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Kleines Mausohr

Das Kleine Mausohr (Myotis blythii, Syn.: Myotis oxygnathus) ist eine Fledermaus-Art aus der Gattung der Mausohren (Myotis), die 1857 von Robert Fisher …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Kennzeichen
  2. 2. Verbreitungsgebiet
  3. 3. Lebensraum und Quartiere
  4. 4. Nahrung, Jagd und Fortpflanzung
  5. 5. Schutzstatus

Einordnung und Kennzeichen

Das Kleine Mausohr (Myotis blythii; Synonym: Myotis oxygnathus) ist eine Fledermausart der Gattung Mausohren (Myotis) aus der Familie der Glattnasen (Vespertilionidae). Es ähnelt stark dem etwas größeren Großen Mausohr.

Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt meist 62 bis 71 Millimeter, das Gewicht 15 bis 28 Gramm und die Spannweite 380 bis 400 Millimeter. Kennzeichnend sind die im Vergleich zum Großen Mausohr schmaleren, kürzeren und spitzer zulaufenden Ohren. Das Fell ist oben graubraun und unten grauweiß. Ohren, Schnauze und Flughäute sind hell graubraun, der Tragus – ein Hautfortsatz im Ohr – ist hell gelblich weiß.

Eine sichere Unterscheidung beider Mausohrarten auf dem europäischen Festland ist über die Länge der oberen Zahnreihe möglich: Beim Großen Mausohr beträgt sie 9,2 bis 10,4 Millimeter, beim Kleinen Mausohr 8,0 bis 9,2 Millimeter.

Verbreitungsgebiet

In Europa lebt das Kleine Mausohr in Südeuropa und im Mittelmeerraum. Es fehlt auf Korsika, Sardinien und Malta. Die nördliche Verbreitungsgrenze reicht bis Spanien, Südost-Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldawien. In Deutschland kommt die Art nicht vor; aus der Schweiz und Österreich sind bislang nur vereinzelte Funde bekannt.

In Kleinasien ist die Art weit verbreitet und kommt auch auf Zypern und Kreta vor. Das asiatische Verbreitungsgebiet reicht vom Nahen Osten über den Kaukasus bis nach Zentralasien.

Lebensraum und Quartiere

Die Art bewohnt wärmebegünstigte Gebiete mit lockeren Baum- und Buschbeständen, Parks und Karstgebieten, also Landschaften mit vielen Kalkfelsen und Höhlen. Sie kommt außerdem in Ortschaften vor und wurde bis in 1000 Meter Höhe nachgewiesen.

Die Wochenstuben, in denen Weibchen ihre Jungen aufziehen, liegen vor allem in warmen Höhlen; auch Dachböden werden genutzt. Solche Sommerquartiere können bis zu 5.000 Tiere beherbergen. Häufig bilden Kleine Mausohren Mischkolonien mit Langflügelfledermäusen, Hufeisennasen und Großen Mausohren. Selten nutzen einzelne Tiere Baumhöhlen.

Zum Überwintern dienen Höhlen und Stollen. Bei 6 bis 12 °C hängen die Tiere überwiegend frei. Die Art kann wandern; die weiteste nachgewiesene Wanderung betrug 600 Kilometer.

Nahrung, Jagd und Fortpflanzung

Kleine Mausohren fressen überwiegend Gliederfüßer. Eine Kotanalyse einer Kolonie in Bulgarien zeigte vor allem Insekten, besonders Zweiflügler, außerdem Laufkäfer und Heuschrecken. Spinnentiere und Schnecken machten jeweils nur 1 Prozent der Nahrung aus. Da viele Beutetiere im Gras oder nahe dem Boden leben, lesen die Fledermäuse sie meist im Rüttelflug von Grashalmen ab, nehmen sie vom Boden auf oder fangen sie gelegentlich in der Luft.

Sie jagen in der Dunkelheit oder in der späten Dämmerung. Ihr Flug ist gleichmäßig und langsam; auf engem Raum sind sie wendiger als Große Mausohren. Die Paarungszeit beginnt im Herbst und dauert wahrscheinlich bis ins Frühjahr. Männchen können einen Harem aus mehreren Weibchen haben. Weibchen bringen ein Junges zur Welt.

Ein 1999 in einer Schweizer Kirche gefundenes Tier war dort 33 Jahre zuvor beringt worden und gilt als älteste nachgewiesene Fledermaus Europas. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt jedoch nur 3 bis 4 Jahre.

Schutzstatus

Das Kleine Mausohr ist in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie der Europäischen Union aufgeführt. Es gilt damit als streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse; für seinen Erhalt müssen besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden.

Die IUCN stufte die Art 2016 als nicht gefährdet („Least Concern“) ein. Zwar sind in Teilen des Verbreitungsgebiets Rückgänge der Populationen gut dokumentiert, in anderen Gebieten ist die Art jedoch reichlich vorhanden und offenbar stabil. In den Roten Listen Österreichs und der Schweiz wird sie dagegen als „vom Aussterben bedroht“ beziehungsweise „stark gefährdet“ geführt.

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