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Nachkriegsliteratur

Mit Nachkriegsliteratur bezeichnet man die nach dem Zweiten Weltkrieg und unter dem Eindruck des Krieges und des Nationalsozialismus entstandene Literatur.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Zeitraum
  2. 2. Literatur in der DDR
  3. 3. Literatur in der Bundesrepublik
  4. 4. Junge Autoren und Beispiele
  5. 5. Poetik-Vorlesungen

Begriff und Zeitraum

Nachkriegsliteratur bezeichnet die Literatur, die nach dem Zweiten Weltkrieg und unter dem Eindruck des Krieges und des Nationalsozialismus entstand. Für Deutschland ist das Ende der Nachkriegszeit historisch schwer genau abzugrenzen. Die deutschsprachige Nachkriegsliteratur wird im Artikel ungefähr auf die Zeit von Mitte 1945 bis zur Auflösung der Gruppe 47 im Jahr 1967 datiert.

Literatur in der DDR

In der Sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR entwickelte sich eine relativ homogene Literatur. Sie war stark durch staatliche Einflussnahme und durch die führende Rolle zurückgekehrter kommunistischer Emigranten geprägt.

Ein erstes Hauptthema war die Abrechnung mit dem Nationalsozialismus. Dieser wurde als verbrecherische Ausformung des Kapitalismus dargestellt. Danach stellte sich die Literatur weitgehend in den Dienst des Aufbaus einer sozialistischen Gesellschaft.

Literatur in der Bundesrepublik

In Westdeutschland wurde das literarische Leben zunächst von Autoren bestimmt, die thematisch und stilistisch an die Zwischenkriegszeit oder an noch ältere Traditionen anknüpften. Viele reagierten auf die Katastrophe des Nationalsozialismus mit einer Rückbesinnung auf „christliche und bürgerliche Werte.“ Zu den vielgelesenen Autoren dieser Richtung gehörten Elisabeth Langgässer, Reinhold Schneider, R. A. Schröder, Stefan Andres, Gertrud von Le Fort, Werner Bergengruen, Ernst Wiechert, Albrecht Goes, Ina Seidel und Hans Carossa.

Andere Schriftsteller hielten es nach den Kriegserfahrungen nicht mehr für angemessen, im alten Stil weiterzuschreiben. Aus dieser Sprachskepsis heraus teilte sich die Nachkriegsliteratur in drei Richtungen: Literatur mit naturmagischen Tendenzen, auch Magischer Realismus genannt; Trümmer- und Kahlschlagliteratur, die sich auf die zerstörte Nachkriegswirklichkeit und eine reduzierte Sprache bezog; und Hermetismus, also eine eher verschlossene, schwer zugängliche dichterische Schreibweise.

Junge Autoren und Beispiele

Die westdeutschen Autoren, die heute oft als zentrale Vertreter der Nachkriegsliteratur gelten, waren größtenteils Debütanten. Sie setzten sich in der Öffentlichkeit erst allmählich durch. Als Autor der Nachkriegszeit schlechthin gilt Wolfgang Borchert, der 1947 starb; besonders genannt wird sein Werk „Draußen vor der Tür“.

Großes Aufsehen erregte Alfred Anderschs Erzählung „Die Kirschen der Freiheit“, in der er seine Desertion rechtfertigte. Heinrich Böll schrieb 1952 über die zunächst kritische Aufnahme der jungen Autoren, man habe ihre ersten schriftstellerischen Versuche nach 1945 als „Trümmerliteratur“ bezeichnet und damit abtun wollen. Böll erklärte jedoch, diese Bezeichnung sei berechtigt gewesen, weil die Menschen, über die diese Generation schrieb, tatsächlich in Trümmern lebten und aus dem Krieg kamen, „Männer und Frauen in gleichen Maße verletzt.“

Poetik-Vorlesungen

Literaturhistorisch waren für diese Zeit die Frankfurter Poetik-Vorlesungen wichtig. Sie schufen eine neue Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Literatur. Ingeborg Bachmann eröffnete die Reihe im Wintersemester 1959/60 als erste Gastdozentin mit dem Thema „Probleme zeitgenössischer Dichtung“.

Die Vorlesungen gaben Bachmann die Möglichkeit, die Nachkriegsliteratur literaturgeschichtlich einzuordnen und dies mit ihren poetischen Grundsatzüberlegungen zu verbinden.

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