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Konrad Ott
Konrad Ott (* 20. Mai 1959 in Bergkamen) ist ein deutscher Philosoph und Ethiker, der schwerpunktmäßig im Bereich der Bio- und Umweltethik forscht und lehrt.
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Profil und akademischer Weg
Konrad Ott (* 20. Mai 1959 in Bergkamen) ist ein deutscher Philosoph und Ethiker. Sein Schwerpunkt liegt in der Bio- und Umweltethik, also der Frage, wie menschliches Handeln gegenüber Lebewesen, Natur und Umwelt moralisch begründet werden kann. Er studierte von 1981 bis 1986 Philosophie, Geschichte und Germanistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort promovierte er 1989 bei Jürgen Habermas und gilt als Vertreter der „dritten Generation“ der Frankfurter Schule.
Nach Tätigkeiten in Tübingen, Leipzig und Zürich erhielt Ott 1997 einen Ruf an die Universität Greifswald. Dort hatte er bis 2012 die einzige deutsche Professur für Umweltethik inne. Seit Juni 2012 ist er Professor für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Forschungsfelder und öffentliche Beratung
Ott forscht und lehrt insbesondere zu Diskursethik, nachhaltiger Entwicklung, Naturschutz, Klimawandel, grüner Gentechnik und Technikfolgenabschätzung. Diskursethik untersucht, wie moralische Regeln durch vernünftige gemeinsame Beratung begründet werden können. Technikfolgenabschätzung bewertet mögliche gesellschaftliche und ethische Folgen neuer Technologien.
Weitere Themen sind Akzeptanzprobleme des Naturschutzes, dessen ethisch-moralische Begründung, die Geschichte von Ökologie und Naturschutz sowie Bioethik. Von 2000 bis 2008 war Ott Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen der deutschen Bundesregierung. Seit 1998 gehört er dem Deutschen Rat für Landespflege an; außerdem wirkte er in der Deutschen UNESCO-Kommission und in wissenschaftlichen Beiräten mit. Seit den frühen 1980er Jahren ist er Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.
Starke Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit
Ott entwickelte eine stark ethisch geprägte Theorie der Nachhaltigkeit. Gemeinsam mit Ralf Döring trug er mit der Monografie „Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit“ zur Unterscheidung zwischen schwacher und starker Nachhaltigkeit bei. Im Mittelpunkt steht dabei Naturkapital: die natürlichen Grundlagen, die für Menschen und Umwelt bedeutsam sind. Ott versucht, dieses Naturkapital zu identifizieren und öffentlich zur Diskussion zu stellen.
Seine an Habermas’ Philosophie und politischer Theorie orientierte Sicht verbindet Nachhaltigkeit mit bestehenden Gerechtigkeitstheorien. Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit sollen gemeinsam helfen, die menschliche Gestaltung der Natur mit ihrer notwendigen Bewahrung in Einklang zu bringen.
2018 äußerte sich Ott in dem Interview „NGOs sollen nicht moralisch überheblich werden“ kritisch zur Einwanderung aus afrikanischen Staaten in die EU. Zugleich beschrieb er ein moralisches Dilemma: Das Grundrecht auf Asyl für Flüchtlinge müsse gewahrt werden.
Wichtige Veröffentlichungen
Zu Otts zentralen Arbeiten zählen „Ökologie und Ethik: Ein Versuch praktischer Philosophie“ (1993), „Technikfolgenabschätzung und Ethik: Eine Verhältnisbestimmung in Theorie und Praxis“ mit Barbara Skorupinski (2000), „Spektrum der Umweltethik“ (2000), „Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit“ mit Ralf Döring (2008) und „Umweltethik zur Einführung“ (2010).
Weitere Themen seiner Veröffentlichungen sind Klimaschutz, Geo-Engineering, Naturethik, Zuwanderung und Moral sowie Umweltethik als Handbuchthema. „Moralbegründungen zur Einführung“ erschien 2005; die 3. Auflage folgte 2021. Sein Werk „Sittlichkeit und Nachhaltigkeit. Aussichten auf eine bürgerliche Postwachstumsgesellschaft“ ist mit dem Jahr 2026 angegeben.