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Kommunismus bei Marx und Engels

Der Begriff des Kommunismus nimmt in den Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels eine Schlüsselposition ein und ist vom allgemeinen vormarxistischen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und doppelte Bedeutung
  2. 2. Übergang zum Kommunismus
  3. 3. Vorgeschlagene Maßnahmen
  4. 4. Gesellschaft und politische Ordnung

Grundidee und doppelte Bedeutung

Der Kommunismus nimmt in den Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels eine Schlüsselstellung ein und ist vom allgemeinen vormarxistischen Kommunismusbegriff zu unterscheiden. Erläutert wird er besonders in den „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“ von Marx aus dem Jahr 1844, in Engels’ „Grundsätzen des Kommunismus“ von 1847 und im „Manifest der Kommunistischen Partei“ von Marx und Engels aus dem Jahr 1848.

Der Begriff hat in ihrer Theorie zwei Bedeutungen. Erstens bezeichnet er eine Gesellschaftsform als letzte Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung. In ihr sind die Klassengegensätze und damit die ökonomischen Interessenkonflikte aufgehoben. Engels bezeichnet dies auch als „praktischen Kommunismus“. Zweitens steht Kommunismus für die gesellschaftliche Bewegung, die den bestehenden Zustand überwindet und auf diese Gesellschaftsform hinarbeitet. Marx und Engels beschreiben ihn daher nicht einfach als ein fertiges Ideal, dem die Wirklichkeit angepasst werden müsse, sondern als „wirkliche Bewegung“, die den gegenwärtigen Zustand aufhebt.

Konkrete kommunistische Maßnahmen und Ziele verstanden Marx und Engels als abhängig von den jeweiligen geschichtlichen Umständen. Im Vorwort zur deutschen Ausgabe des „Manifests“ von 1872 erklärten sie, dass die praktische Anwendung ihrer Grundsätze von diesen Umständen abhänge. Deshalb maßen sie den 1848 vorgeschlagenen revolutionären Maßnahmen später keine unveränderte, allgemeingültige Bedeutung bei.

Übergang zum Kommunismus

Nach Marx und Engels setzt der Kommunismus eine revolutionäre Nivellierung der gesellschaftlichen Verhältnisse voraus. Nivellierung bedeutet hier den Abbau beziehungsweise die Aufhebung der Klassenunterschiede. Eine Revolution musste dabei nach der Darstellung des Artikels nicht zwangsläufig ein gewaltsamer Sturz der politischen Führung sein. Diese Auffassung sei später unter anderem von Lenin vertreten und häufig fälschlich Marx und Engels selbst zugeschrieben worden.

Engels betrachtete eine starke kommunistische Bewegung sogar als Möglichkeit, einen andernfalls drohenden blutigen Konflikt zu verhindern. In seinen „Zwei Reden in Elberfeld“ von 1845 sprach er sich für die friedliche Einführung oder zumindest friedliche Vorbereitung des Kommunismus aus. Marx und Engels hielten Revolutionen nicht für Ereignisse, die einzelne Parteien oder Klassen nach Belieben planen könnten. Verschwörungen betrachteten sie als nutzlos und schädlich; Revolutionen seien vielmehr Folgen gesellschaftlicher Umstände.

Zugleich erwarteten sie, dass die Bourgeoisie – die besitzende bürgerliche Klasse – sich der Umgestaltung mit Gewalt widersetzen werde. Falls die Entwicklung des Proletariats, also der arbeitenden Klasse ohne eigenes Produktionskapital, gewaltsam unterdrückt und dadurch eine Revolution ausgelöst würde, hielten sie es für richtig, dass sich die Arbeiterklasse ebenfalls mit Gewalt durchsetzte. Den friedlichen Weg betrachteten sie jedoch ausdrücklich als wünschenswert. Engels versuchte deshalb auch, das Bürgertum zur Mitwirkung an einer friedlichen Lösung der sozialen Frage und zur Verbesserung der Lage der Arbeiter zu bewegen.

Die Übergangsphase, in der Klassenunterschiede eingeebnet werden sollen, wird häufig als „Diktatur des Proletariats“ oder als „Sozialismus“ bezeichnet. Der Artikel weist jedoch darauf hin, dass Marx besonders den ersten Ausdruck nur selten verwendete: In den Werken von Marx und Engels komme er wörtlich insgesamt neunmal vor. Der Begriff „Sozialismus“ werde von ihnen in diesem konkreten Zusammenhang gar nicht genannt.

Vorgeschlagene Maßnahmen

Marx und Engels formulierten mehrfach Vorschläge, mit denen die Voraussetzungen des Kommunismus geschaffen werden sollten. Im Mittelpunkt stand die Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Produktionsmittel sind beispielsweise Boden, Fabriken, Maschinen, Eisenbahnen und Schiffe, die zur Herstellung und Verteilung von Gütern benötigt werden. Vergesellschaftung bedeutet hier, das privat besessene Kapital zu enteignen und mittelbar oder unmittelbar auf alle Menschen zu verteilen.

Engels schlug 1845 eine allgemeine progressive Kapitalsteuer vor, die alle bestehenden Steuern ersetzen sollte. Progressiv bedeutet, dass die Belastung mit wachsendem Kapital steigt. Im Jahr 1847 forderte er eine allmähliche Expropriation, also Enteignung, von Grundeigentümern, Fabrikanten, Eisenbahnbesitzern und Schiffsreedern. Dies sollte teilweise durch die Konkurrenz staatlicher Betriebe und teilweise durch eine direkte Entschädigung in Assignaten erfolgen.

Weitere Forderungen waren ein verpflichtendes staatliches Erziehungs- und Bildungswesen, die Einrichtung von Kolonien für Arme, in denen diese gemeinschaftlich ihren Lebensunterhalt erarbeiten sollten, sowie die Abschaffung oder Einschränkung des Erbrechts. Hinzu kamen eine allgemeine Arbeitspflicht und die staatliche Zentralisierung des Kreditsystems. Diese Vorschläge sind nach dem eigenen Verständnis von Marx und Engels nicht als zeitloses, unveränderliches Programm zu lesen, sondern im jeweiligen historischen Zusammenhang.

Gesellschaft und politische Ordnung

Marx und Engels beschrieben die politische und institutionelle Ordnung des Kommunismus nicht im Detail. Der zentrale Gedanke ist das ökonomische Gemeineigentum: Die entscheidenden Produktionsmittel sollen nicht einzelnen privaten Eigentümern gehören, sondern gemeinschaftlich verfügbar sein.

Die Menschen könnten sich auch im Kommunismus weiterhin gesellschaftlich hergestellte Produkte aneignen. Aufgehoben werden soll jedoch die Möglichkeit, durch eine solche Aneignung fremde Arbeit zu unterjochen. Private Verfügung über gesellschaftlichen Reichtum soll also nicht länger dazu dienen können, andere Menschen wirtschaftlich abhängig zu machen oder auszubeuten.

Die Darstellung des Artikels ist insgesamt mit Vorsicht zu verwenden: Der Artikel selbst ist als unzureichend belegt und grundsätzlich überarbeitungsbedürftig gekennzeichnet. Er stützt sich größtenteils auf Zitate und nahezu ausschließlich auf Werke von Marx und Engels, nicht auf zusätzliche neutrale Forschungsliteratur.

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