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Montane Höhenstufe
submontan = Waldsteppe (Übergangslebensraum von der Steppe zum Laubwald) · tiefmontan = Sommergrüner Laubwald · (mittel)montan = Laub-Nadelmischwald · hochmontan ( …
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Grundidee und Bedeutung
Die montane Höhenstufe ist eine Höhenstufe der Vegetation in vielen Gebirgen. Sie liegt oberhalb des planaren oder kollinen Gebirgsfußes, also oberhalb der tieferen Lagen am Fuß eines Gebirges. Der Begriff ist orographisch: Er beschreibt die Lage im Gebirge und die damit verbundenen Bedingungen für Pflanzen.
Wichtig ist die Montanstufe, weil sich hier das Klima gegenüber der Ebene deutlich verändert. Im weltweiten Mittel ist es etwa 3 bis 7 °C kühler, die Vegetationsperiode ist deutlich kürzer, und es fällt meist mehr Niederschlag. Dadurch entstehen Standortbedingungen, die nicht einfach der umgebenden Vegetationszone entsprechen, sondern stark vom Gebirgsklima geprägt sind. Sehr häufig bilden sich Bergwälder, weshalb die Stufe auch als Waldstufe bezeichnet wird.
Die Obergrenze der Montanstufe liegt in bewaldeten Gebirgen meist an der Waldgrenze. Darüber folgt die alpine Höhenstufe; bei bewaldeten Bergen wird oft noch eine subalpine Stufe dazwischen unterschieden. Die Montanstufe kann weiter gegliedert werden, zum Beispiel in sub- oder untermontan, tiefmontan, mittelmontan sowie hoch- oder obermontan. Die submontane Stufe ist eine schwer abgrenzbare Übergangszone zwischen kolliner und montaner Vegetation. Hoch- oder obermontan wird auch oreal genannt.
Nach einer Untersuchung von Christian Körner und anderen gehören 5,29 % der Landoberfläche ohne Antarktika zur montanen Höhenstufe. Das entspricht rund 43 % aller Gebirgsregionen.
Begriffe und Benennung
Die Bezeichnungen planar, kollin, montan, alpin und nival gehören in Geobotanik, Biogeographie und Ökologie zur klassischen Nomenklatur der Höhenstufen. Geobotanik untersucht die Pflanzenwelt in räumlicher Verteilung, Biogeographie die Verbreitung von Lebewesen, und Ökologie die Beziehungen zwischen Lebewesen und Umwelt. Die Begriffe beziehen sich jeweils auf typische Klimata und auf die potenzielle natürliche Vegetation, also die Vegetation, die ohne menschlichen Einfluss zu erwarten wäre.
Diese klassische Einteilung stammt aus der Alpenforschung und bezog sich ursprünglich auf humide, also feuchte, Gebirge der gemäßigten Breiten. Heute wird sie mit Einschränkungen auch auf Gebirge anderer Klimazonen angewendet. Allgemeingültige Definitionen gibt es deshalb nicht: Jede Einteilung muss an die tatsächlichen ökologischen Verhältnisse eines konkreten Gebirges angepasst werden. Manche Autoren verwenden bei stark abweichenden Bedingungen andere Namen oder andere Abfolgen, um Missverständnisse zu vermeiden.
Andere Namen in verschiedenen Klimazonen
Für die gemäßigte Zone sind die klassischen Bezeichnungen allgemein üblich. Für polare Gebirge wird jedoch keine Montanstufe definiert, weil dort schon in der Ebene Tundra vorherrscht. Diese Tundra reicht viele hundert Meter in die Höhe und wird überall als alpine Vegetation beschrieben.
In anderen Klimazonen wird die montane Stufe teils nach der jeweiligen Zone mit den Vorsilben oro- oder supra- benannt. Beispiele sind oroboreal für Gebirgsnadelwald in borealen Gebirgen, supralaural für nemorale Bergwälder in lauralen Gebirgen, supradesertisch für Gebirgs-Wüstensteppe in Wüstengebirgen und supratropisch für Nebelwald in feuchttropischen Gebirgen. Für mediterrane Gebirge werden uneinheitlich, aber meist für eine montane Stufe, oromediterran oder supramediterran verwendet.
Manche Autoren benennen Höhenstufen direkt nach der typischen Vegetation. In humiden, kühlgemäßigten Gebirgen kann die montane Region zum Beispiel Buchen-Tannenstufe oder Eichen-Nadel-Mischwaldstufe heißen. Der peruanische Geograph Javier Pulgar Vidal unterschied in den tropischen Anden zwei montane Bergregenwaldstufen der Yunga, nämlich Ost und West, sowie die darüber liegende Nebelwaldstufe der Quechua.
In Lateinamerika wird Tierra templada, also „gemäßigtes Land“, meist für eine submontane und selten für eine kolline Region verwendet. Tierra fria, „kühles Land“, steht überall für Montanstufen. Da dieses Modell direkt auf das Klima und nicht auf die Vegetation bezogen ist, wird in den Randtropen für montane Höhen manchmal auch Tierra helada, „kaltes Land“, verwendet. In den Innertropen steht derselbe Ausdruck dagegen für subalpine oder alpine Höhenstufen.
Aus forstwirtschaftlicher Sicht und im allgemeinen Sprachgebrauch gehören submontane Laubwälder der kühlgemäßigten Zone noch zu den Tieflagen. Montane Mischwälder werden zu den Mittellagen gezählt. Reine Gebirgsnadelwälder bis zur Waldgrenze gelten in der Forstwirtschaft als Hochlagen und werden dort mit der subalpinen Höhenstufe gleichgesetzt; in anderen Wissenschaften heißen sie meist hoch- oder obermontan.
Klima, Vegetation und Grenzen
Die Pflanzenformationen der montanen Höhenstufe unterscheiden sich meist deutlich von denen tieferer Lagen und von der Vegetations- oder Ökozone, in der das Gebirge liegt. Ausnahmen sind vor allem polare Gebirge, die schon oberhalb der arktischen oder antarktischen Baumgrenze liegen, sowie vollaride Gebirge, also sehr trockene Gebirge, etwa Ahaggar und Tibesti in der Sahara oder Kunlun in Tibet.
Der negative Temperaturgradient bedeutet: Mit zunehmender Höhe sinkt die Temperatur. In der Montanstufe liegen die Temperaturen durchschnittlich mindestens 3 bis 7 °C niedriger als in tieferen Lagen. Für die Pflanzenwelt ist aber auch das humidere Klima entscheidend. Durch ausreichende Niederschläge, häufig durch Steigungsregen, kann in fast allen Hochgebirgen montane Bewaldung entstehen. Selbst in trockenem Kontinentalklima, wo in der Ebene nur baumfreie Steppen oder Halbwüsten vorkommen, können im montanen Bereich Wälder wachsen, etwa im Karakorum.
Die Vegetation ist je nach Klimazone sehr verschieden. Mittelmontane Mischwälder der Außertropen ähneln auf den ersten Blick den Nadel-Laubmischwäldern der gemäßigten Zone; hochmontane Gebirgsnadelwälder ähneln der dunklen Taiga der borealen Zone. Dennoch unterscheiden sich Gebirge deutlich, unter anderem durch stärkere Sonneneinstrahlung Richtung Äquator, spezielle Niederschlagsverteilungen und eine eigene, oft isolierte Entwicklung des Arteninventars.
In Patagonien und Neuseeland, also in Gebirgen der gemäßigten Südhemisphäre, stehen im Verlauf der montanen Stufe statt der auf der Nordhalbkugel typischen Laub-, Misch- und Nadelwälder immergrüne und zur Waldgrenze hin sommergrüne Laubwälder. Der Grund ist, dass dort keine kälteverträglichen Nadelgehölze entstanden sind. Im Mittelmeerraum sind montane Wälder artenreicher, enthalten mehr immergrüne Laubbäume, und in hochmontanen Lagen dominieren nicht Fichten oder Tannen, sondern Kiefern und Wacholder. In den Tropen haben montane Wälder nur noch wenig mit gemäßigten oder nördlichen Bergwäldern gemeinsam: In trockeneren Gebirgen treten oft offene Hartlaubvegetationen auf, in feuchteren Gebirgen montaner Lorbeerwald oder tropische Wolken- und Nebelwälder.
Die Untergrenze der Montanstufe lässt sich meist relativ einfach bestimmen, weil ein deutlicher Vegetationswechsel sichtbar ist. Nach der hygrischen Klassifizierung nach Schröder 1998 ist bei rund zwei Dritteln aller Hochgebirgshänge mit Bergwäldern zu rechnen. In semi-ariden, also halbtrockenen, Klimaten ist der Wechsel oft besonders deutlich, weil nicht nur andere Arten, sondern ein anderer Vegetationstyp auftritt, etwa Savanne zu Trockenwald, Hartlaubvegetation zu Laubwald, Waldsteppe zu geschlossenem Wald oder Steppe zu Offenwald.
In immerfeuchten Tropen sind die Übergänge vom Bergregenwald zum Wolken- oder Nebelwald anhand der Pflanzenwelt schwer zu erkennen; die untere Wolkenkondensationszone ist dagegen gut sichtbar. In feucht-humiden subtropischen und kühlgemäßigten Gebirgen der Nordhalbkugel sowie teilweise in Neuseeland zeigen oft bestimmte Baumarten den Beginn der montanen Bergwaldstufe an. In vielen außertropischen Gebirgen der Südhalbkugel ist die Festlegung schwieriger, weil von der Ebene bis zur alpinen Zone vor allem Laubhölzer wachsen.
Die Obergrenze ist bei bewaldeten Bergen in fast allen Modellen die Waldgrenze. Eine Abweichung gibt es bei Fachautoren aus der Schweiz und einigen Forstwissenschaftlern aus dem Alpenraum: Sie setzen die Obergrenze der Montanstufe beim Übergang zum reinen Bergnadelwald. Dieser Wald wird dann bis zur Waldgrenze als subalpiner Wald bezeichnet. In sehr trockenen Klimaten ohne Baumbewuchs nutzt man bestimmte Zeigerpflanzen, die eindeutig nur in alpinen Hochlagen vorkommen. Die absolute Meereshöhe wird immer für jedes Gebirge nach den ökologischen Vorgaben einzeln festgelegt.
Nutzung und menschliche Eingriffe
Die Bergwaldstufe vieler Gebirge wird seit langer Zeit als Quelle für Holz und Wildbret genutzt. Grundsätzlich gehört sie zur schwach besiedelten, meist nur zeitweise genutzten Subökumene, also zu Räumen, die Menschen nur begrenzt dauerhaft nutzen. Dazu zählt auch die Almwirtschaft in europäischen Gebirgen.
In außertropischen Gebirgen ist Ackerbau schon wegen der steilen Hänge nur eingeschränkt möglich. In tropischen und teilweise subtropischen Hochgebirgen ist die Lage oft anders: Dort bieten die Hänge günstigere klimatische Bedingungen für menschliche Aktivitäten als die sumpfigen, feuchtheißen Regenwaldebenen. Deshalb wurden bereits in historischer Zeit Hänge terrassiert, zum Beispiel in den Anden oder im Süd-Himalaya, um Anbauflächen zu schaffen. Dafür wurde ursprünglicher Wald gerodet.
Auch heute werden viele montane Hänge gerodet oder übernutzt. Gründe sind der Bedarf einer wachsenden Bevölkerung an Bauholz, Brennholz, Weideland und Viehfutter. Ohne Terrassierung kommt es an kahlgeschlagenen Hängen häufiger zu Bergrutschen und Lawinen, wobei viel wertvoller Boden verloren geht.
Zusätzlich zur Landwirtschaft wächst der ökologische Fußabdruck des Menschen in vielen Bergwaldregionen. Besonders die touristische Erschließung, vor allem für Wintersport, sowie Bergbauprojekte, Staudämme und der Ausbau der Infrastruktur gefährden die Natur.
Typische Höhenlagen und Beispiele
Die Beispiele zeigen, dass die Montanstufe je nach Ökozone, Gebirge und Vegetation in sehr unterschiedlichen Meereshöhen liegt. Es gibt daher keine einheitliche Höhenzahl für „montan“.
In den feuchten Mittelbreiten liegen die montanen Stufen oft vergleichsweise niedrig. Im Bergischen Land und Sauerland in Deutschland reicht die submontane Stufe von 300 m bis 500 m und ist vor allem von Hainsimsen-Buchenwäldern geprägt. Die montane Stufe reicht dort von 500 m bis 600 m und umfasst etwa Zwiebelzahnwurz-Buchenwald, Buchen-Bergahornwald und Giersch-Bergahorn-Eschenwald. Hochmontane Lagen liegen bei 600 m bis 843 m, in Klammern wird auch 1000 m genannt; genannt wird etwa Ebereschen-Buchenwald, während die Fichte höchstwahrscheinlich nicht natürlich ist. In den Nördlichen Schweizer Alpen reicht die montane Stufe von 600/800 m bis 1400/1500 m und enthält Buchen-Tannenwälder sowie Tannen-Fichtenwälder.
In anderen Klimazonen verschieben sich die Höhen stark. Am Kilimandscharo in Tansania reicht die submontane Stufe an der Südabdachung von 900 m bis 1600 m mit tropischem Trockenwald; die montane Stufe reicht von 1600 m bis 2800 m und trägt Gebirgs-Lorbeerwald. Am Kinabalu auf Borneo liegt die submontane Stufe bei 900 m bis 1700/1800 m mit tropischen Eichen und anderen Buchengewächsen, die montane Stufe bei 1700/1800 m bis 2000/2350 m mit Steineiben- und Myrtengewächsen und die hochmontane Stufe bei 2000/2350 m bis 2600/2800 m mit Nebelwald aus Myrten- und Buchengewächsen.
Auch trockene Gebirge können montane Stufen besitzen, aber nicht immer mit geschlossenem Wald. Im Ahaggargebirge in Algerien liegt die tief saharo-montane Stufe bei 1700 m bis 2100/2300 m und besteht aus Gebirgssteppen-Wüste. Die hoch saharo-montane Stufe reicht von 2100/2300 m bis 2700 m und enthält Gebirgssteppen-Wüste mit xeromorphen, also trockenheitsangepassten, Sträuchern und Bäumen an günstigen Standorten. In den Rocky Mountains in Colorado liegt die Montane/Canadian-Stufe dagegen bei 2500 m bis 3000 m und ist als Laub-Nadelmischwald angegeben.
In polaren Gebirgen wird die Einordnung besonders deutlich als Sonderfall: In der Brooks Range in Nord-Alaska wird für eine zusammengefasste planar-kollin-montan-alpine Angabe bis 600 m Tundra genannt. Das passt dazu, dass für polare Gebirge keine eigentliche Montanstufe definiert wird.
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