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Linkin Park
Linkin Park ist eine im Jahr 1996 unter dem Namen Xero in Agoura Hills, Los Angeles County (Kalifornien) gegründete US-amerikanische Band, die zumeist den …
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Überblick und Bedeutung
Linkin Park ist eine US-amerikanische Band aus Agoura Hills im Los Angeles County, Kalifornien. Sie wurde 1996 zunächst unter dem Namen Xero gegründet und wird vor allem den Stilrichtungen Nu Metal, Alternative Rock, Alternative Metal, Rap Rock und Electro Rock zugeordnet. Kennzeichnend ist die Verbindung von Rock und Metal mit Hip-Hop-Elementen und elektronischer Musik.
Die Band wurde international bekannt, weil sie harte Gitarren, elektronische Klänge, Rap und melodischen Gesang miteinander verband. Im Zentrum stand zunächst das Zusammenspiel von Chester Benningtons Lead-Gesang und Mike Shinodas Rap. Später übernahm Shinoda zunehmend auch Gesang. Mit mehr als 160 Millionen verkauften Alben und Singles gehört Linkin Park laut Einleitung zu den kommerziell erfolgreichsten Bands des 21. Jahrhunderts; im Abschnitt „Erfolg und Rezeption“ wird dagegen eine Zahl von mehr als 130 Millionen genannt.
Entstehung und musikalische Entwicklung
Mike Shinoda und Brad Delson gründeten 1996 mit Rob Bourdon die Band Xero. Joe Hahn kam als DJ hinzu, Dave „Phoenix“ Farrell vervollständigte die Besetzung zunächst. Der erste Sänger war Mark Wakefield, der nach einem erfolglosen Demo ausstieg. 1999 wurde Chester Bennington, zuvor Sänger der Band Grey Daze, aufgenommen. Danach nannte sich die Gruppe zunächst Hybrid Theory. Wegen möglicher rechtlicher Probleme mit einer bereits bestehenden Band wurde sie bald in Linkin Park umbenannt. Der Name bezieht sich auf den Lincoln Park in Santa Monica; die Schreibweise wurde auch gewählt, um eine passende .com-Domain zu erhalten. Die Website wurde am 24. Mai 2000 registriert.
Das Debütalbum Hybrid Theory erschien am 24. Oktober 2000 in den USA und verkaufte sich im ersten Jahr 4,8 Millionen Mal. Es kam in die Top 20 der Billboard-Charts, erhielt nach drei Wochen Gold und brachte mit One Step Closer und Crawling erfolgreiche Singles hervor. Für Crawling gewann die Band 2002 den Grammy für Best Hard Rock Performance.
Reanimation erschien 2002 als Remixalbum, das hauptsächlich auf Hybrid Theory beruhte und zahlreiche Gastmusiker einbezog. Meteora folgte am 25. März 2003. Das Album setzte den Wechsel zwischen Benningtons Gesang und Shinodas Rap fort und verwendete zusätzliche Elemente wie die japanische Bambusflöte Shakuhachi. In der ersten Woche wurden rund 800.000 Exemplare verkauft; bis Oktober 2003 waren es 3 Millionen.
Nach Nebenprojekten wie Fort Minor, Dead by Sunrise und der Zusammenarbeit mit Jay-Z auf Collision Course erschien Minutes to Midnight am 11. Mai 2007 in Deutschland. Die Band entfernte sich deutlich vom früheren Nu-Metal- und Crossover-Stil und wandte sich stärker dem Alternative Rock zu. Rap kam nur noch vereinzelt vor. Die Texte behandelten unter anderem den Irakkrieg, Hurricane Katrina und Kritik an George W. Bush.
A Thousand Suns wurde am 8. September 2010 veröffentlicht und war stärker von elektronischen Drumbeats geprägt. Living Things erschien 2012 und verband elektronische Klänge wieder stärker mit Gitarren, Metal, Rap und Benningtons markantem Screaming. Das Remixalbum Recharged folgte 2013 und enthielt unter anderem House-, Dubstep- und Hip-Hop-Bearbeitungen sowie A Light That Never Comes mit Steve Aoki.
The Hunting Party erschien am 13. Juni 2014. Das von Mike Shinoda produzierte Album sollte besonders laut und gitarrenorientiert sein und bewegte sich wieder stärker in Richtung Alternative Metal. One More Light vom 19. Mai 2017 enthielt dagegen vor allem poporientierte Titel. Die Singles Heavy, Battle Symphony, Good Goodbye und Invisible begleiteten die Veröffentlichung.
Stil und zentrale Besetzungswechsel
Linkin Park entwickelte seinen Stil über mehrere Alben hinweg. Hybrid Theory und Meteora verbinden Nu Metal, Rap Rock und Alternative Metal. Minutes to Midnight reduzierte die Rap-Anteile und erweiterte die Musik um Alternative-Rock-Elemente. A Thousand Suns markiert den Wendepunkt zu einem elektronischeren Ansatz. Living Things klingt trotz elektronischer Prägung wieder härter, The Hunting Party verstärkt Gitarren und Schlagzeug, während One More Light überwiegend der Popmusik zugeordnet wird.
Am 20. Juli 2017 beging Chester Bennington Suizid. Die Tour zu One More Light wurde abgebrochen. Ein Abschiedskonzert fand 2017 in Los Angeles statt; am 27. Oktober folgte ein Tribut-Konzert. Das Live-Album One More Light Live erschien am 15. Dezember 2017 und enthält 16 Live-Aufnahmen.
Nach Benningtons Tod erklärte Mike Shinoda 2018, die Band solle fortbestehen, benötige aber Zeit für Entscheidungen. Eine Suche nach einem neuen Sänger wurde zunächst nicht ausdrücklich betrieben; ein Hologramm Benningtons schloss Shinoda aus. Ab 2019 arbeiteten Shinoda, Farrell und Hahn wieder an Musik, später stieß Delson hinzu. Rob Bourdon verließ die Band.
Zum 20. Jubiläum von Hybrid Theory erschien am 9. Oktober 2020 eine Edition mit Demos, B-Seiten und Reanimation. Für Meteora folgte am 7. April 2023 eine Jubiläumsausgabe mit der zuvor unveröffentlichten Single Lost. Im Herbst 2023 wurden Emily Armstrong und Colin Brittain als neue Mitglieder aufgenommen. Armstrong wurde am 5. September 2024 als Sängerin vorgestellt; Brittain übernahm das Schlagzeug.
Anfang September 2024 gab Linkin Park das Comeback bekannt. The Emptiness Machine wurde als Leadsingle des Albums From Zero veröffentlicht. Das Album erschien am 15. November 2024. Das erste offizielle Konzert in neuer Besetzung fand am 11. September 2024 im Kia Forum in Inglewood statt und eröffnete die sechsstationige From Zero-Welttournee. Zwei Tage später wurde The Emptiness Machine die erste Nummer-Eins-Single der Band in Deutschland.
Besetzung und weitere Aktivitäten
Zur aktuellen Besetzung gehören Mike Shinoda (Gesang, Rap, Gitarre, Keyboard, Klavier und Synthesizer), Emily Armstrong (Gesang und Gitarre), Brad Delson (Lead-Gitarre, Begleitgesang, Studio-Bass und Studio-Keyboard), Dave „Phoenix“ Farrell (E-Bass und Begleitgesang), Joe Hahn (DJ, Begleitgesang und Live-Gitarre) sowie Colin Brittain (Schlagzeug). Rob Bourdon war bis 2023 Schlagzeuger. Seit dem Comeback wird Brad Delson bei Live-Auftritten durch Alex Feder vertreten und konzentriert sich auf Songwriting und Studioaufnahmen.
Joe Hahn ist innerhalb der Band für DJ-Parts, Samples und Scratches zuständig und führte bei fast allen Videoclips Regie. Mike Shinoda ist neben seiner Tätigkeit als Sänger, Rapper und Musiker auch ausgebildeter Grafiker. Emily Armstrong ist Gründungsmitglied der Rockband Dead Sara. Colin Brittain arbeitet außerdem als Musiker und Produzent.
2004 gründete Linkin Park die Hilfsorganisation Music for Relief. Sie unterstützt den Wiederaufbau nach Naturkatastrophen, fördert Umweltschutz und Aufforstung und informiert über die ökologischen Folgen des globalen Klimawandels. Nach dem Erdbeben im Indischen Ozean wurde die Organisation ins Leben gerufen.
Erfolg, Rezeption und Diskografie
Hybrid Theory gilt als wichtigster Ausgangspunkt des internationalen Durchbruchs. Das Album verkaufte weltweit mehr als 30 Millionen Einheiten und wird im Artikel als fünftmeist verkauftes Album des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Die Band erhielt unter anderem Echos, MTV Europe Music Awards, MTV Video Music Awards, Grammys und World Music Awards. Genannt werden beispielsweise Grammys für Crawling (2002) und Numb/Encore mit Jay-Z (2006), mehrere MTV-Auszeichnungen ab 2002 sowie der Titel Bestverkaufende Band des Jahrzehnts von SoundScan/Billboard.
Die Rezeption war teilweise widersprüchlich. Hybrid Theory wurde als erfolgreiche Verbindung von Kunst und Kommerz gelobt, zugleich aber wegen seiner starken Mainstream-Wirkung und der Präsenz in Jugendmedien als kommerzielles Produkt kritisiert. Meteora wurde wegen der musikalischen Ähnlichkeit zum Debüt als berechnete Wiederholung bezeichnet, erhielt insgesamt jedoch eher positive Resonanz. Minutes to Midnight wurde einerseits als zu glatt und poporientiert kritisiert, andererseits als erwachsener, anspruchsvoller und politisch-kritischer bewertet.
Die Studioalben erschienen in dieser Reihenfolge: Hybrid Theory (24. Oktober 2000; mehr als 32 Millionen Verkäufe), Meteora (25. März 2003; mehr als 27 Millionen), Minutes to Midnight (11. Mai 2007; mehr als 20 Millionen), A Thousand Suns (10. September 2010; mehr als 4 Millionen), Living Things (20. Juni 2012; 1.987.032), The Hunting Party (13. Juni 2014; 1.398.500), One More Light (19. Mai 2017; 1.416.000) und From Zero (15. November 2024; 744.500). Die meisten Alben erreichten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien oder den USA hohe Chartplatzierungen; From Zero kam in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien auf Platz 1, in den USA auf Platz 2.