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Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung

Das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) in Halle (Saale) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Aufbau
  3. 3. Aufgaben und Arbeitsformen
  4. 4. Forschungsschwerpunkte
  5. 5. Forschungsbibliothek

Profil und Bedeutung

Das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA) in Halle (Saale) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Es betreibt geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung zur europäischen Kultur- und Geistesgeschichte der Aufklärungszeit. Dabei untersucht es insbesondere, wie Ideen und Kulturmuster des 18. Jahrhunderts zur Entstehung moderner westlicher Gesellschaften beitrugen.

Beteiligt sind unter anderem Geschichte, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Philosophie, Theologie und Musikwissenschaft. Durch diese interdisziplinäre Arbeitsweise werden Fragestellungen aus mehreren wissenschaftlichen Fächern miteinander verbunden.

Entstehung und Aufbau

1987 begann der Hallesche Romanist Ulrich Ricken mit Vorbereitungen für eine „Internationale Forschungsstätte Europäische Aufklärung“. Vorbild war die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel. Nach der politischen Wende wurde das IZEA 1990 als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der MLU gegründet und 1993 in seiner heutigen Form konstituiert.

Die Leitung liegt beim Geschäftsführenden Direktor, der im Einvernehmen mit einem Direktorium arbeitet. Dieses besteht aus Professorinnen und Professoren verschiedener Disziplinen, darunter Anglistik, Evangelische Theologie, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Musikwissenschaft, Osteuropäische Geschichte, Philosophie, Religionswissenschaft und Romanistik. Außerdem unterstützt ein internationaler Beirat die Arbeit des Zentrums. Zur Leitung enthalten die Angaben unterschiedliche Namen: In den allgemeinen Einrichtungsdaten wird Élisabeth Décultot genannt, während der Abschnitt zur Organisation Daniel Fulda als derzeitigen Geschäftsführenden Direktor bezeichnet.

Finanziert wird das IZEA durch die MLU Halle-Wittenberg und durch Drittmittel, also Gelder, die zusätzlich von externen Förderern eingeworben werden. Sein Sitz ist die 1896 erbaute Rote Schule. Dort befand sich früher die Höhere Mädchenschule der Franckeschen Stiftungen. Im selben Gebäude arbeiten auch Stellen der Alexander von Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer sowie des Immanuel-Kant-Forums.

Aufgaben und Arbeitsformen

Die Hauptaufgabe des IZEA ist die Erforschung der europäischen Kultur- und Geistesgeschichte während der Aufklärung. Dazu betreibt das Zentrum sowohl Einzelforschung als auch interdisziplinäre Gemeinschaftsprojekte.

Weitere Arbeitsbereiche sind:

  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Stipendien
  • Organisation von Tagungen, Workshops und Vortragsreihen
  • Veröffentlichung wissenschaftlicher Publikationsreihen, besonders der „Halleschen Schriften zur Europäischen Aufklärung“ und der „Kleinen Schriften des IZEA“
  • Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen im In- und Ausland, die ähnliche Ziele verfolgen
  • Wissenstransfer in die Gesellschaft, also die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Universität hinaus

Die Publikationen behandeln sowohl grundlegende Themen als auch aktuelle Forschungsfragen zur Aufklärungszeit.

Forschungsschwerpunkte

Das zuletzt 2015 aktualisierte und erweiterte Forschungsprogramm gliedert sich in vier Forschungsbereiche mit insgesamt sieben Forschungsfeldern. Es verbindet Forschungsprojekte mit Editionsprojekten, die historische Quellen wissenschaftlich erschließen und veröffentlichen.

Untersucht werden die Universitäts-, Gesellschafts- und Kommunikationsgeschichte des 18. Jahrhunderts sowie Anthropologie, Ästhetik, Kultur- und Wissenstransfer, Gelehrtenkultur und literarische Repräsentationsformen. Hinzu kommen die Entwicklung von Kulturmustern, die Aufklärung in globaler Vernetzung und das Gartenreich Dessau-Wörlitz. Dadurch betrachtet das IZEA die Aufklärung sowohl in ihren europäischen Zusammenhängen als auch in ihren weltweiten Beziehungen.

Forschungsbibliothek

Die Bibliothek des IZEA ist eine Zweigbibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt (ULB). Sie befindet sich in der ehemaligen Aula der Roten Schule und ist als Freihandbibliothek organisiert, sodass ein großer Teil der Bücher unmittelbar zugänglich ist.

Der Bestand umfasst derzeit etwa 43.000 Bände zur Europäischen Aufklärung. Dazu gehören Quellenliteratur, Quelleneditionen, Bibliografien, Handbücher und Forschungsliteratur. Rund 18.000 Bände mit Quellenliteratur wurden aus den Magazinbeständen der ULB in der Bibliothek aufgestellt. Einen besonderen Sammlungsschwerpunkt bilden die Geschichte der Wissenschaft und die Geschichte der Gelehrsamkeit.

Der gesamte Bestand ist im Online-Katalog OPAC der ULB sowie im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) verzeichnet und kann dort recherchiert werden.

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