lukas-Evangelium identifiziert. Man hat sie als Prostituierte oder als Geliebte von Jesus interpretiert. Johannes-Evangelium dem wiederauferstandenen Jesus … Alt (Stimmlage) Eine Sängerin dieser Stimmlage wird „Altistin“ oder einfach „Alt“ genannt. Entsprechende Männerstimmen werden mit „Altist“, „Altus“ oder (nicht ganz korrekt) „ … Sopran Eine Sängerin oder ein Sänger dieser Stimmlage wird Sopranistin oder Sopranist oder einfach Sopran genannt. Der Tonumfang der Sopranstimme reicht normalerweise … Tenor Die Notation der Tenorstimme erfolgt normalerweise im nach unten oktavierenden Violinschlüssel. Teilt sich die Tenorstimme ein Notensystem mit der Bassstimme, … Bass (Stimmlage) Als Bass (von lateinisch bassus ‚stark', ‚reichlich'; Pl. die Bässe) wird die tiefste Gesangsstimmlage bezeichnet. Ein Sänger dieser Stimmlage wird einfach … Rezitativ Das Rezitativ (von italienisch recitare „vortragen“) ist ein dem Sprechen angenäherter Gesang in Oper, Kantate, Messe oder Oratorium. Kantate Die Kantate (lat. cantare „singen“) bezeichnet in der Musik eine Formenfamilie von mehrsätzigen Werken für eine oder mehrere Gesangsstimmen und … Parodie Eine Parodie (griechisch παρῳδία parōdía „Gegenlied“ oder „verstellt gesungenes Lied“) ist eine verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung …