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Jakob Josef Petuchowski
Petuchowski, war ein US-amerikanischer liberaler Rabbiner und Forschungsprofessor für jüdische Religion und Liturgie am Jewish Institute of Religion des Hebrew …
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Bedeutung und Profil
Jakob Josef Petuchowski, häufig Jakob J. Petuchowski, wurde am 30. Juli 1925 in Berlin geboren und starb am 12. November 1991 in Cincinnati. Er war ein US-amerikanischer liberaler Rabbiner und Forschungsprofessor für jüdische Religion und Liturgie am Jewish Institute of Religion des Hebrew Union Colleges in Cincinnati.
Für das Verständnis seiner Bedeutung sind besonders drei Bereiche wichtig: seine Arbeit als Rabbiner und Hochschullehrer, seine Forschung zu jüdischer Religion und Liturgie sowie sein Beitrag zum christlich-jüdischen Religionsdialog. Liturgie meint die geordneten Formen des religiösen Gebets und Gottesdienstes.
Herkunft und Ausbildung
Petuchowski wurde in Berlin als orthodoxer Jude erzogen. Im Mai 1939 verließ er Deutschland mit einem Kindertransport nach Schottland. Seine Mutter Recha Lucie Petuchowski, geborene Loewenthal (1898–1942), wurde in der Schoa im Ghetto Riga ermordet. Sein Vater Samuel Meir Sigmund Petuchowski war bereits 1928 gestorben.
Als Petuchowski nach Schottland kam, war er 14 Jahre alt und hatte an seiner Berliner Schule nur ein Jahr Englischunterricht gehabt. Nach seiner Schulzeit wurde er Rabbinatsstudent am Glasgow Rabbinical College. Neben seinem Psychologiestudium, das er 1947 an der University of London mit dem Bachelor of Arts abschloss, setzte er seine Jüdischen Studien privat fort. Unterricht erhielt er unter anderem von den bekannten Rabbinern Leo Baeck und Arthur Löwenstamm.
1948 wanderte Petuchowski in die USA aus und studierte am liberalen Hebrew Union College. Dort erhielt er 1952 einen Masterabschluss und wurde zum Rabbiner ordiniert. 1956 wurde er zum PhD promoviert.
Berufliche Laufbahn
Zwischen 1949 und 1955 arbeitete Petuchowski in Teilzeit als Rabbiner einer Gemeinde in Welch, West Virginia. Von 1955 bis 1956 war er Vollzeitrabbiner in Washington, Pennsylvania.
1956 kehrte er nach Cincinnati zurück, um am Hebrew Union College zu unterrichten. Im akademischen Jahr 1963/64 war er als Rabbiner und Gründungsdirektor für Judaistik an der neu eingerichteten Zweigstelle des Colleges in Jerusalem tätig. Diese Zweigstelle ist die einzige liberale Rabbinerausbildungsstätte in Israel. Als Gastdozent lehrte Petuchowski 1976/1977 im Theologischen Studienjahr Jerusalem.
Religionsdialog und Veröffentlichungen
Petuchowskis Mitarbeit am christlich-jüdischen Religionsdialog führte ihn von 1973 an mehrmals nach Deutschland. Der christlich-jüdische Religionsdialog bezeichnet den Austausch zwischen Christentum und Judentum, der gegenseitiges Verständnis fördern soll.
Einige seiner Werke erschienen in deutscher Sprache. Dazu gehörten die rabbinischen Geschichten Es lehrten unsre Meister (1979) und das Lexikon der jüdisch-christlichen Begegnung (1989). Die rabbinischen Geschichten las Petuchowski selbst für eine deutschsprachige Schallplattenaufnahme ein.
Zu seinen englischsprachigen Schriften zählen Ever Since Sinai (1961), Zion Reconsidered (1966), Prayerbook Reform in Europe (1968), Understanding Jewish Prayer (1972), Theology and Poetry (1978) und When Jews and Christians Meet (1986). Auf Deutsch erschienen außerdem Melchisedech: Urgestalt der Ökumene (1994 postum) und Mein Judesein. Wege und Erfahrungen eines deutschen Rabbiners (1999 postum).
Familie und Ehrung
Jakob Petuchowski heiratete am 28. November 1946 Elizabeth Mayer, eine aus Bochum stammende Germanistin und spätere Hochschullehrerin. Sie wurde am 10. November 1924 als Elisabeth Mayer geboren und konnte im Juli 1939 zusammen mit ihrer Mutter aus Deutschland fliehen. Das Ehepaar hatte drei Söhne: Samuel, Aaron und Jonathan.
1996 erhielt Jakob Josef Petuchowski postum die Buber-Rosenzweig-Medaille. Postum bedeutet, dass eine Ehrung nach dem Tod einer Person verliehen wird.