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Liste griechischer Suffixe
Liste griechischer Suffixe ; -ie, -ia, -ία, Substantivsuffix (meist Abstrakta), deutsch etwa: -ei, -heit ; -ik, -ική, Adjektivsuffix, ähnlich wie deutsch: -ig, - …
Inhalt6 Abschnitte
Gegenstand und Funktion
Griechische Suffixe sind Wortbildungselemente am Ende eines Wortes. Alt- und neugriechische Suffixe wurden in zahlreiche wissenschaftliche Fachbegriffe und andere Fremdwörter der indogermanischen Sprachen übernommen. Sie zeigen häufig an, ob ein Wort etwa eine Person, Tätigkeit, Eigenschaft, Krankheit, Entzündung oder Ähnlichkeit bezeichnet.
Ähnlichkeit, Abstrakta und Fachgebiete
• -id und -oid gehen auf -(ο-)ειδής zurück und bedeuten „ähnlich“. Das zugrunde liegende altgriechische εἶδος eidos beziehungsweise mittelgriechische idos bedeutet „Ähnlichkeit, Form, Erscheinung; Anblick, Sehenswürdigkeit“ und stammt von der indogermanischen Wurzel *weid-. Das o gehört eigentlich nicht zum Suffix, sondern ist ein Fugenlaut, also ein verbindendes Morphem, und kann fehlen. Beispiele sind Alkaloid, Android, Asteroid, Geoid, Lipid, Meteoroid und Steroid.
• -ie und -ia entsprechen -ία. Dieses Substantivsuffix bildet meist Abstrakta, also Bezeichnungen für nicht gegenständliche Sachverhalte. Es entspricht ungefähr den deutschen Endungen -ei oder -heit. Beispiele: Chemie, Melancholie und Utopia.
• -ik stammt von -ική. Es war ein Adjektivsuffix ähnlich dem deutschen -ig oder -isch und wurde in substantivierter weiblicher Form meist zur Bezeichnung eines Handwerks oder einer Kunstfertigkeit verwendet. Beispiele sind Analytik, Ästhetik, Automatik, Botanik und Technik.
Prinzipien, Personen und Tätigkeiten
• -(i)smus aus -(ι)σμός bildet Substantive und bezeichnet meist eine Geisteshaltung oder ein Prinzip, etwa Kommunismus, Kabbalismus oder Dilettantismus. Weitere Bildungen sind Chiasmus, Orgasmus und Tenesmus.
• -(i)st aus -(ι)στής bildet Personenbezeichnungen, häufig für Berufe. Es steht auch in Beziehung zu Bildungen auf -(i)smus und -sma. Beispiele: Gräzist, Kabbalist, Artist, Drogist, Optimist, Cineast und Philatelist.
• -(i)stik aus -(ι)στική bezeichnet ein Handwerk oder dessen Ausübung und ist zu Wörtern auf -ismus oder -ist gebildet. Beispiele sind Gräzistik, Kabbalistik, Kameralistik und Floristik.
• -(i)stisch aus -ιστικός bildet Adjektive zu Wörtern auf -ist und -ismus, beispielsweise gräzistisch, kabbalistisch, avantgardistisch und egoistisch.
Medizinische Suffixe
• -itis aus -ίτις bezeichnet eine Entzündung. Beispiele sind Arthritis, Enzephalitis, Gastritis, Gingivitis, Hepatitis, Meningitis, Nephritis, Parodontitis, Thyreoiditis und Vaginitis.
• -om ist eine Form der Ableitung auf -ma beziehungsweise -m und bezeichnet in der Medizin eine Geschwulst oder Schwellung. Beispiele sind Hämatom, Malignom, Melanom und Teratom.
• -iasis bezeichnet in der Medizin eine Krankheit oder einen Parasitenbefall, etwa Askariasis, Elephantiasis, Psoriasis, Trichomoniasis und Trichuriasis.
• -ose bezeichnet in der Medizin meist eine nicht entzündliche Erkrankung oder eine Zustandsveränderung. Beispiele sind Alkalose, Arthrose, Azidose, Dermatose, Mukoviszidose, Narkose, Neurose, Osteoporose, Psychose und Tuberkulose.
Weitere Substantivbildungen
• -ma beziehungsweise -m aus -μα ist ein Ableitungssuffix, mit dem meist Substantive aus Verben gebildet werden. Als Pluralformen kommen -mata, -men und -me vor. Beispiele auf -ma sind Aroma, Asthma, Dogma, Koma, Lemma, Paradigma, Plasma, Trauma und Thema. Formen auf -em sind Erythem, Graphem, Lexem, Morphem, Ödem, Phonem, Problem, Theorem und System; ein Beispiel auf -m ist Phytotelm.
• -on aus -ον bildet sächliche Substantive oder Adjektive, etwa Distichon, Fermion, Oxymoron, Paradoxon, Stadion und Taxon. Daneben gibt es -on aus -ων als Endung des Partizips Präsens Aktiv von Verben; die sächliche Form lautet -ον. Beispiele sind Ion und Hyperion.
• -sis und -se gehen auf -σις zurück und bilden Substantive, die häufig einen Vorgang bezeichnen. Beispiele sind Analysis beziehungsweise Analyse, Genesis beziehungsweise Genese, Kinese, Metamorphose und Osmose. Die fachsprachliche Variante -ase bezeichnet in der Biochemie ein Enzym, beispielsweise Cellulase, Lactase oder Polymerase.
• In der Chemie bezeichnet -ose Zucker oder Polysaccharide, beispielsweise Aldose, Fructose, Glucose, Hexose, Lactose, Maltose, Saccharose und Zellulose.
Vervielfältigungszahlen
-plo- aus -πλο- ist ein Infix, also ein Wortbildungselement im Inneren eines Wortes. Es dient zur Bildung von Vervielfältigungszahlwörtern und entspricht dem deutschen -fach. In den aufgeführten Wörtern folgt darauf das Suffix -(o)id. Beispiele sind Endopolyploid, Euploid, Diploid und Haploid.