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Mother Goose

Mother Goose rhymes („Mother-Goose-Reime“) stehen als Gattungsbezeichnung für Gedichte, die sich als humorige Verse, Abzählreime oder Schlaflieder an Kinder …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Figur und Reimgattung
  2. 2. Entstehung und Verbreitung
  3. 3. Bekannte Reime und Veröffentlichungen
  4. 4. Bearbeitungen in Musik, Film und Fernsehen

Figur und Reimgattung

Mother Goose, auf Französisch Ma Mère l’Oye und auf Deutsch Mutter Gans, ist eine literarische Figur aus Kinderreimen und Märchen. Sie ist besonders in Nordamerika und Großbritannien verbreitet. In Buchillustrationen erscheint sie meist als ältere Bauersfrau mit einem hohen Spitzhut, manchmal aber auch als Gans mit einer Mütze.

Der Ausdruck Mother Goose rhymes bezeichnet eine Gattung von Kindergedichten. Dazu gehören humorvolle Verse, Abzählreime und Schlaflieder. Diese Texte haben meist ein einfaches Versmaß und wurden zum Teil mündlich überliefert.

Entstehung und Verbreitung

Die erste namentliche Erwähnung der Mère l’Oye stammt aus dem Jahr 1697. Damals veröffentlichte der französische Schriftsteller und Märchensammler Charles Perrault unter dem Namen seines Sohnes eine Sammlung von acht Märchen. Sie wurde nach ihrem Untertitel Contes de ma mère l’Oye („Geschichten von meiner Mutter Gans“) bekannt.

Die Sammlung enthält Dornröschen, Rotkäppchen, Blaubart, Gestiefelter Kater, Frau Holle, Aschenputtel, Riquet mit dem Schopf und Der kleine Däumling. Die französischen Titel lauten La Belle au bois dormant, Petit Chaperon rouge, La Barbe bleüe, Le Maistre Chat, ou le Chat botté, Les Fées, Cendrillon, ou la Petite Pantoufle de verre, Riquet à la Houppe und Le Petit Poucet.

1729 erschien mit Robert Sambers Histories or Tales of Past Times die erste englische Übersetzung dieser Ausgabe. Dadurch wurden die Märchen in der englischsprachigen Welt bekannt.

Bekannte Reime und Veröffentlichungen

Zu den bekannten Mother-Goose-Reimen zählen As I Was Going to St Ives, Humpty Dumpty und Mary Had a Little Lamb.

Wichtige Veröffentlichungen vor 1923 sind Charles Perraults Histoires ou contes du temps passés, avec des moralités von 1697, Mother Goose’s Melody von Newbery aus dem Jahr 1780, The Only True Mother Goose Melodies von Munroe & Francis aus der Zeit um 1825, L. Frank Baums Mother Goose in Prose von 1897 mit Illustrationen von Maxfield Parrish sowie The Real Mother Goose von 1916 mit Illustrationen von Blanche Fisher Wright. Für Mother Goose’s Melody wurde das Copyright am 29. Dezember 1780 von John Carnan eingereicht, dem Stiefsohn des Verlegers John Newbery.

Die zeitliche Grenze von 1923 hängt mit der amerikanischen Schutzfrist für Texte und Illustrationen zusammen. Deshalb sind die genannten Publikationen online verfügbar.

Bearbeitungen in Musik, Film und Fernsehen

Mother Goose wurde in unterschiedlichen Kunstformen aufgegriffen. Maurice Ravels Ballettmusik für Orchester Ma mère l’oye wurde am 29. Januar 1912 im Théâtre des Arts in Paris uraufgeführt.

Weitere musikalische Bearbeitungen sind Mother Goose von Jethro Tull und der Mother Goose March von John Philip Sousa. Für das Fernsehen entstand Mother Goose Rock ’n’ Rhyme, ein Disney-Channel-Fernsehfilm von 1990 unter der Regie von Jeff Stein. Darin wirkten unter anderem Harry Anderson, Cyndi Lauper, Art Garfunkel und Woody Harrelson mit.

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