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Maschinenstundensatz

Der Maschinenstundensatz ist ein Kostensatz der Kostenrechnung, der angibt, in welcher Höhe Kosten pro Stunde Nutzung einer technischen Anlage oder Maschine …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Berechnung des Satzes
  3. 3. Maschinenkosten verursachungsgerecht verrechnen
  4. 4. Ablauf der Maschinenstundensatzrechnung
  5. 5. Durchgerechnetes Beispiel

Begriff und Bedeutung

Der Maschinenstundensatz ist ein Kostensatz der Kostenrechnung. Er gibt an, welche Kosten pro Stunde Nutzung einer technischen Anlage oder Maschine anfallen. Er dient dazu, maschinenabhängige Fertigungskosten verursachungsgerecht, also entsprechend ihrer tatsächlichen Verursachung, auf Kostenträger wie Produkte oder Aufträge sowie auf Kostenstellen zu verteilen.

Ein Kostensatz entsteht, indem Kosten durch eine passende Bezugsgröße geteilt werden. Beim Maschinenstundensatz sind dies die Maschinenkosten und die Maschinenlaufzeit. Maschinenkosten sind maschinenabhängige Fertigungskosten, die bei der Nutzung von Maschinen für die Herstellung entstehen. Sie sind meist Gemeinkosten, wenn eine Maschine für mehrere Produkte eingesetzt wird.

Maschinenlaufzeit ist nur die Zeit, in der eine Maschine produktiv ein Werkstück bearbeitet oder verarbeitet. Stillstands-, Rüst-, Wartungs- und Leerlaufzeiten zählen nicht dazu. Besonders wichtig ist der Maschinenstundensatz in anlagenintensiven Produktionsbetrieben, in denen Maschinenkosten einen großen Anteil der Herstellkosten ausmachen.

Berechnung des Satzes

Der Maschinenstundensatz wird berechnet, indem die jährlichen maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten (FGK) durch die geplanten produktiven Maschinenlaufstunden einer Periode, die Soll-Maschinenlaufzeit, geteilt werden:

Maschinenstundensatz = Maschinenabhängige FGK / Soll-Maschinenlaufzeit

Zu den maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten gehören insbesondere kalkulatorische Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen auf die Maschine, Energie- und Instandhaltungskosten, Raumkosten für die Maschinenstellfläche, Versicherungs- und Werkzeugkosten sowie Kosten für Hilfs- und Betriebsstoffe.

Verursacht eine Maschine jährlich 120.000 € maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten und beträgt ihre geplante produktive Maschinenlaufzeit 2.000 Stunden, ergibt sich: 120.000 / 2.000 = 60 €/h.

Maschinenkosten verursachungsgerecht verrechnen

Die Maschinenstundensatzrechnung, auch Maschinenstundensatzkalkulation oder Maschinenstundensatzverrechnung, ist eine Verrechnungssatz- beziehungsweise Bezugsgrößenkalkulation. Sie verteilt maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten anhand der tatsächlichen Maschinenlaufzeit.

Bei anlagenintensiver Fertigung steigen maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten erheblich, während Fertigungslöhne sinken oder stagnieren können. Eine klassische Zuschlagskalkulation verteilt Fertigungsgemeinkosten dagegen proportional zu Fertigungslöhnen. Dadurch können sehr hohe Zuschlagssätze, oft über 300–500 %, entstehen. Produkte mit hoher Maschinenbeanspruchung und niedriger Lohnintensität würden dann zu niedrig belastet; andere Produkte müssten zu hohe Kosten tragen. Hohe Zuschlagssätze reagieren außerdem besonders empfindlich auf kleine Erfassungsfehler bei Fertigungslöhnen.

Die Maschinenstundensatzrechnung berücksichtigt stattdessen unmittelbar, wie lange ein Produkt oder Auftrag eine Maschine tatsächlich beansprucht.

Ablauf der Maschinenstundensatzrechnung

Zuerst werden die von der Maschinennutzung abhängigen Fertigungsgemeinkosten erfasst und von den übrigen Fertigungsgemeinkosten, den Restgemeinkosten, getrennt. Anschließend wird für jede Maschine oder Maschinengruppe ein Maschinenstundensatz gebildet: Die maschinenabhängigen Gemeinkosten werden auf die geplanten produktiven Maschinenlaufstunden verteilt.

Für jedes Produkt oder jeden Auftrag wird die tatsächlich benötigte Maschinenlaufzeit bestimmt und mit dem Maschinenstundensatz multipliziert. So werden die maschinenabhängigen Kosten dem Kostenträger zugeordnet.

Die verbleibenden maschinenunabhängigen Fertigungsgemeinkosten, etwa Gehälter der Fertigungsleitung oder allgemeine Hilfslöhne, werden über einen Zuschlagssatz auf die Fertigungseinzelkosten verteilt. Als Bezugsgröße dienen beispielsweise Fertigungslohnkosten.

Durchgerechnetes Beispiel

Bei einer Fräsmaschine betragen die kalkulatorischen Abschreibungen 40.000 €, die kalkulatorischen Zinsen 10.000 €, die maschinenlaufzeitabhängigen Energiekosten 5.000 € und die laufzeitabhängigen Instandhaltungskosten 15.000 €. Zusammen ergeben sich 70.000 € maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten. Bei 2.000 geplanten produktiven Maschinenlaufstunden beträgt der Maschinenstundensatz 70.000 / 2.000 = 35 € pro Stunde.

Benötigt ein Produkt 1,5 Stunden Bearbeitungszeit, entfallen 1,5 × 35 = 52,5 € maschinenabhängige Fertigungskosten auf das Produkt.

Zusätzlich betragen die maschinenunabhängigen Fertigungsgemeinkosten der Kostenstelle 90.000 € und die gesamten Fertigungslöhne 180.000 €. Der Restfertigungsgemeinkostenzuschlagssatz ist daher 90.000 / 180.000 = 0,5, also 50 %. Bei Fertigungslöhnen des Produkts von 80 € ergeben sich 80 × 0,5 = 40 € Restfertigungsgemeinkosten.

Insgesamt entfallen auf das Produkt 52,50 € maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten und 40,00 € Restfertigungsgemeinkosten, also 92,50 € Fertigungsgemeinkosten.

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