Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Kornett (Instrument)
Es sollte nicht mit dem „Cornetto“ (deutsch Zink) verwechselt werden. Das Kornett ist ein transponierendes Instrument und zumeist in B gestimmt, manchmal auch …
Inhalt4 Abschnitte
Instrument und grundlegende Merkmale
Das Kornett, auch Piston genannt, ist ein Blechblasinstrument. Es hat ein konisches Messingrohr und drei Pumpventile. Obwohl Form und Stimmlage der Trompete ähneln, wird es wegen seiner Mensur – der Bauform und Weite des Rohrs – zu den Horninstrumenten gezählt. Es darf nicht mit dem Cornetto, dem deutschen Zink, verwechselt werden.
Das Kornett ist ein transponierendes Instrument: Notierte und klingende Tonhöhe sind also nicht immer gleich. Es ist meist in B gestimmt, manchmal auch in Es oder C.
Entwicklung und Bauformen
Das Instrument geht auf das französische cornet à pistons („kleines Ventilhorn“) zurück. Um 1828 konstruierte Louis Antoine Halary, der Erfinder der Ophikleide, ein entsprechendes Instrument. Seine Idee soll gewesen sein, ein deutsches Posthorn mit Ventilen zu versehen, um chromatische Tonreihen spielen zu können. Das cornet à pistons war jedoch eine Weiterentwicklung eines älteren ventillosen cornets, das in französischen chasseur-Regimentern als Signalhorn verwendet wurde.
Gustave Auguste Besson entwickelte das Kornett weiter. Er erhielt 1837 im Alter von 18 Jahren ein Patent auf ein Instrument mit allen bestimmenden Merkmalen des modernen Kornetts. Um 1850 wurde in England eine kurze, tiefe Form als cornopean bekannt. Sie hatte drei Pumpventile, eine Trillerklappe für Ganztontriller sowie auswechselbare Umstimmbögen für As, G und F und Mundstück-Stimmzüge für B und A. Die Stimmung des Altkornetts in F und Es setzte sich nicht durch.
Eine Sonderform ist das Echokornett oder Echohorn. Ein eingebauter Dämpfer und ein Spezialventil ermöglichen den sofortigen Wechsel zwischen normalem und gedämpftem Klang.
Einsatz und Klang im Ensemble
Heute wird das Kornett fast ausschließlich in Blasorchestern, Brass Bands und Militärkapellen eingesetzt. Gelegentlich erscheint es auch in sinfonischen Werken, besonders in romanischen Ländern. In der frühen Jazzmusik spielte es eine wichtige Rolle.
In klassischen Orchestern kommt es insgesamt selten vor, weil sich die Trompete als hohes Blechblasinstrument durchgesetzt hatte. Das Kornett wird eingesetzt, wenn ein weicherer Klang gewünscht ist. Vor allem bei kleiner Streicherbesetzung mischt es sich besser mit den anderen Instrumenten; Tuttistellen wirken dadurch weniger spröde. Besonders in französischen Orchestern des 19. Jahrhunderts war es verbreitet.
Kornette können Trompeten ersetzen, etwa in Operetten von Jacques Offenbach, oder sie ergänzen. Beispiele für ergänzende Besetzungen sind Berlioz’ Symphonie fantastique, César Francks Symphonie d-Moll, Debussys La Mer, Tschaikowskis „Dornröschen“-Partitur und Danny Elfmans Soundtrack zu Edward mit den Scherenhänden. Als Schulinstrument für Trompetenschüler ist das Kornett beliebt, weil der Ton leichter anspricht und das kompakte Instrument für Kinder leichter zu halten ist.
Abgrenzung zur Trompete
Fortgeschrittene Spieler können wegen der ähnlichen Bau- und Spielweise leicht zwischen Kornett und Trompete wechseln. Das Kornett besitzt jedoch mehrere leicht konische Rohrabschnitte vor dem Schalltrichter. Außerdem hat sein Mundstück einen tieferen Kessel als das Trompetenmundstück.
Dadurch entsteht ein weicherer und runderer Ton. Im Gegenzug bietet das Kornett nicht die dynamischen Möglichkeiten der Trompete; dies zeigt sich besonders bei schnellen hohen Tönen. Die zahlreicheren Windungen des Rohrs beeinflussen den Klang nicht.