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Mary Kaldor
Mary Henrietta Kaldor (* 16. März 1946 im Vereinigten Königreich) ist eine britische Wissenschaftlerin und Professorin für Global Governance an der London …
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Person und wissenschaftliche Schwerpunkte
Mary Henrietta Kaldor (* 16. März 1946 im Vereinigten Königreich) ist eine britische Wissenschaftlerin und Professorin für Global Governance an der London School of Economics and Political Science. Global Governance bezeichnet die politische Steuerung und Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg.
Kaldor studierte Politik, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften an der University of Oxford und schloss dort mit einem Bachelorexamen ab. Sie arbeitete am Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) in Schweden, dessen Vorstand sie weiterhin angehört. An der „Science Policy Research Unit“ der University of Sussex arbeitete sie eng mit dem Wirtschaftswissenschaftler Christopher Freeman zusammen.
Seit den 1970er Jahren ist Kaldor als Autorin zu Globalisierung, internationalen Beziehungen, menschlicher Sicherheit, humanitären Interventionen, globaler Zivilgesellschaft und Global Governance bekannt. Weitere zentrale Themen sind die „Neuen Kriege“ und asymmetrische Kriegführung, also Konflikte, in denen unterschiedlich starke oder unterschiedlich organisierte Akteure gegeneinander kämpfen.
Kaldor war in verschiedenen Gremien tätig, die sich für Abrüstung und das Verbot von Atomwaffen in Europa einsetzen, unter anderem bei European Nuclear Disarmament. Von 1983 bis 1988 war sie Herausgeberin des European Nuclear Disarmament Journal. Sie ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations, schreibt für opendemocracy.net, gehört dem Aufsichtsrat der Hertie School of Governance in Berlin an und ist Mitglied der Redaktion von Stability: International Journal of Security and Development.
An der London School of Economics and Political Science ist Kaldor Professor of Global Governance und leitet das „Centre for the Study of Global Governance“.
Veröffentlichungen und zentrale Themen
Kaldors Veröffentlichungen behandeln vor allem Rüstung, internationale Konflikte, Globalisierung, menschliche Sicherheit und neue Formen organisierter Gewalt. Zu ihren Werken gehören:
- 1978: The Disintegrating West.
- 1981: The Baroque Arsenal; 1982 erschien die deutsche Ausgabe Rüstungsbarock.
- 1990: The Imaginary War; 1992 erschien die deutsche Ausgabe Der imaginäre Krieg: Eine Geschichte des Ost-West Konflikts, übersetzt von Michael Haupt und Thomas Laugstein.
- 1999: New and Old Wars: Organized Violence in A Global Era; eine Neuauflage erschien 2013 bei Polity Press. Die deutsche Ausgabe Neue und alte Kriege: Organisierte Gewalt im Zeitalter der Globalisierung erschien 2000 in der Übersetzung von Michael Adrian.
- 2003: Global Civil Society: An Answer to War.
- 2007: Human Security: Reflections on Globalization and Intervention.
- 2010 gab sie gemeinsam mit Mary Martin The European Union and Human Security. External Interventions and Missions heraus. Ebenfalls 2010 veröffentlichte sie gemeinsam mit Shannon D. Beebe The Ultimate Weapon is no Weapon.
- 2012 erschien die deutsche Ausgabe Unsere beste Waffe ist keine Waffe: Konfliktlösungen für das 21. Jahrhundert, übersetzt von Michael Müller. Im selben Jahr erschien die dritte Auflage von New and Old Wars: Organized Violence in a Global Era.
- 2017 veröffentlichte sie gemeinsam mit Christine Chinkin International Law and New Wars.
- 2018 erschien Global security cultures.
Die Titel zeigen die Verbindung ihrer Forschungsfelder: Sie untersucht Rüstung und Krieg ebenso wie internationale Rechtsfragen, humanitäre Interventionen, die Europäische Union, globale Zivilgesellschaft und Sicherheitsvorstellungen in einer globalisierten Welt.