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Ko Samui
Ko Samui wurde in den 1970er Jahren touristisch "entdeckt", leidet aber inzwischen (im 21. Jahrhundert), wie manche andere Orte in Thailand, an Übertourismus.
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Lage und Landschaft
Ko Samui ist eine Insel im Golf von Thailand und gehört zur Provinz Surat Thani. Sie liegt östlich des Isthmus von Kra, etwa 35 Kilometer vom Festland entfernt, und ist zugleich Verwaltungssitz des Landkreises Ko Samui. Mit 233 km² ist sie nach Ko Phuket die zweitgrößte Insel Thailands. Sie misst an ihren breitesten Stellen etwa 26 Kilometer in der Länge und 21 Kilometer in der Breite. 2015 hatte sie 64.720 Einwohner, entsprechend 278 Einwohnern je km². Hauptort ist Ban Na Thon.
Ko Samui gehört zum Samui-Archipel mit etwa 60 weiteren Inseln. Dazu zählen Ko Pha-ngan, Ko Tao, Ko Nang Yuan und Ko Taen sowie die rund 40 Inseln des Nationalparks Ang Thong. Das Inselinnere besteht aus einer überwiegend von Sekundärwald bedeckten Berglandschaft. Sekundärwald ist Wald, der sich nach Eingriffen des Menschen neu entwickelt hat. Der ursprüngliche Urwald wurde bis auf wenige Reste für Plantagen abgeholzt. Höchster Punkt ist der 635 Meter hohe Khao Thai Kwai im Südwesten.
Eine Ringstraße verläuft größtenteils entlang der Küste; ihre Länge wird im Artikel einmal mit 51 und später mit 53 Kilometern angegeben. Fähren verbinden Ban Na Thon mit Surat Thani auf dem Festland und mit Nachbarinseln. Ko Pha-ngan ist auch von Mae Nam und Bo Phut aus erreichbar.
Bevölkerung, Geschichte und Religion
Nach Legenden war Ko Samui bereits vor 1500 bis 2000 Jahren zumindest zeitweise besiedelt. Chinesische Seefahrer sollen dort Trinkwasser aufgenommen und ihre Schiffe repariert haben. Auf Karten aus der Ming-Dynastie wurde die Insel 1687 erstmals unter dem Namen Pulo Cornam eingezeichnet. Vor der Küste gefundene Schiffswracks enthielten chinesische Keramik aus dem 17. Jahrhundert.
Im 18. Jahrhundert ließen sich Siedler von der chinesischen Insel Hainan dauerhaft nieder; später kamen Thais vom Festland hinzu. Anfang des 20. Jahrhunderts folgten muslimische Fischer aus den südlichen Provinzen Thailands. Durch die Vermischung verschiedener Bevölkerungsgruppen und das lange weitgehend eigenständige Leben entstand eine besondere örtliche Identität: Viele Einwohner verstehen sich nicht nur als Thai, sondern als Chao Samui, als „Volk von Samui“.
Die Mehrheit gehört dem Theravâda-Buddhismus an; der muslimische Bevölkerungsanteil beträgt 20 %. Beide Gruppen leben auf der Insel friedlich zusammen. Zu den bekannten religiösen Orten zählt der Wat Phra Yai mit einer vergoldeten, zwölf Meter hohen Buddha-Statue, die 1972 auf der vorgelagerten Insel Ko Fan errichtet wurde. Im Wat Khunaram befindet sich hinter Glas der mumifizierte Körper des Mönchs Luang Phor Daeng Payasilo. Er starb 1973 im Alter von 79 Jahren während der Meditation. Das älteste noch bewohnte Haus der Insel stammt aus dem Jahr 1850.
Landwirtschaft und traditionelle Wirtschaft
Vor der Entwicklung des Tourismus waren Fischfang und Palmenplantagen die wichtigsten Wirtschaftszweige. Die Plantagenerzeugnisse bilden auch weiterhin nach dem Tourismus die größte Einnahmequelle. Monatlich werden mehr als zwei Millionen Kokosnüsse exportiert; außerdem wird daraus Kopra hergestellt, also getrocknetes Kokosnussfleisch zur weiteren Verarbeitung.
Auch andere Teile der Kokospalme werden genutzt: Aus den Fasern entstehen Matten, das Holz dient als Bau- und Werkstoff für Alltagsgegenstände, und die Blätter werden teilweise zum Decken von Häusern verwendet. Weitere wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Durian und Rambutan.
Seit dem Sommer 2005 schädigt der Kokosnussblattkäfer Brontispa longissima die Palmen. Nach damaligen Angaben waren bereits 80 % befallen. Seit Ende Oktober 2005 wurden zur biologischen Bekämpfung eigens aus Vietnam eingeführte Wespen eingesetzt; innerhalb von zwei Jahren sollte der Befall damit unter Kontrolle gebracht werden.
Tourismus und seine Folgen
In den 1970er Jahren wurde Ko Samui zunächst von Aussteigern als Reiseziel entdeckt. Gegen Ende der 1980er Jahre nahm der allgemeine Ferntourismus zu. Entscheidend war die bessere Erreichbarkeit: Auf klimatisierte Busse und eigene Fähren folgte 1989 die Eröffnung des Flughafens Ko Samui. Dadurch wurde Pauschaltourismus möglich. Der Flug von Bangkok dauert etwa 70 Minuten. Der Artikel nennt rund 1,3 Millionen Touristen jährlich und etwa 30.000 Gästezimmer. Viele Einzelangaben dieses Abschnitts sind allerdings ausdrücklich als unzureichend belegt gekennzeichnet.
Nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004, der Phuket und Khao Lak stark traf, soll sich die Zahl der Pauschalreisenden auf Ko Samui nahezu verdoppelt haben. Die Insel blieb wegen ihrer Lage im Golf von Thailand von den Folgen des auslösenden Erdbebens unberührt. Besonders beliebt sind Chaweng, das touristische Zentrum, und Lamai im Osten sowie die weniger stark erschlossenen Buchten Mae Nam und Bo Phut im Norden. Ko Pha-ngan, Ko Tao und der Nationalpark Ang Thong sind häufige Ziele für Tagesausflüge. Gebäude dürfen in der Regel nur zweigeschossig und damit ungefähr „palmenhoch“ sein, um große Hotelbauten zu verhindern.
Der starke Tourismus bringt erhebliche Belastungen mit sich. Einheimische verloren nach eigenen Angaben Land an auswärtige Unternehmer. Kokospalmenhaine verschwanden, und Hotels oder Ferienanlagen erschweren teilweise den Zugang zu den eigentlich öffentlichen Stränden. Lebensmittel wurden stark teurer; Fleisch und Reis verteuerten sich laut Artikel innerhalb weniger Jahre um 300 %. Zugleich stieg der Wasserbedarf durch Gäste, Pools, Handtuchwäsche und Bewässerung, während infolge des Klimawandels weniger Niederschlag fällt. Viele Hotels lassen ihre Tanks per Lastwagen mit Brunnenwasser weniger Anbieter füllen.
Auch Verkehr und Gesundheitsversorgung stehen unter Druck. Genannt werden 10 bis 20 Flüge und mehr als 30 Autofähren pro Tag. Neben vier privaten Krankenhäusern gab es für 40.000 Einheimische und über 100.000 saisonale Arbeitskräfte ein staatliches Krankenhaus mit 166 Betten und elf Ärzten; zugleich entstanden bis 2014 viele Privatkliniken. Seit 2022 wird eine vierspurige Brücke zum Festland geplant. Insgesamt leidet Ko Samui inzwischen unter Übertourismus.
Tropisches Klima
Ko Samui besitzt ein feuchtes und wechselhaftes Tropenklima. Ganzjährig werden Temperaturen von über 30 °C gemessen, während das Meer nur selten kälter als 28 °C wird. Die mittlere Tageshöchsttemperatur beträgt 30,9 °C, die mittlere Tagestiefsttemperatur 25 °C und die durchschnittliche Wassertemperatur 28,1 °C.
Von Februar bis April ist das Meer ruhig; Regen fällt dann meist als kurzer, kräftiger Schauer am Nachmittag. Zwischen Mai und Ende September ziehen nachts gelegentlich Stürme über die Insel. Von November bis Mitte Dezember herrscht Regenzeit mit häufig starken Monsunregenfällen. Im Jahresmittel fallen 1920 mm Niederschlag an 168 Regentagen. Der November ist mit 526 mm der niederschlagsreichste, der Februar mit 33 mm der trockenste Monat. Durchschnittlich gibt es täglich 6,9 Sonnenstunden; die mittlere Luftfeuchtigkeit beträgt 84,8 %.
Umweltprobleme an Land und im Meer
Die Umwelt der Insel wird besonders durch Bebauung, Entwaldung, Fischerei, Abwasser und große Besucherzahlen belastet. Entwaldung fördert die Bodenerosion: Abgetragener Boden gelangt ins Meer und gefährdet zusammen mit dem Mangel an Kläranlagen die Korallenriffe. Weitere Belastungen entstehen durch kommerzielle Fischerei, die Entnahme von Tieren für Aquarien mithilfe der Cyanidfischerei, den Tourismus und steigende Wassertemperaturen. Die Riffe sind deshalb nicht nur bedroht, sondern zu großen Teilen bereits zerstört; an der Nord- und Westküste gibt es keine lebenden Riffe mehr.
Der Meereswissenschaftler Tom Goreau errichtete mit der Global Coral Reef Alliance vor Ko Samui ein künstliches Korallenriff. Dabei kam die von Wolf Hilbertz entwickelte Biorock-Technologie zum Einsatz.
Auch die Abfallentsorgung ist ein großes Problem. Unkontrollierte Müllberge beeinträchtigen Umwelt, Lebensqualität und touristische Attraktivität. Die städtische Müllverbrennungsanlage hat mit 140 Tonnen pro Tag bereits ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Bei weiter steigenden Besucherzahlen droht eine Überlastung. Unsachgemäß beseitigter Müll gelangt in Flüsse, Kanäle und ins Meer und verschmutzt Strände sowie das Inselinnere. Insgesamt erreichen laut Artikel jährlich etwa 2,6 Millionen Menschen Ko Samui per Flugzeug oder Schiff, überwiegend als Touristen; die damit verbundenen Abfallmengen und Eingriffe verstärken die ökologischen Probleme.