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Institut français Hamburg
Es bietet unter anderem Sprachkurse für ungefähr 800 Sprachschüler, Infomaterial zu deutsch-französischen Organisationen und kostenlose Beratung zu …
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Aufgabe und Einordnung
Das Institut français Hamburg ist die offizielle französische Kulturvertretung in Hamburg. Es gehört zum weltweiten Netzwerk von mehr als 200 Einrichtungen, die dem französischen Außenministerium unterstehen. Seine Arbeit soll französische Sprache und Kultur vermitteln und die deutsch-französische Zusammenarbeit fördern.
Zum Angebot gehören Sprachkurse für ungefähr 800 Sprachschüler, Informationsmaterial zu deutsch-französischen Organisationen, kostenlose Beratung zu Französischkursen, Diplomen und zur Kooperation mit Schulen und Universitäten, eine Mediathek sowie zahlreiche Kulturveranstaltungen.
Entstehung und Entwicklung
Das Institut français Hamburg wurde 1951 vom damaligen französischen Botschafter in Deutschland, André François-Poncet, gegründet. Hintergrund war der Wunsch, nach dem Zweiten Weltkrieg friedliche deutsch-französische Beziehungen zu fördern.
Das Institut befindet sich seit seiner Gründung in der Heimhuder Straße 55. Dort hat inzwischen auch das französische Konsulat seinen Sitz. 2009 fusionierte das Institut français Hamburg mit 10 anderen französischen Kulturinstituten in Deutschland und ist seitdem Teil des Institut français d'Allemagne.
Seit 2004 leitet der französische Generalkonsul zugleich das Institut français Hamburg. Zu den Direktoren gehörten unter anderem Michel Foucault von 1958 bis 1960, Laurent Toulouse von 2016 bis 2022 und seit 2022 Valérie Lübken.
Kulturveranstaltungen
Ein wichtiger Arbeitsbereich des Instituts ist die Kulturarbeit. Es organisiert Veranstaltungen aus Literatur, Musik, Film, Bühne, bildender Kunst sowie Debatten und Vorträge. Ziel ist es, französische Kultur in Hamburg sichtbar zu machen und Begegnungen zwischen französischen Kulturschaffenden und dem Hamburger Publikum zu ermöglichen.
Im Bereich Literatur lud das Institut zum Beispiel Frédéric Beigbeder, Marie-Sabine Roger, Amin Maalouf, Leila Marouane und Elisabeth Badinter nach Hamburg ein, die aus neuen Werken lasen. In der Musik reichten die Gäste von klassischer Musik wie dem Orchestre de Paris, dem Komponisten Yann Tiersen und dem Pianisten Philippe Bianconi bis zu Gruppen und Künstlern wie Caravan Palace, Nouvelle Vague, Phoenix, Cocoon, Berry, Soprano und Khaled. Außerdem organisierte das Institut die Fête de la Musique und das bretonische Fest Noz in Hamburg.
Auch Film spielt eine große Rolle. Einige Filme werden kostenlos im Institut gezeigt, die meisten anderen im benachbarten Abaton-Kino. Genannt werden unter anderem „Bienvenue chez les Ch'tis“, „Le Concert“, „Le petit Nicolas“ und „La tête en friche“ („Das Labyrinth der Wörter“). Das Institut beteiligt sich regelmäßig an Cinéfête, einem Festival mit ausgewählten französischen Filmen mit deutschen Untertiteln, sowie am Filmfest Hamburg.
Bei Debatten und Vorträgen behandelt das Institut aktuelle Themen auf Deutsch oder Französisch. Beispiele sind der Vertrag von Lissabon, das Stadtentwicklungsprojekt Lyon Confluence im Vergleich zur HafenCity, das französische Bildungssystem von der Maternelle bis zur Hochschule und die Kultur des Weins. Im Bereich Bühne und Kunst half das Institut unter anderem bei Veranstaltungen zur Oper „Iphigénie en Tauride“, beim Stück „BigBang“ von Philippe Quesne, beim Rahmenprogramm zur Matisse-Ausstellung des Bucerius Kunst Forums 2009 und bei einer Ausstellung des französischen Künstlers Youssef Tabti.
Französisch lernen und Medien nutzen
Sprachkurse gehören zu den Kernaufgaben des Institut français Hamburg. Die Kurse richten sich nach dem „Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen“ des Europarats. Dieser beschreibt sechs Kompetenzstufen von A1 bis C2, also vom Anfänger- bis zum sehr fortgeschrittenen Niveau.
Zum Nachweis von Französischkenntnissen können verschiedene Zertifikate erworben werden. Dazu gehören DELF-Zertifikate von A1 bis B2 („Diplôme d'Etudes en langue française“) und DALF-Zertifikate für C1 und C2 („Diplôme approfondi de langue française“). Weitere Angebote sind DELF Prim für Kinder von 8 bis 12 Jahren, DELF Pro für berufsrelevantes Französisch und Diplome der Pariser Industrie- und Handelskammer (CCIP) für fachsprachliche Kenntnisse. Mit dem „Test de connaissance du français (TCF)“ kann das eigene Sprachniveau bewertet werden.
Das Kursangebot umfasst Einzel- und Gruppenkurse, allgemeinsprachliche und fachsprachliche Kurse, wöchentliche Kurse und Intensivkurse sowie Angebote für Privatpersonen und Unternehmen. Je nach Niveaustufe werden Wortschatz, Grammatik sowie mündlicher und schriftlicher Ausdruck geübt. Beispiele für fachsprachliche Kurse sind Wirtschafts- und Verhandlungsfranzösisch, Französisch für den Tourismus-Bereich, Bürokommunikation auf Französisch und interkulturelles Training. Alle Sprachkurse werden von qualifizierten Muttersprachlern abgehalten.
Die Mediathek des Instituts enthält etwa 7000 Medien in französischer Sprache. Dazu zählen DVDs und CDs, zeitgenössische Literatur, Zeitungen und Zeitschriften, Fachliteratur zu gesellschaftskundlichen Themen sowie Comics. Alle Titel sind im Onlinekatalog verzeichnet, der Bestand wird regelmäßig aktualisiert. Die Mediathek ist von Montag bis Freitag geöffnet, die Mitgliedschaft ist kostenlos.
Schulen und Jugendliche
Das Institut français Hamburg arbeitet eng mit Schulen und lokalen Schulbehörden in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Ein wichtiges Beispiel ist Cinéfête, das vor allem Schülerinnen und Schülern französisches Kino und die französische Sprache näherbringen soll.
Außerdem betreut oder unterstützt das Institut Projekte und Wettbewerbe wie den „Prix des lycéens allemands“ mit feierlicher Verleihung auf der Leipziger Buchmesse, „Francomusiques“, bei dem Schülerinnen und Schüler einen eigenen Song auf Französisch schreiben, und „Francomics“, bei dem sie ihren französischen Lieblingscomic auswählen und ihre Entscheidung kreativ begründen. Das Projekt „Francomics“ findet alle zwei Jahre statt.
Das Institut feiert außerdem den „deutsch-französischen Tag“ und den „Tag der Frankophonie“. 2010 und 2011 lud es zu diesem Anlass mehr als 300 Schülerinnen und Schüler verschiedener Hamburger Schulen ins Hamburger Völkerkundemuseum ein. Es unterstützt Städte- und regionale Partnerschaften, arbeitet mit der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer zusammen, organisiert Lehrerfortbildungen und stellt pädagogisches Material bereit.
Zusätzlich besteht eine Zusammenarbeit mit FranceMobil, dem Gegenstück zu DeutschMobil. Die Initiative wurde von der französischen Botschaft in Deutschland und der Robert Bosch Stiftung gegründet. Der Referent für Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern besucht Schulen und bringt Schülerinnen und Schülern die französische Sprache auf spielerische Weise näher.
Zusammenarbeit mit Hochschulen
Für den Hochschulbereich ist das Bureau de Coopération Universitaire des Institut français Hamburg zuständig. Es soll die Hochschulbeziehungen zwischen Frankreich und Norddeutschland stärken.
Der Arbeitsbereich umfasst die Bundesländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Das Bureau arbeitet mit der Deutsch-Französischen Hochschule zusammen, fördert deutsch-französische Doppeldiplome und berät Studieninteressierte zu bestehenden Studiengängen.