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Nachtstücke (Hoffmann)

Die Nachtstücke sind ein Erzählzyklus von E. T. A. Hoffmann, der aus acht phantastischen Geschichten besteht. Sie entstanden in der Zeit von 1815 bis 1817 …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Werk und Schwerpunkt
  2. 2. Erzählungen der beiden Teile
  3. 3. Bedeutung des Titels
  4. 4. Nacht als Bild für das Unheimliche

Werk und Schwerpunkt

Die Nachtstücke sind ein Erzählzyklus von E. T. A. Hoffmann mit acht phantastischen Geschichten. Sie entstanden von 1815 bis 1817 in Berlin und wurden dort 1816 und 1817 in zwei Teilen veröffentlicht.

Die Sammlung richtet den Blick auf dunkle Seiten des Lebens: das Unheimlich-Bedrohliche und scheinbar dämonische Mächte, die Menschen in Angst, Verzweiflung und Wahnsinn führen können. Hoffmann verwendet zwar auch Spuk und Schauer aus Gespenstergeschichten, wichtiger sind ihm aber unheimliche seelische Vorgänge. Dazu gehören Auswirkungen psychischer Störungen, die rasch als krankhaft bezeichnet werden und die Hoffmann deuten sowie künstlerisch erfahrbar machen wollte.

Erzählungen der beiden Teile

Der erste Teil enthält „Der Sandmann“, „Ignaz Denner“, „Die Jesuiterkirche in G.“ und „Das Sanctus“.

Im zweiten Teil erschienen „Das öde Haus“, „Das Majorat“, „Das Gelübde“ und „Das steinerne Herz“.

Bedeutung des Titels

Der Titel des Erstdrucks lautet „Nachtstücke herausgegeben von dem Verfasser der Fantasiestücke in Callots Manier“. Damit bezog Hoffmann sich auf seine vorhergehende, sehr erfolgreiche Sammlung. Der Titel „Nachtstücke“ war ihm durch Jean Paul geläufig.

Robert Schumanns 1839 veröffentlichter Klavierzyklus trägt einen Titel, der sich von Hoffmanns Werk ableitet.

Nacht als Bild für das Unheimliche

Der aus der Kunstgeschichte stammende Begriff „Nachtstück“ bezeichnete zunächst die „bildliche darstellung einer nächtlichen scene“. Gemeint sind Szenen mit starken Hell-dunkel-Kontrasten: Manche Bereiche sind erleuchtet, andere bleiben in der Nacht verborgen. Solche Beispiele finden sich bei Caravaggio, Jacob van Ruisdael und dem von Hoffmann verehrten Rembrandt.

Im Verlauf des 18. und frühen 19. Jahrhunderts erhielt das Wort bei Wieland, Goethe, Jean Paul und Clemens Brentano eine weitere Bedeutung. Das Nächtliche wurde zur Metapher für gefährdete und extreme Seelenzustände. Das Interesse an Groteskem und Unheimlichem sowie an Tod und Sterben zeigte sich im 18. Jahrhundert zunächst in Schauerliteratur und englischer Gräberpoesie.

Unter dem Einfluss des deutschen Idealismus und dialektischen Denkens wurde die Nacht zum Sinnbild für Bereiche, die sich rationaler Erkenntnis entziehen. Novalis besang sie im Zeichen der Universalpoesie Friedrich Schlegels in den „Hymnen an die Nacht“; deren Einfluss ist in Richard Wagners „Tristan und Isolde“ spürbar. In den August Klingemann zugeschriebenen „Nachtwachen“ wird die dunkle Seite des Tages negativer dargestellt: Zeitsatire verbindet sich dort mit Fragen des Nihilismus. Das Ich ist dem Unheimlich-Nächtlichen ausgesetzt, einem Umfeld, in dem auch Hoffmanns Nachtstücke angesiedelt sind.

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