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Krabat (Otfried Preußler) | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 7:51 730 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 69 Zeilen
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  1. Hallo und herzlich willkommen. Heute nehmen wir uns eine der ganz großen deutschen Geschichten vor. Odfried
  2. Preußlers Graber. Macht euch bereit, wir tauchen jetzt ein in diese düstere, faszinierende Welt voller Magie, Macht
  3. und der Frage, was es wirklich braucht, um sich aus der Dunkelheit zu befreien. Das ist mal eine Ansage, oder die
  4. deutsche Antwort auf Harry Potter. Aber was viele nicht wissen, Krabbat war viel viel früher dran. Das Buch kam schon
  5. 1972 raus und die Geschichte dahinter, die ist noch viel älter. Sie wurzelt tief in einer alten Sage der Sorben,
  6. einer slawischen Minderheit hier bei uns in Deutschland. Preußler hat diese Legende genommen und daraus eine absolut
  7. zeitlose Geschichte geformt. So, wo fangen wir an? Stellt euch die Lausitz im 18. Jahrhundert vor. Der 30-jährige
  8. Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen und mitten in dieser rauen Landschaft treffen wir auf unseren Helden Krabbat.
  9. Er ist 14, ein weisen Junge, der sich so durchschlägt. Er hat absolut keine Ahnung, dass sein Leben gerade dabei
  10. ist, sich komplett auf den Kopf zu stellen. Es fängt alles mit einem Traum an. Jede Nacht derselbe Traum. Eine
  11. unheimliche Stimme, elf Raben und sie alle rufen ihn zu einer Mühle im Koselbruch bei Schwarzkolm. Die Leute im
  12. Dorf, die fürchten diesen Ort, sie meiden ihn. Aber Krabbat, er spürt eine Art Sog, dem er sich einfach nicht
  13. entziehen kann. Also läßt er alles stehen und liegen und folgt diesem Ruf ins Ungewisse. Und tatsächlich, er
  14. findet die Mühle. Sie ist genauso unheimlich, wie er sie sich vorgestellt hat. Dort wird er vom Meister empfangen,
  15. einem ziemlich finsteren Kerl mit nur einem Auge. Der Meister fackelt gar nicht lange, macht keine großen Umstände
  16. und bietet ihm direkt eine Lehrstelle an. Kraberat sagt zu, er ahnt ja nicht, dass er damit gerade einen Pakt mit
  17. etwas sehr dunklem geschlossen hat. In der Mühle lernt er dann die anderen elf Gesellen kennen und dieses Gefüge ist
  18. total wichtig für die ganze Geschichte. Da ist z.B. Tonda, der Altgesell, der für Kraberat schnell zu einer Art großen
  19. Bruder und Mentor wird. Dann gibt's da Lüchko, den man besser im Auge behält, der spioniert nämlich für den Meister
  20. und Juro, tja, Juro wird von allen nur als der Dep vom Dienst abgestempelt. Ein riesiger Fehler, wie sich noch
  21. herausstellen wird. Es dauert nicht lange, da wird Krabb klar. Okay, hier geht's nicht ums Mehl malen. Das hier
  22. ist keine normale Mühle, sondern eine Schule. Eine Schule für schwarze Magie. Und die oberste Regel hier lautet:
  23. Wissen ist Macht. Und wer kontrolliert das Wissen? Natürlich der Meister. Jeden Freitagabend versammelt er seine Schüler
  24. und liest aus dem Korreaktor vor, einem Buch voller dunkler Zauberformeln. Anfassen streng verboten, das darf nur
  25. er. Am Anfang ist das alles natürlich der absolute Wahnsinn für die Jungs. Die Knochenarbeit erledigt sich plötzlich
  26. wie von selbst. Sie können ihre Gestalt verändern, fliegen, spüren eine Macht, die sie noch nie zuvor gekannt haben.
  27. Stellt euch das mal vor. Für einen weisen Jungen wie Krabbt. Es ist wie ein Traum, der wahr wird. Aber wir ahnen es
  28. schon, dieser Traum hat einen verdammt hohen Preis. Als das erste Jahr sich dem Ende neigt und Silvester näher rückt,
  29. verändert sich die Stimmung. Diese anfängliche Euphorie, die ist weg. Stattdessen liegt eine seltsame Angst in
  30. der Luft. Die anderen Gesellen sind total angespannt, aber keiner will Krabert verraten, was eigentlich los
  31. ist. Und dann in der Silvesternacht passiert es das Unfassbare. Tonda, sein bester Freund, sein Mentor, bricht
  32. einfach tot zusammen. Einfach so, ohne jede Vorwarnung. Dieser Moment ist der brutale Wegruf für Krabbt. Der Traum ist
  33. geplatzt und er sieht zum ersten Mal die grausame Wahrheit hinter diesem Ort. Denn das ist das dunkle schreckliche
  34. Geheimnis der Mühle, die Grundlage des Ganzen. Der Meister hat einen Pakt geschlossen. [schnauben] Um weiterleben
  35. zu können, um seine Macht zu behalten, muss er jedes Jahr in der Silvesternacht einen seiner Schüler opfern. Und so wird
  36. aus dem Albtraum ein sich wiederholendes, grausames Muster. Am Ende von Jahrze stirbt Michael, ein
  37. weiterer Freund. Spätestens jetzt weiß Krab, das hier ist kein Spiel mehr. Das ist ein jährlicher Kampf ums nackte
  38. Überleben. Und jetzt im dritten Jahr ist er der beste Schüler des Meisters und damit, das ist dem klar, das
  39. wahrscheinlichste Opfer. Aber Krabat ist keiner, der sich einfach so seinem Schicksal ergibt. Nein, er beschließt zu
  40. kämpfen, auch wenn es absolut aussichtslos scheint, den Meister zu besiegen, unmöglich, oder? Doch er
  41. findet Hilfe und zwar von der Person, von der es wirklich niemand, aber auch wirklich niemand erwartet hätte.
  42. Erinnert ihr euch an Juro, den den alle für einen Trottel hielten? Tja, das war alles nur gespielt, eine perfekte Maske.
  43. In Wahrheit ist er der cleverste Kopf von allen und hat schon die ganze Zeit im Stillen nach einem Weg gesucht, den
  44. Meister zu stürzen. Er hat nur überlebt, weil er seine größte Stärke, seine Intelligenz versteckt hat. Und das ist
  45. seine geniale Strategie. Joro hat verstanden, der Meister duldet keine Konkurrenz, niemanden, der ihm an Macht
  46. oder Klugheit das Wasser reichen könnte. Indem er den Idioten gespielt hat, hat er sich selbst von der Zielscheibe
  47. genommen und konnte unbemerkt seinen Plan aushacken. Juro verrätt Krabat den einzigen Weg raus aus diesem Albtraum
  48. und der ist extrem gefährlich. Die Lösung ist nämlich nicht noch mehr Magie. Nein, die Lösung ist Liebe. Die
  49. Liebe eines Mädchens aus dem Dorf, der Kantorka, einer Sängerin, in die Krabberat sich heimlich verliebt hat.
  50. Nur sie kann den Bann brechen, aber dafür muss sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Es kommt zum großen
  51. Showdown. An Silvester, wie Juro es geplant hat, kommt die Kantorka zur Mühle. Sie tritt mutig vor den Meister
  52. und fordert die Freiheit für Krabbat. Der Meister lacht sie nur aus, willigt aber ein, unter einer Bedingung. Sie
  53. muss eine Prüfung bestehen, von der er weiß, dass sie unmöglich ist. Die Prüfung ist an Grausamkeit kaum zu
  54. überbieten. Der Meister verwandelt alle zwölf Gesellen in Raben und lässt sie in einer Reihe auf einer Stange sitzen.
  55. Fürs menschliche Auge absolut nicht zu unterscheiden. Und als ob das nicht schon unmöglich genug wäre, verbindet er
  56. ihr auch noch die Augen. Sie soll ihn also blind erkennen, nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen. Die
  57. Spannung ist kaum auszuhalten. Eine falsche Wahl und beide sterben. Aber wie soll sie ihn finden? Sie kann nicht
  58. sehen. Sie hört nur Stille. Und jetzt kommt der geniale, der entscheidende Moment. Während die anderen Jungs
  59. wahrscheinlich alle nur an ihre eigene Haut denken und hoffen erkannt zu werden, fühlt Krabert nur eines panische
  60. Angst. Aber nicht um sich selbst, sondern um das Leben des Mädchens, das er liebt. Und genau diese selbstlose
  61. Sorge, diese Schwingung, die spürt sie. Das ist es, was ihn von allen anderen unterscheidet. Sie geht die Reihe
  62. entlang, bleibt vor ihm stehen und spricht diese drei einfachen, aber alles verändernden Worte. Sie hat ihn erkannt.
  63. Und mit dieser Wahl bricht der Fluch. Der Meister stirbt noch in derselben Nacht. Die Mühle geht in Flammen auf und
  64. mit ihr verschwindet die ganze schwarze Magie. Die Gesellen sind endlich frei. Aber sie sind jetzt auch wieder das, was
  65. sie vorher waren. Ganz normale Jungen, ohne jede übernatürliche Kraft. Sie haben die Macht verloren, aber ihre
  66. Freiheit und vor allem ihre Menschlichkeit zurückgewonnen. Und genau das ist die Frage, die uns diese
  67. unglaubliche Geschichte am Ende stellt. Was hat die Dunkelheit am Ende besiegt? Es war nicht ein noch stärkerer Zauber.
  68. Es war keine größere Macht. Es war ein Akt selbstloser Liebe und das ist eine Botschaft, die so viel tiefer geht und
  69. die Krabberat zu weit mehr macht als nur zu einem Märchen.

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