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Münchner Stadtrat
Wahlperiode seit 2026 · Die Grünen – Rosa Liste · CSU · SPD (Vorsitz: Christian Köning, Anne Hübner) · FDP / Freie Wähler · Die Linke · AfD (Vorsitz: Jörg Schäfer) …
Inhalt5 Abschnitte
Aufgabe und Zusammensetzung
Der Münchner Stadtrat ist seit 1919 neben dem Oberbürgermeister ein Organ der kommunalen Selbstverwaltung der Landeshauptstadt München. Er wird für sechs Jahre gewählt und tagt im Neuen Rathaus. Der Oberbürgermeister gehört dem Stadtrat an und führt den Vorsitz.
Seit 1972 hat der Stadtrat 80 ehrenamtliche Mitglieder; zuvor waren es 60. Die ehrenamtlichen Stadträte erhalten monatlich 2.981 Euro. Fraktionsvorsitzende erhalten 5.881 Euro, ihre Stellvertreter 4.429 Euro.
Wahl und Sitzverteilung
Bei der Stadtratswahl vom 8. März 2026 lag die Wahlbeteiligung bei 52,3 %. Von 80 Sitzen entfielen auf Grüne 21, CSU 19, SPD 15, Linke 5, AfD 5, Volt 4, FDP 3, ÖDP 2 und Freie Wähler 2. Je einen Sitz erhielten Rosa Liste, Bündnis Kultur, Die PARTEI und München-Liste.
Die stärkste Partei waren die Grünen mit 26,5 % der Stimmen, vor CSU mit 24,9 % und SPD mit 19,1 %. Gegenüber 2020 verloren die Grünen zwei Sitze (2020: 23) und die SPD drei Sitze (2020: 18); die CSU verlor einen Sitz (2020: 20). Die Linke gewann zwei, die AfD zwei und Volt drei Sitze. Der Stadtrat umfasst seit 1972 80 Sitze; 1946 hatte er 41, ab 1948 50 und ab 1952 60 Sitze.
Die Sitzverteilungen zeigen langfristig deutliche Veränderungen: Die SPD hatte etwa 1972 mit 44 Sitzen eine absolute Mehrheit, während die Grünen erstmals 1984 mit 6 Sitzen vertreten waren und 2020 mit 23 Sitzen erstmals stärkste Kraft wurden.
Ausschüsse, Fraktionen und Verwaltung
Der Stadtrat arbeitet in der Vollversammlung und in Fachausschüssen. In der Wahlperiode 2026 bis 2032 gibt es unter anderem Ausschüsse für Arbeit und Wirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Stadtplanung und Bauordnung, Bau, Bildung, Finanzen, Gesundheit, IT, Kinder- und Jugendhilfe, Kultur, Mobilität, Soziales und Sport. Weitere Gremien sind etwa der Rechnungsprüfungsausschuss, der Kommunalausschuss, der Kreisverwaltungsausschuss, der Stadtentwässerungsausschuss sowie der Verwaltungs- und Personalausschuss, der auch als Feriensenat tätig ist. Die Ausschüsse sind jeweils zuständigen Referaten der Stadtverwaltung zugeordnet.
Seit 2026 bestehen Fraktionen von Grünen und Rosa Liste, CSU, SPD, FDP und Freien Wählern, Linken, AfD, Volt sowie ÖDP, Bündnis Kultur und München-Liste. Die PARTEI ist eine Gruppierung. Fraktionen bündeln Stadtratsmitglieder bei der politischen Arbeit.
Berufsmäßige Stadträte sind kommunale Wahlbeamte. Sie leiten die Referate der Stadtverwaltung und beraten den Stadtrat, haben dort aber kein Stimmrecht. Beispiele sind Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) im Baureferat, Christian Scharpf (SPD) im Referat für Arbeit und Wirtschaft, Florian Kraus (Grüne) im Referat für Bildung und Sport, Dorothee Schiwy (SPD) im Sozialreferat und Christoph Frey (SPD) in der Stadtkämmerei. Das Kommunalreferat ist mit „N.N.“ angegeben.
Mehrheiten im Stadtrat
Von 1946 bis 2026 wurde München mit wenigen Ausnahmen von einer SPD-geführten Mehrheit regiert. Seit den Kommunalwahlen 2020 sind die Grünen erstmals stärkste Kraft im Stadtparlament.
Von 2020 bis 2026 regierte eine grün-rote Koalition. Die Grünen bildeten mit der Rosa Liste eine Fraktionsgemeinschaft, die SPD kooperierte mit Volt. Das Bündnis verfügte über 43 von 81 Stimmen, einschließlich der Stimme des Oberbürgermeisters Reiter.
Seit der Wahl 2026 ist Dominik Krause erstmals ein Grüner Oberbürgermeister. Verhandlungen über die Fortsetzung einer rot-grünen Koalition mit Volt scheiterten. Danach entstand eine Koalition aus Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern und Rosa Liste, die sich „Mango-Koalition“ nennt. Mit Oberbürgermeister Dominik Krause verfügt sie ebenfalls über 43 der 81 Sitze.
Bezirksausschüsse und Frauen im Stadtrat
Seit einem Volksentscheid von 1995 werden die 25 Bezirksausschüsse der Münchner Stadtbezirke direkt gewählt. Sie entsprechen Stadtviertel-Parlamenten und vermitteln zwischen Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgern. Für den jeweiligen Stadtbezirk entscheiden sie selbstständig beispielsweise über untergeordnete Bau- und Straßenbauvorhaben von 0,5 bis 2,5 Mio. EUR, die Neuaufstellung von Straßenmärkten sowie Schul- und Straßennamen; bei persönlichen Ehrungen gilt eine Ausnahme. Ihre Befugnisse wurden 2010 erweitert, etwa auf Zuschüsse bis 10.000 EUR, Sperrstundenänderungen und Taxistände. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme nur innerhalb des Stadtbezirks Bedeutung hat. In den meisten anderen Fällen müssen die Bezirksausschüsse lediglich angehört oder informiert werden.
1919 zogen erstmals sechs Frauen in den Stadtrat ein. 1985 beschloss der Stadtrat gegen die Stimmen der CSU die erste kommunale Frauengleichstellungsstelle in Bayern; Friedel Schreyögg (SPD) leitete sie. 1990 wurde Sabine Csampai erstmals Münchner Bürgermeisterin. 2022 führten Frauen erstmals die Mehrheit der städtischen Referate: Neun von fünfzehn berufsmäßigen Stadträten waren Frauen.