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Mandombe

Die Mandombe-Schrift (französisch Mandombé) ist eine zentralafrikanische Abugida für die Sprachen Kikongo, Lingála, Tshiluba, Kituba und Swahili.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Verwendung
  2. 2. Entstehung und Verbreitung
  3. 3. Aufbau der Schrift
  4. 4. Vokale und Lautzeichen
  5. 5. Konsonanten und Silbenbildung
  6. 6. Zahlzeichen

Grundidee und Verwendung

Die Mandombe-Schrift, französisch Mandombé, ist eine zentralafrikanische Abugida. Eine Abugida ist eine Schrift, bei der Konsonantenzeichen mit Vokalzeichen zu Silben verbunden werden. Mandombe wird für die Sprachen Kikongo, Lingála, Tshiluba, Kituba und Swahili verwendet beziehungsweise dafür vorgesehen.

Die Schrift beruht auf zwei Grundelementen, die wie die arabischen Ziffern 5 und 2 aussehen. Sie heißen Pakudungu und Pelekete. Ihre Namen beziehen sich nicht auf Ziffern, sondern sind lautmalerische Bezeichnungen für Trommelklänge: Pakundungu steht für den schweren Klang großer Trommeln, „paku ndungu = Bass“, Pelekete für den höheren Klang kleiner Trommeln, „pele kete = Schnarre“. Die beiden Formen sind symmetrisch: Aus einer 5 wird im Spiegel eine 2 und umgekehrt.

Entstehung und Verbreitung

Mandombe wurde im Jahre 1978 von Wabeladio Payi in Mbanza-Ngungu in der Provinz Bas-Congo des Kongo eingeführt. Er erzählte, die Schrift sei ihm in einem Traum von Simon Kimbangu, dem Propheten der kimbanguistischen Kirche, offenbart worden.

Mandombe basiert auf den als heilig beschriebenen Formen 5 und 2. Sie ist für die vier Nationalsprachen des Kongo bestimmt: Kikongo, Lingala, Tshiluba und Swahili. Der Artikel weist aber darauf hin, dass die Schrift nicht genügend Vokale hat, um Lingala vollständig zu schreiben.

Die Schrift wird in kimbanguistischen Kirchenschulen in Angola, der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo unterrichtet. Die Mandombe-Akademie bei CENA arbeitet daran, weitere zentral- und südafrikanische Bantusprachen in diese Schrift zu transkribieren. CENA, das Centre de l’Ecriture Négro-Africaine, fördert die Schrift ebenfalls. Im Jahre 2009 wurden Konferenzen in Lüttich, Brüssel und Köln abgehalten, um ihre Verwendung und Einführung zu fördern.

Aufbau der Schrift

Mandombe hat Konsonanten- und Vokalbuchstaben, die zu Silbenblöcken kombiniert werden. Der Artikel vergleicht diese Blockbildung mit Hangeul. Alle Buchstaben beruhen auf einer quadratischen S- oder 5-Form.

Ein wichtiges Prinzip ist die Richtung und Lage des Grundzeichens. Wenn man eine 5 von unten schreibt, sodass der Endpunkt oben liegt, und das Element dann dreht, entsteht eine neue 5, bei der der Anfangspunkt oben und der Endpunkt unten liegt. Das ist wichtig, weil Vokale aus kalligrafischen Gründen an den Endpunkt eines konsonantischen Elements, des sogenannten „Schlüssels“, angefügt werden müssen. Je nachdem, ob sie oben oder unten stehen, erhalten die verbundenen Zeichen einen anderen konsonantischen Wert.

Vokale und Lautzeichen

Die Vokale werden in Mandombe durch zusätzliche Zeichen rechts von der 5 unterschieden. Der Artikel nennt sechs Vokale, führt in der Tabelle aber die lateinischen Vokalbuchstaben i, u, e, o und a auf.

Die Formen 1 bis 5 dienen zugleich als Formen für die Vokale i, u, e, o und a. Weitere lautliche Verbindungen werden mit Zusatzzeichen gebildet: Vokalsequenzen und Nasalvokale entstehen mit diakritischen Zeichen. Diakritische Zeichen sind kleine Zusatzzeichen, die die Aussprache verändern oder genauer bestimmen.

Konsonanten und Silbenbildung

Die Konsonanten sind in vier „Gruppen“ oder Formen eingeteilt. Drei dieser Gruppen unterscheiden sich dadurch, dass ein kurzer Strich zur 5er-Form hinzugefügt wird. Zusätzlich gibt es vier „Familien“ oder Ausrichtungen, die durch Spiegelung und Drehung der Buchstabenformen entstehen.

Die vier Konsonantenfamilien werden an derselben Ecke des Vokals angebracht. Der Vokal wird gespiegelt oder gedreht, um zum Konsonanten zu passen. Dadurch steht der Konsonant je nach Ausrichtung in einer anderen Ecke des Silbenblocks.

Anders als in der Pitman-Kurzschrift, die Konsonanten ebenfalls durch Rotation unterscheidet, bilden die Gruppen und Familien in Mandombe keine natürlichen Klassen. Eine Ausnahme ist eine fünfte Gruppe von Frikativen und Affrikaten, die durch Umkehrung einer der vier Grundgruppen gebildet wird. Frikative sind Reibelaute, Affrikaten sind Laute, die mit einem Verschluss beginnen und in einen Reibelaut übergehen.

Der Artikel nennt als Beispiele für Gruppen und Familien unter anderem na, va, sa, ta in der ersten Gruppe; be, de, fe, ge in der zweiten; ko, mo, lo, po in der dritten; wi, ri, zi, yi in der vierten; sowie in der Gruppe „Mazita ma zindinga“ die Formen shu, dju, tshu und ju. Pränasalisierte Konsonanten werden durch Voranstellen von n, der 5er-Grundform, gebildet. Konsonantencluster entstehen, indem ein Konsonant zwischen die beiden Teile des Vokals gesetzt wird, also zwischen die 5er-Form und die zusätzlichen Striche.

Zahlzeichen

Mandombe besitzt eigene Ziffern. Die Ziffer 1 ähnelt der arabischen Zahl 1, und die Ziffern 2 bis 5 sind nach dieser Form gestaltet. Die Ziffern 6 und 9 sind quadratische Versionen der arabischen 6 und 9. Die Ziffern 7 und 8 entstehen durch Spiegelung dieser Formen.

Die Formen 1 bis 5 haben in der Schrift eine doppelte Funktion: Sie sind Zahlenformen und werden auch für die Vokale i, u, e, o und a verwendet.

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