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Pflanzenformation
Eine Pflanzenformation ist demnach in erster Linie die Vegetationsdecke einer Region nach gleichartiger Gestalt- und Wuchsformen (z. B. Wald, Steppe oder Wüste) …
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Begriff und Bedeutung
Eine Pflanzenformation oder Vegetationsformation ist ein großräumiger Vegetationstyp, zum Beispiel Laubwald, Grasland, Wüste, Strauchsteppe, Heide oder Macchia. Gleichbedeutend werden auch Vegetationsform, Vegetationslandschaft oder Vegetationstyp verwendet. Der Begriff gehört zur Biologie, genauer zur Geobotanik, und zur Geographie, genauer zur Pflanzengeographie. Landschaftstyp wird oft ähnlich verwendet, legt den Schwerpunkt aber weniger stark auf die Vegetation.
Eine Pflanzenformation beschreibt vor allem die Vegetationsdecke einer Region nach ähnlicher Gestalt und ähnlichen Wuchsformen. Beispiele für solche Wuchsformen sind Wald, Steppe oder Wüste. Eine Formation kann als Einheit abgegrenzt werden, wenn sie durch typische Pflanzengemeinschaften geprägt ist, etwa durch Laubbäume. Im globalen Maßstab werden zusätzlich Klima und andere abiotische Faktoren, also unbelebte Umweltfaktoren, berücksichtigt. Dadurch lassen sich etwa Wiesentundra und Grassteppe unterscheiden, obwohl sie rein äußerlich kaum verschieden wirken können.
Abgrenzung zu Pflanzengesellschaften
Für Pflanzenformationen ist die genaue Artenzusammensetzung nicht entscheidend. Auch nicht miteinander verwandte Lebensformen und Lebensgemeinschaften können unter ähnlichen Umweltbedingungen ein ähnliches, analoges Erscheinungsbild entwickeln. Dieses Prinzip erklärt, warum der tropische Regenwald in Indonesien und der tropische Regenwald in Amazonien trotz sehr unterschiedlichem Arteninventar ähnlich aussehen.
Pflanzenformationen dienen deshalb der abstrakten Grobgliederung im großräumigen Maßstab. Für eine feinere Einteilung verwendet man das Konzept der Pflanzengesellschaften. Dabei ist die Artenzusammensetzung entscheidend, also welche Pflanzenarten gemeinsam vorkommen.
Wissenschaftliche Einordnung
In der Wissenschaft wird eine Pflanzenformation vor allem über die Lebensformen nach Raunkiær diagnostiziert. Dabei betrachtet man die Lage der Erneuerungsknospen, also jener Knospen, aus denen eine Pflanze nach ungünstigen Zeiten wieder austreiben kann. Damit lässt sich einordnen, ob es sich zum Beispiel um eine einjährige Pflanze, einen Zwergstrauch oder einen Baum handelt.
Weitere Untergliederungen sind nach Blattformen, Wasserspeicherung und ähnlichen Merkmalen möglich. Außerdem werden prägende Umweltfaktoren untersucht, etwa Klima, Boden, Relief, Gestein und Wasserhaushalt. Auch vollkommen unterschiedliche, nicht verwandte Arten können unter gleichen Lebensbedingungen ähnliche Wuchsformen und Lebensstrategien entwickeln; dieses Phänomen heißt Konvergenz.
Wenn eine Pflanzenformation beziehungsweise die potentielle natürliche Formation ähnlich wie eine Klimazone geozonal auf der Erde angeordnet ist, spricht man von einer Vegetationszone.
Globale Formationen der Ebenen
Im globalen Maßstab führt die Abgrenzung nach klimatischen Parametern zu etwa 15 bis 30 verschiedenen terrestrischen Pflanzenformationen. Terrestrisch bedeutet landbezogen. Die im Artikel genannte Übersicht ordnet Vegetationstypen der Ebenen, also der planaren und kollinen Höhenstufe, idealtypisch nach Temperatur- und Niederschlagsspannen.
Zu diesen Formationen gehören Eis- und Kältewüsten, Tundren und subpolare Heiden, Waldtundren, hochkontinentale boreale Nadelwälder, gemäßigte boreale Nadelwälder, Laub- und Nadelmischwälder, sommergrüne Laubwälder, Waldsteppen, Gras-, Strauch- und Trockensteppen, winterkalte Halbwüsten, winterkalte Vollwüsten, Hartlaubvegetation, heiße Halbwüsten, heiße Vollwüsten, Dornstrauch- und Kakteensavannen, regengrüne Trockenwälder und -savannen, regengrüne Feuchtwälder und -savannen, gemäßigte Regenwälder, subtropische Feuchtwälder und tropische Regenwälder.
Gebirge und Grenzen der Einteilung
Neben den Formationen der Ebenen gibt es Pflanzenformationen der Gebirgsstufen. Genannt werden gemäßigte Bergwälder, Bergtundra, alpine Matten und Heiden, Hochlandsteppen und -wüsten, subtropische Bergwälder sowie tropische Gebirgsregenwälder.
Die grafische Zuordnung nach Temperatur und Niederschlag wirkt klar, gilt aber nur für die eingezeichneten Bereiche. Würde man alle Vorkommen darstellen und nicht nur die häufigsten, gäbe es erhebliche Überschneidungen. Eine einfache zweipolige Zuordnung nach Temperatur und Niederschlag ist daher vor allem bei Vegetationstypen extrem trockener, feuchter und kalter Klimate sinnvoll. Für genauere Abgrenzungen braucht man weitere Klimaparameter, zum Beispiel die Dauer der Wachstumsperiode, die Zahl der ariden Monate, die Zahl der humiden Monate oder die Kontinentalität.