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Kausalsatz

Unter einem Kausalsatz (auch Begründungssatz) versteht man in der Grammatik einen Nebensatz, der den Grund für einen Sachverhalt im Hauptsatz näher …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Stellung im Satz
  2. 2. Weil und da
  3. 3. Unterschiede zwischen weil und da
  4. 4. Zumal als zusätzlicher Grund
  5. 5. Denn und umgangssprachliches weil

Grundidee und Stellung im Satz

Ein Kausalsatz, auch Begründungssatz, ist ein Nebensatz, der den Grund für einen Sachverhalt im Hauptsatz genauer angibt. Er gehört zu den Adverbialsätzen, also zu Nebensätzen, die nähere Umstände wie Grund, Zeit oder Art und Weise ausdrücken.

Im Deutschen werden Kausalsätze häufig mit den unterordnenden Konjunktionen, den sogenannten Subjunktionen, weil, da und zumal gebildet. Daneben können kausale Bedeutungsbeziehungen auch durch die Nebenordnung von Hauptsätzen ausgedrückt werden, zum Beispiel mit denn oder in der Umgangssprache mit weil und Verbzweitsatz.

Weil und da

Mit weil können zwei zutreffende Sachverhalte so verbunden werden, dass der weil-Satz den Grund für den Hauptsatz nennt: „Sie ging missmutig nach Hause, weil sie vergeblich gewartet hatte.“ Weil wird besonders dann verwendet, wenn der Grund nicht als bekannt vorausgesetzt werden kann oder besonderes Gewicht hat. Der weil-Satz steht dann oft als zweiter Teilsatz. Eine Voranstellung ist aber möglich: „Weil sie vergeblich gewartet hatte, ging sie missmutig nach Hause.“

Mit da wird ebenfalls ein Grund angegeben: „Sie ging missmutig nach Hause, da sie vergeblich gewartet hatte.“ Da wird meist verwendet, wenn der Grund bereits bekannt ist oder kein besonderes Gewicht hat. Ein da-Satz steht oft als erster Teilsatz: „Da sie vergeblich gewartet hatte, ging sie missmutig nach Hause.“

Unterschiede zwischen weil und da

Weil und da werden oft in gleicher Bedeutung verwendet. Beide können grundsätzlich den ersten oder den zweiten Teilsatz einleiten. Es gibt aber feste Unterschiede.

Auf eine direkte Frage mit „Warum?“ kann nur mit weil geantwortet werden: „Warum ging sie missmutig nach Hause?“ - „Weil sie vergeblich gewartet hatte.“ Eine Antwort mit da gilt hier als falsch.

Wenn der Hauptsatz Wörter wie besonders, darum, deshalb, deswegen oder vor allem enthält, wird die Wichtigkeit des Grundes betont; dann wird nur weil verwendet: „Sie ging vor allem deshalb missmutig nach Hause, weil sie vergeblich gewartet hatte.“

Wenn der nachgestellte Hauptsatz mit so eingeleitet wird, steht im ersten Teilsatz da: „Da sie vergeblich gewartet hatte, so ging sie missmutig nach Hause.“ Außerdem ergibt bei einer Umkehrung des Kausalverhältnisses nur da eine interpretierbare Aussage: „Da sie missmutig nach Hause ging, hatte sie vergeblich gewartet.“

Zumal als zusätzlicher Grund

Mit zumal wird einem bereits genannten oder als bekannt vorausgesetzten Grund ein zusätzlicher Grund hinzugefügt. Zumal wirkt verstärkend im Sinn von „vor allem weil“ oder „insbesondere weil“.

Beispiel: „Da die Verkäuferin beim letzten Mal sehr unfreundlich war, vermied sie es, den Laden zu betreten, zumal sie kein Geld bei sich hatte.“ Der erste Teilsatz nennt einen Grund; der letzte Teilsatz verstärkt ihn durch einen weiteren Grund. Wenn der eigentliche Grund als bekannt vorausgesetzt wird, kann zumal auch allein den ergänzenden Grund anschließen: „Sie vermied es, den Laden zu betreten, zumal sie kein Geld bei sich hatte.“

Zumal kann nicht im ersten Teilsatz verwendet werden: „Zumal sie kein Geld bei sich hatte, vermied sie es, den Laden zu betreten“ gilt als falsche Verwendung.

Denn und umgangssprachliches weil

Denn ist eine nebenordnende Konjunktion. Sie verbindet Hauptsätze mit Hauptsätzen; diese Konstruktion heißt Parataxe. Beispiel: „Sie ging missmutig nach Hause, denn sie hatte vergeblich gewartet.“ Bei denn kann der Grund nur im letzten Teilsatz stehen.

In der Umgangssprache wird weil auch als nebenordnende Konjunktion mit Verbzweitsatz verwendet: „Ich geh jetzt nach Hause, weil das dauert mir wirklich zu lang.“ Dabei steht das Verb wie im Hauptsatz an zweiter Stelle. Diese Konstruktion ist kein integrierter Nebensatz und kann nicht einfach ins Vorfeld gestellt werden: „Weil es wird mir jetzt echt zu kalt, gehe ich lieber nach Hause“ ist nicht korrekt.

Solche weil-Sätze erlauben auch kein Korrelatpronomen im Satzinneren, etwa in „Maria kam nur deshalb zu spät, weil sie konnte keinen Parkplatz finden“; diese Form gilt als falsch. Außerdem können sie nicht von einer Verneinung im Satzinneren erfasst werden. „Maria geht nicht auf die Party, weil sie will tanzen“ ist nur so zu verstehen, dass sie stattdessen anderswo tanzen will, nicht auf der Party.

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