Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kim Wilde

Kim Wilde (eigentlich: Kim Smith, * 18. November 1960 in Chiswick, West-London) ist eine britische Popsängerin. Sie ist das älteste Kind des …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Durchbruch und unterschiedliche Erfolge in Europa
  3. 3. Internationaler Höhepunkt und Rückgang in den 1990er-Jahren
  4. 4. Musikpause, Gartenarbeit und Rückkehr
  5. 5. Alben und Auszeichnungen

Überblick und Bedeutung

Kim Wilde, eigentlich Kim Smith (* 18. November 1960 in Chiswick, West-London), ist eine britische Popsängerin. Sie ist die älteste Tochter des Rock-’n’-Roll-Sängers Marty Wilde und übernahm dessen Künstlernamen. Ihre wichtigste Erfolgsphase lag vor allem zwischen 1981 und 1988. Zu ihren international bekannten Hits zählen Kids in America, Cambodia, You Keep Me Hangin’ On und You Came.

Ihre Karriere umfasst neben Popmusik auch Musical, Fernsehen, Gartenarbeit und journalistische Beiträge. Ab 1997 trat sie als ausgebildete Landschaftsgärtnerin in britischen Fernsehsendungen auf und schrieb Kolumnen. Seit 2006 steht wieder vorwiegend die Musik im Mittelpunkt.

Durchbruch und unterschiedliche Erfolge in Europa

1980 erhielt Wilde einen Vertrag bei RAK Records. Ihre erste Single Kids in America erschien im Januar 1981; Vater Marty und Bruder Ricky schrieben Musik und Text. Das Lied wurde in Europa, Australien und Asien ein internationaler Top-Five-Hit und erreichte in den USA Platz 25.

Das Debütalbum Kim Wilde erschien im Juni 1981 und enthielt die erfolgreichen Synthiepop-Titel Chequered Love und Water on Glass. Synthiepop ist Popmusik, die stark von Synthesizern geprägt wird. Für ihren Durchbruch erhielt Wilde 1983 den Best Female Vocalist Award der British Phonographic Industry; später folgten zwei weitere Nominierungen in dieser Kategorie.

Das zweite Album Select erschien im Mai 1982. In Großbritannien erreichten weder Album noch Singles die Top 10. In Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Skandinavien blieb sie jedoch erfolgreich: Cambodia und View from a Bridge wurden Top-Ten-Hits. Von Cambodia wurden allein in Frankreich eine Million Singles verkauft. Child Come Away verfehlte anschließend erstmals die britischen Top 40.

Auch die folgenden Jahre zeigten den Unterschied zwischen dem britischen Markt und Teilen Europas. Catch as Catch Can (Oktober 1983) war in Großbritannien ein Misserfolg, verkaufte sich aber in anderen europäischen Ländern gut; Love Blonde wurde besonders in Frankreich und Skandinavien ein Bestseller. Nach drei Alben bei RAK wechselte Wilde im Sommer 1984 zu MCA Records. The Second Time wurde im Herbst 1984 in Deutschland ein Top-Ten-Hit, während das Album Teases & Dares dort solide lief, aber in Großbritannien erneut wenig Erfolg hatte. Bei Tourneen 1983, 1985 und 1986 spielte sie in Großbritannien vor halbleeren Hallen, in Deutschland und Frankreich dagegen meist vor ausverkauften Häusern. In Frankreich erhielt sie den Beinamen „Bardot der Popmusik“.

Internationaler Höhepunkt und Rückgang in den 1990er-Jahren

Im Herbst 1986 gelang Wilde mit der Coverversion des Supremes-Klassikers You Keep Me Hangin’ On und dem Album Another Step ein internationales Comeback. Die Single wurde im Winter 1986/1987 in vielen europäischen Ländern ein Top-10-Hit, darunter Platz 2 in Großbritannien und der Schweiz sowie Platz 8 in Westdeutschland. Im Juni 1987 erreichte sie Platz 1 in den USA, Kanada und Australien. Da Wilde in den USA kaum auftrat, blieb dies dort ihr einziger großer Erfolg.

In Großbritannien folgten weitere Top-10-Platzierungen: das Duett Another Step (Closer to You) mit Junior Giscombe sowie die Weihnachts-Benefizsingle Rockin’ Around the Christmas Tree mit dem Comedian Mel Smith. Das Album Close brachte mit Hey Mr. Heartache, You Came, Never Trust a Stranger und Four Letter Word europaweit kommerzielle Erfolge; die letzten drei Titel erreichten die britischen Top Ten. Wegen ihrer wiedergewonnenen Popularität trat Wilde 1988 im Vorprogramm der Europatournee von Michael Jackson und 1990 bei David Bowie auf.

In den 1990er-Jahren ließ der internationale Erfolg nach. Love Moves (1990) verkaufte sich vor allem in Frankreich, Skandinavien und der Schweiz gut, Love Is (1992) noch schwächer. Can’t Get Enough (Of Your Love) erreichte 1990 Platz 21 in Frankreich. Love Is Holy (1992) und die Bee-Gees-Coverversion If I Can’t Have You (1993) waren ihre letzten Top-20-Titel in Großbritannien; If I Can’t Have You kam außerdem auf Platz 3 in Australien. Das Best-of-Album The Singles Collection 1981–1993 verkaufte sich 1993 in Europa und Australien sehr gut und zeigte die fortdauernde Beliebtheit ihrer früheren Lieder.

Musikpause, Gartenarbeit und Rückkehr

Nach dem Misserfolg des neunten Studioalbums Now & Forever (1995) spielte Wilde von Februar 1996 bis Februar 1997 in einer Londoner West-End-Produktion des Musicals Tommy. Ein 1998 aufgenommenes Album mit dem Titel The Promise, an dem Tony Swain beteiligt war, wurde wegen Lizenzschwierigkeiten mit einem Autor nicht veröffentlicht. In dieser Zeit wollte Wilde sich auch stärker um ihre Familie kümmern: 1996 heiratete sie Hal Fowler, 1998 wurde Sohn Harry Tristan geboren und 2000 Tochter Rose Elisabeth. Während ihrer ersten Schwangerschaft wandte sie sich wieder der Gartenarbeit zu. 2005 erschien ihr Buch Gardening with Children.

Das Best-of-Album The Very Best of Kim Wilde kam Ende 2001 heraus, unterschied sich aber kaum von der Sammlung von 1993. Die neue Single Loved erreichte in Deutschland nicht die Top 100, war in anderen europäischen Ländern jedoch erfolgreich. 2003 erzielte Wilde mit Nena und dem Duett Anyplace, Anywhere, Anytime einen Überraschungserfolg: Platz 3 in Deutschland sowie Platz 1 in den Niederlanden und Österreich.

Nach einem Vertrag mit EMI Deutschland erschien am 8. September 2006 Never Say Never, produziert von Uwe Fahrenkrog-Petersen. Es enthält acht neue Titel und sechs Neuinterpretationen ihrer Hits, darunter You Keep Me Hangin’ On mit Nena und Kids In America mit Charlotte Hatherley. Die Single You Came 2006 und das Album erreichten in Deutschland die Top 20; 2007 folgte eine Europatournee.

Mit Come Out and Play (27. August 2010) erreichte Wilde nach 22 Jahren wieder die Top 10 der deutschen Albumcharts. Snapshots (2011) bestand ausschließlich aus Coverversionen. 2018 veröffentlichte sie das von Ricky Wilde produzierte und in den RAK Studios in London aufgenommene 14. Studioalbum Here Come the Aliens mit zwölf Liedern. In der Diskografie ist außerdem Closer verzeichnet, veröffentlicht am 31. Januar 2025; es erreichte Platz 11 in Deutschland, Platz 14 in Österreich, Platz 10 in der Schweiz und Platz 27 im Vereinigten Königreich. 2025 trat Wilde beim Donauinselfest in Wien auf.

Alben und Auszeichnungen

Zu Wildes chartstärksten Studioalben zählen Kim Wilde (1981: Platz 1 in Deutschland und Platz 3 in Großbritannien), Close (1988: Platz 10 in Deutschland, Platz 7 in Österreich, Platz 8 in der Schweiz und in Großbritannien) sowie Come Out and Play (2010: Platz 10 in Deutschland und Platz 9 in der Schweiz). Close erhielt unter anderem Gold in Deutschland und Österreich, Platin in der Schweiz und in Großbritannien sowie einen European Platin Award 1988.

Weitere wichtige Auszeichnungen sind der Brit Award 1983 für „Best British Female“, vier Bravo Ottos als „Beste Sängerin“ von 1981 bis 1984, der Bambi 1993 für „Klassikerin des Jahres“ für The Single Collection sowie RSH-Gold 1996 in der Kategorie „Klassikerin des Jahres“. Hinzu kommen Rockbjören 1981 als „Best Female Singer“ in Schweden, der Diamond Award 1990 in Belgien und ein World Music Award 1990.

Weiterlesen