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Gesellschaft für Informatik
Gesellschaft für Informatik ; 1969 · Bonn · Interessenvertretung der Informatiker in Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Gesellschaft und Politik.
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Aufgabe und Bedeutung
Die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Bonn. Sie wurde 1969 gegründet und vertritt die Interessen der Informatik im deutschsprachigen Raum gegenüber Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Gesellschaft und Politik. Sie fördert Informatik in Forschung, Lehre und Anwendung sowie die fachliche Weiterbildung.
Im September 2024 hatte die GI etwa 17.000 Mitglieder, darunter mehr als 250 korporative Mitglieder, also Unternehmen und andere Organisationen, sowie 1.000 Studierende. Die davon abweichende Angabe von etwa 20.000 Mitgliedern bezieht sich auf das Jahr 2018. Teile der zugrunde liegenden Darstellung sind laut Artikel nicht hinreichend belegt und werden als Selbstdarstellung kritisiert.
In mehr als 130 fachlich und über 30 regional organisierten Gruppen wurden nach dem Stand von Januar 2018 Erfahrungen aus Forschung und Praxis ausgetauscht. Die Gruppen bieten herstellerneutrale Weiterbildung an, beraten ihre Mitglieder und entwickeln Positionen gegenüber Politik und gesellschaftlichen Gruppen. Die GI berät außerdem Bundes- und Landesregierungen, Ministerien, Behörden und Parlamente zu Informatik und Informationsverarbeitung.
Mit DevCamps, dem informatiCup, dem Informatik-Biber und dem Jugendwettbewerb Informatik will sie das Verständnis und Interesse an Informatik stärken, Nachwuchs fördern und Leistungen würdigen. Neben ihrer Bonner Geschäftsstelle unterhält sie seit dem 29. November 2012 ein Hauptstadtbüro in Berlin.
Fachliche Organisation
Die GI gliedert ihre fachliche Arbeit in 14 Fachbereiche. Diese sind weiter in Fachausschüsse, Fachgruppen und Arbeitskreise unterteilt:
• Grundlagen der Informatik (GInf) • Künstliche Intelligenz (KI) • Softwaretechnik (SWT) • Mensch-Computer-Interaktion (MCI) • Datenbanken und Informationssysteme (DBIS) • Technische Informatik (TI) • Informatik in den Lebenswissenschaften (ILW) • Graphische Datenverarbeitung (GDV) • Wirtschaftsinformatik (WI) • Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung (RVI) • Informatik und Ausbildung beziehungsweise Didaktik der Informatik (IAD) • Informatik und Gesellschaft (IUG) • Sicherheit – Schutz und Zuverlässigkeit (SICHERHEIT) • Betriebssysteme, Kommunikationssysteme und Verteilte Systeme (SYS)
Entsprechend der Gliederung der International Federation for Information Processing (IFIP) heißt ein Fachbereich auf Englisch „technical committee“ (TC), eine Fachgruppe „special interest group“ (SIG) und ein Arbeitskreis „working group“ (WG).
Leitung und Gremien
Die GI wird von einem vierköpfigen Vorstand geleitet. Er besteht aus dem Präsidenten oder der Präsidentin und drei Vizepräsidentinnen beziehungsweise Vizepräsidenten. Zusammen mit bis zu drei weiteren Mitgliedern bildet dieses Leitungsteam den erweiterten Vorstand, der zugleich Teil des Präsidiums ist.
Zum Präsidium gehören außerdem die Sprecherinnen und Sprecher der 14 Fachbereiche, zwei Vertretungen der Regionalgruppen, drei Vertretungen der assoziierten Gesellschaften, 14 weitere Präsidiumsmitglieder und die Geschäftsführung.
Dem Vorstand gehörten 2026 Präsident Martin Wolf, Vizepräsidentin Nadine Bergner, Vizepräsident Friedrich Steimann und Vizepräsidentin Katharina Weitz an. Wolfgang Glock und Ina Schieferdecker waren als gewählte Präsidiumsmitglieder ebenfalls Teil des Vorstands. Als Geschäftsführer werden Daniel Krupka und Cornelia Winter genannt.
Tagungen und Auszeichnungen
Die GI veranstaltet regelmäßig Fachtagungen. Ihre Jahrestagung INFORMATIK entsteht in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industriepartnern, wechselt Standort und Schwerpunkt und behandelt traditionell das gesamte Spektrum der Informatik. Bei der 53. Jahrestagung im Jahr 2023 wurde das Konzept zu einem Informatik-Festival weiterentwickelt.
Einzelne Fachbereiche organisieren eigene Veranstaltungsreihen. Die Fachtagung Informatik und Schule (INFOS) findet seit 1984 alle zwei Jahre statt. Der Fachbereich Datenbanken und Informationssysteme organisiert seit 1985 die BTW-Reihe zu Datenbanksystemen für Business, Technologie und Web. Seit 2001 veranstaltet der Fachbereich Mensch-Computer-Interaktion die Reihe Mensch und Computer. Die Deutsche Jahrestagung für Künstliche Intelligenz wird seit 1975 organisiert und hieß bis 1992 „German Workshop on Artificial Intelligence“; sie zählt damit zu den ältesten KI-Konferenzreihen.
Alle zwei Jahre verleiht die GI die Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik. Personen mit besonderen Verdiensten um Informatik und GI können als GI-Fellow ausgezeichnet werden; für herausragende junge Personen gibt es die Auszeichnung Junior-Fellow. Als Ehrenmitglieder nennt der Artikel Konrad Zuse, Friedrich Ludwig Bauer, Wilfried Brauer, Günter Hotz, Joseph Weizenbaum, Gerhard Krüger und Heinz Schwärtzel.
Nationale und internationale Zusammenarbeit
Die GI ist Mitglied der International Federation for Information Processing (IFIP), des Council for European Professional Informatics Societies (CEPIS) und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Sie besitzt Sitz und Stimme im Stiftungsrat der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring.
Sie ist unter anderem Gesellschafterin des Leibniz-Zentrums für Informatik auf Schloss Dagstuhl und des Fachinformationszentrums Karlsruhe. Gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Max-Planck-Institut für Informatik trägt sie die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Bundesweiten Informatikwettbewerbe.
Assoziiert sind die Österreichische Computer Gesellschaft, die Schweizer Informatik Gesellschaft, die Gesellschaft für Informatik in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sowie das German Chapter of the ACM. Weitere Kooperationen bestehen unter anderem mit BITKOM, VDE und VDI in Deutschland, ACM und IEEE in den USA sowie der British Computer Society in Großbritannien.