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Informatiker

Informatiker ist eine allgemeine Berufsbezeichnung für Personen, die im Bereich der Informationstechnik (IT) tätig sind, dort forschen oder die Erkenntnisse …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Berufsbild und Tätigkeiten
  2. 2. Entwicklung und Ausbildung in Deutschland
  3. 3. Berufswege in Österreich und der Schweiz
  4. 4. Frauenanteil und Führungspositionen

Berufsbild und Tätigkeiten

Informatiker ist eine allgemeine Berufsbezeichnung für Personen, die in der Informationstechnik (IT) arbeiten, forschen oder Erkenntnisse der Informatik anwenden. Zu den typischen Tätigkeiten gehören Softwareentwicklung und Systemanalyse. Dabei gibt es unterschiedliche Schwerpunkte: Manche Informatiker befassen sich ausschließlich mit theoretischen Problemen, während Softwareentwickler und Informationstechniker praktische Probleme in einem konkreten Anwendungskontext lösen.

Entwicklung und Ausbildung in Deutschland

Die moderne Datenverarbeitung entstand aus der Verarbeitung großer Datenmengen. Bis etwa 1965 wurden rund 1700 Programmiersprachen entwickelt. Seit der Entwicklung von Algol 60 (1958–1963) war der Übersetzerbau, also die Entwicklung von Programmen zur Übersetzung von Programmiersprachen, ein Schwerpunkt der Informatik. Im Wintersemester 1969/70 führte die Universität Karlsruhe, heute Karlsruher Institut für Technologie, als erste bundesdeutsche Hochschule ein Informatikstudium ein, das zum Grad „Diplom-Informatiker“ führte.

Heute können Hochschulabsolventen die akademischen Grade Diplom, Bachelor oder Master erwerben. Das Studium bildet unter anderem für anwendungsorientierte Berufe wie Softwareentwickler aus; ein Master- oder Diplom-Abschluss kann außerdem für eine Forschungslaufbahn in Wissenschaft oder Industrie qualifizieren. An Berufsakademien, Berufsfachschulen und Berufskollegs ist der Abschluss Staatlich geprüfter Informatiker möglich. Einige Berufsakademien verleihen die staatliche Abschlussbezeichnung Diplom (BA), die kein akademischer Grad ist. Der Bachelor of Science (B.Sc.) wird üblicherweise an Universität oder Fachhochschule erworben. Ein weiterer anerkannter Ausbildungsberuf ist Fachinformatiker.

Die Gesellschaft für Informatik vertritt mit rund 20.000 Mitgliedern Interessen von Informatikern. Selbständig Tätige können sich im Deutschen Bundesverband Informationstechnologie für Selbständige (DBITS) organisieren.

Berufswege in Österreich und der Schweiz

In Österreich führen ein Informatikstudium, der Abschluss einer Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) oder eine Lehre als Informationstechnologe in den Beruf. Die Lehrabschlussprüfung wird von der örtlichen Wirtschaftskammer durchgeführt. Für die Anmeldung sind ein Lehrverhältnis, das Abschlusszeugnis der Berufsschule und der Nachweis der Prüfungsgebühr nötig; eine außerordentliche Zulassung, etwa im zweiten Bildungsweg oder bei Lehrplatzverlust, ist möglich. Die Prüfung hat einen theoretischen und einen praktischen Teil. Wurde die letzte Berufsschulklasse nicht erfolgreich abgeschlossen, ist zusätzlich ein schriftlicher Prüfungsteil abzulegen.

In der Schweiz heißt der mit dem deutschen Fachinformatiker vergleichbare Ausbildungsberuf Informatiker EFZ. Ein Beispiel ist der Titel „Informatiker EFZ Fachrichtung Systemtechnik“. Außerhalb des Hochschulbereichs gibt es unter anderem die Abschlüsse dipl. Wirtschaftsinformatiker HF und dipl. Techniker HF Informatik sowie eidgenössische Fachausweise für Informatiker, ICT-Applikationsentwickler, ICT-System- und Netzwerktechniker und Wirtschaftsinformatiker. Eine Höhere Fachprüfung kann zum Titel Informatiker mit eidg. Diplom führen.

Frauenanteil und Führungspositionen

Der Berufsbereich gilt als klassische Männerdomäne. Der Frauenanteil bei Ausbildung und Berufsausübung lag 2010 in den drei deutschsprachigen Ländern unter 29 %.

Der Soziologe Michael Hartmann untersuchte 1994 die Aufstiegschancen in Führungspositionen. Rückblickend stellte er fest, Informatikern sei bis zum Beginn der 1990er Jahre „nur in einem deutlich unterdurchschnittlichen Maße der Aufstieg ins Management gelungen“. Die wenigen Aufsteiger stammten laut Untersuchung aus oberen Gesellschaftsschichten, etwa aus Unternehmer-, Manager- oder höheren Beamtenfamilien. Als zentrales Auswahlkriterium galt „Führungsfähigkeit“, die Informatikern im Untersuchungszeitraum geringer zugeschrieben wurde als beispielsweise Juristen oder Ingenieuren. Dies erklärte ihre vergleichsweise geringe Vertretung im Management.

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