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Kaiserreich Haiti (1804–1806)
Kaiserreich Haiti (französisch Empire d'Haïti, Haitianisch-Kreolisch Anpi an Ayiti) war der Name des haitianischen Staates während seiner Konstitution als …
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Staat und Grunddaten
Das Kaiserreich Haiti (französisch: Empire d’Haïti; Haitianisch-Kreolisch: Anpi an Ayiti) war von 1804 bis 1806 ein monarchischer Staat im westlichen Teil der Insel Hispaniola. Hauptstadt war Port-au-Prince; Amtssprachen waren Französisch und Haitianisch. Die Staatsform war eine Wahlmonarchie: Das Staatsoberhaupt und zugleich Regierungschef war der Kaiser. Jakob I. regierte von 1804 bis 1806. Die Währung war die Haitianische Livre. Der Wahlspruch lautete „Liberté ou la Mort!“ („Freiheit oder Tod!“).
Entstehung, Herrschaft und Ende
Die frühere französische Kolonie Saint Domingue erklärte am 1. Januar 1804 ihre Unabhängigkeit von Frankreich und hieß fortan Haiti, zunächst „Hayti“. Am 22. September 1804 ließ sich Generalgouverneur Jean-Jacques Dessalines zum Kaiser ausrufen und nannte sich Jacques I., auf Deutsch Jakob I. Seine Krönung erfolgte am 6. Oktober 1804 durch den französischen Kapuzinerpater Jean-Baptiste-Joseph Brelle, den Dessalines dafür eigens zum Erzbischof ernannt hatte.
Frankreich erkannte den neuen Staat nicht an und beeinflusste andere Staaten entsprechend; auch die Vereinigten Staaten erkannten Haiti nicht an. Am 20. Mai 1805 verkündete Jakob I. die Verfassung. Sie war hauptsächlich von seinem Sekretär Juste Chanlatte und dem Historiker Louis Félix Mathurin Boisrond-Tonnerre entworfen worden. Der Kaiser durfte in dieser Wahlmonarchie seinen Thronfolger bestimmen. Anders als spätere Herrscher schuf Dessalines keine neue Adelsschicht.
Das Land wurde in sechs Militärbezirke eingeteilt, deren Generäle der Kaiser ernannte. Fast alle überlebenden Weißen mussten Haiti verlassen. Ausgenommen waren weiße Frauen sowie Deutsche und Polen, denen das Bürgerrecht verliehen worden war. Die zunehmend despotische Herrschaft des Kaisers führte zu Widerstand. Auf Befehl von General Henri Christophe und mit Billigung von General Alexandre Pétion wurde Jakob I. am 17. Oktober 1806 auf dem Weg nach Port-au-Prince in einem Hinterhalt getötet. Danach zerfiel das Land: Pétion herrschte im Süden, Christophe im Norden (Nord-Haiti).
Staatliche Organe
Den Kaiser unterstützten mehrere Organe. Der Staatsrat (Conseil d’Etat) war die Legislative, also die gesetzgebende Gewalt. Ihm gehörten die Generäle und einflussreiche Offiziere der Militärbezirke an. Juste Chanlatte war Staatssekretär und gehörte zum privaten Beraterkreis des Kaisers.
Die Exekutive, also die ausführende Regierungsgewalt, bestand aus zwei Ministerien: Das Ministère des finances et de l’intérieur unter General André Vernet war für Finanzen und Inneres zuständig. Das Ministère de la guerre et de la marine unter General Etienne-Elie Gérin leitete Krieg und Marine.
Verwaltung
Ein Dekret vom 18. Juli 1805 gliederte Haiti in sechs Divisionen beziehungsweise Militärbezirke. Jede Division bestand aus zwei Arrondissements. Gemeinden entsprachen den gleichnamigen Pfarrbezirken.
Die sechs Divisionen waren jeweils zwei Divisionen im Norden, Westen und Süden: Division du Nord, Division de l’Ouest und Division du Sud. Zu den Hauptorten gehörten unter anderem Port-au-Prince in der zweiten westlichen Division, Le Cap in der zweiten nördlichen Division, Limbé in der ersten nördlichen Division, Saint-Marc in der ersten westlichen Division, Les Cayes in der ersten südlichen Division und Anse-à-Veau in der zweiten südlichen Division. Die Verwaltungsgebiete umfassten neben Orten im heutigen Haiti auch Orte wie Santo-Domingo, San Juan, Azua, Higüey, Samana und Saint-Yague, das heute San Yago in der Dominikanischen Republik heißt.
Späteres zweites Kaiserreich
1849 rief Präsident Faustin Soulouque Haiti erneut zum Kaiserreich aus. Dieses zweite Kaiserreich Haiti bestand zehn Jahre lang bis 1859. Seither ist Haiti eine Republik.