Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kanon (2006)

Kanon ist eine Anime-Fernsehserie, die von Kyōto Animation im Jahr 2006 produziert wurde. Sie basiert auf der Handlung des gleichnamigen Computerspiels …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Handlung
  3. 3. Produktion und Gestaltung
  4. 4. Musikalische Bezüge
  5. 5. Veröffentlichung und Synchronisation
  6. 6. Rezeption

Überblick

Kanon ist eine japanische Anime-Fernsehserie aus dem Jahr 2006. Sie wurde vom Studio Kyōto Animation produziert und basiert auf dem gleichnamigen Computerspiel Kanon von Key/Visual Art’s. Die Serie ist eine Neuverfilmung der ersten Anime-Umsetzung von 2002. Sie gehört zum Genre Drama, umfasst 24 Episoden von jeweils etwa 24 Minuten und wurde vom 5. Oktober 2006 bis zum 15. März 2007 auf BS-i und TBS erstausgestrahlt.

Wichtig ist Kanon vor allem als Umsetzung eines erzählerisch verzweigten Computerspiels: Statt nur einen einzelnen Handlungsweg des Spiels auszuwählen, verbindet die Serie alle fünf Handlungsstränge zu einer zusammenhängenden Geschichte. Nach dem großen Erfolg von Die Melancholie der Haruhi Suzumiya wurden an diese Produktion hohe Erwartungen gestellt, die laut Artikel größtenteils erfüllt wurden.

Handlung

Im Mittelpunkt steht der Schüler Yūichi Aizawa. Weil seine Eltern im Ausland arbeiten, zieht er zu seiner Tante Akiko Minase und deren Tochter Nayuki. Yūichi hat vor sieben Jahren die Erinnerung an seine Kindheit verloren.

In der Geschichte begegnet Yūichi fünf Mädchen aus seiner Vergangenheit. Durch diese Begegnungen baut er Beziehungen zu ihnen auf und nähert sich nach und nach seinen verlorenen Erinnerungen. Die Serie übernimmt die Handlung weitgehend aus dem Computerspiel, verbindet aber dessen fünf einzelne Handlungsstränge zu einer gemeinsamen Erzählung.

Produktion und Gestaltung

Die Neuverfilmung entstand fast vier Jahre nach der ersten Anime-Serie. Ein Grund für die neue Umsetzung war die positive Aufnahme von Air, einer weiteren Adaption eines Key/Visual-Art’s-Spiels. Regie führte Tatsuya Ishihara, Hauptautor war Fumihiko Shimo. Die Handlung orientiert sich stark am Original und umfasst 24 Folgen. Durch die größere Episodenzahl konnten mehr Details aus dem Spiel umgesetzt werden. Das Character-Design übernahm Kazumi Ikeda weitgehend aus dem Computerspiel, ließ mehrere Figuren aber erwachsener wirken.

Technisch verwendete die Serie eine Mischung aus Zeichentrick und Computeranimation. Im Vorspann wurden die Figuren fast vollständig am Computer animiert, wodurch zum Beispiel fliegende Haare möglich wurden, aber auch einzelne Clippingfehler entstanden. In der Serie selbst sind die Figuren meist handgezeichnet; die Augen wurden jedoch am Computer erstellt und eingefügt. Hintergrund, fallender Schnee, Figuren, Lichteffekte und Vordergrundelemente wurden am Computer kombiniert. Dadurch waren flüssige Kameraschwenks und sanft fallender Schnee möglich, obwohl die Figuren mit geringerer Bildwiederholrate gezeichnet wurden.

Die Musik stammt von Jun Maeda, OdiakeS und Shinji Orito. Viele Stücke waren bereits auf den Alben Recollections, Re-feel und Ma-Na erschienen und wurden erneut verwendet. Die Titellieder Last regrets und Kaze no Tadoritsuku Basho wurden mit der Sängerin Ayana neu aufgenommen; beide waren ursprünglich 1999 auf dem Album Anemoscope veröffentlicht worden. Das Arrangement der gekürzten Vor- und Abspannfassungen übernahm Kazuya Takase von I’ve Sound.

Musikalische Bezüge

Mehrfach ist Johann Pachelbels Kanon und Gigue in D-Dur zu hören, dessen Melodie schon im Computerspiel verwendet wurde. Diese Verbindung zur klassischen Musik wird durch die Folgentitel unterstützt: Alle Einzelfolgen tragen englische Namen von Formen oder Spielarten klassischer Musik. Die erste Folge heißt zum Beispiel Hakugin no Jokyoku – overture und enthält den Begriff overture, auf Deutsch „Ouvertüre“.

Theron Martin von Anime News Network merkte an, dass der Titel Kanon sich vom musikalischen Begriff Kanon ableiten könne. Das würde auch erklären, warum die Folgen entsprechend benannt wurden. Neben musikalischen Anspielungen gibt es auch Bezüge zu früheren Werken von Key: Rumi Nanase aus One: Kagayaku Kisetsu e erscheint mehrfach in der Serie, spielt aber keine wichtige Rolle.

Veröffentlichung und Synchronisation

Am 25. August 2006 erschien Kanon Prelude, ein limitierter DVD-Teaser von Pony Canyon. Er enthielt Interviews mit den Produzenten, Versionen von Vor- und Abspann ohne Namenseinblendungen sowie Ausschnitte aus dem Anime. Die Fernsehausstrahlung lief in Japan vom 5. Oktober 2006 bis zum 15. März 2007. Im Abspann der letzten Folge wurde eine Anime-Umsetzung von Clannad angekündigt, das ebenfalls auf einem Spiel von Key basiert. Vom 1. Januar 2007 bis zum 1. August 2007 veröffentlichte Pony Canyon alle Folgen in Japan auf DVDs mit Regionalcode 2, sowohl regulär als auch als Sammleredition.

Für den englischsprachigen Raum wurde die Serie im September 2007 zunächst durch A.D. Vision für ADV Films lizenziert. Im Juli 2008 ging die Lizenz zusammen mit weiteren 30 Lizenzen an Funimation über. In den Vereinigten Staaten erschien ab dem 1. Januar 2008 die erste von sechs DVDs; jede enthielt vier Folgen und Extras wie Material zur Entstehung, Vor- und Abspann ohne Schrift sowie Vorschauen. Die englische Synchronisation wurde von JN Productions erstellt. Zusätzlich enthielten die DVDs die japanische Tonspur mit optionalen englischen Untertiteln. Die sechste DVD erschien am 1. August 2008. Außerdem wurde die Serie in Korea von Animax Korea ausgestrahlt und in China von Proware Multimedia International lizenziert. Am 16. Dezember 2009 erschien in Japan eine Blu-ray-Box mit englischen Untertiteln zum Preis von 62.580 ¥, etwa 480 €.

Zu den japanischen Sprecherinnen und Sprechern gehören Tomokazu Sugita als Yūichi Aizawa, Yui Horie als Ayu Tsukimiya, Mariko Kōda als Nayuki Minase, Mayumi Iizuka als Makoto Sawatari, Yukari Tamura als Mai Kawasumi, Akemi Satō als Shiori Misaka, Tomoko Kawakami als Sayuri Kurata und Yūko Minaguchi als Akiko Minase.

Rezeption

In der Kritik wurde zunächst der starke Moe-Faktor hervorgehoben. „Moe“ bezeichnet hier eine niedliche oder emotional ansprechende Darstellung von Figuren. Theron Martin von Anime News Network meinte, Kanon könne anfangs wie ein klischeehaftes „Harem-Fest“ wirken, also wie ein Anime, in dem ein männlicher Hauptcharakter von vielen weiblichen Figuren umgeben ist. Dieser Eindruck löse sich aber durch den ernsteren Inhalt auf. Die Serie werfe im Verlauf viele Fragen auf, die zunächst keinen Sinn zu ergeben scheinen, sich aber später auflösen. Dadurch entstehe Spannung, unterstützt durch die Bindung an die Figuren und deren dramatisch dargestellte Vergangenheit und Gegenwart.

Mehrere Kritiker bewerteten die Neuverfilmung besser als die erste Version. Stig Høgset von THEM Anime Reviews beschrieb sie als „Ein schönes Remake, das sich jedem und aller Probleme der ersten Fassung annahm.“ Gelobt wurden besonders die Animation, die stärkere Nutzung des Potentials der Handlung durch 24 Folgen und die Weiterentwicklung von Stilelementen aus Air. Als Schwächen wurden teils die Hintergründe und ein sehr niedliches Character-Design genannt, etwa Ayus Rucksackflügel. Auch das extreme „big eyes, small mouth“-Schema, also sehr große Augen und kleine Münder, könne Geschmackssache sein.

Die Musik von Jun Maeda wurde unterschiedlich aufgenommen. Einige beschrieben sie als stimmungsvoll und grandios, andere als zu nüchtern und wenig kreativ. Am Vorspanntitel Last regrets wurde eine starke Nähe zu Air bemängelt, während der Abspann Kaze no Tadoritsuku Basho frischer wirke.

Lernvideos zu Kanon (2006)

Weiterlesen