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Immigration Act of 1924

Der Immigration Act of 1924, auch als National Origins Act, Asian Exclusion Act oder Johnson-Reed Act bekannt, war ein Bundesgesetz der USA, das die Anzahl …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Gesetz, Quoten und Zielrichtung
  2. 2. Ausschlüsse und Folgen der festen Kontingente
  3. 3. Flucht aus Deutschland und verschärfte Visa-Verfahren
  4. 4. Quota-Visa und Ausnahmen für besonders Gefährdete
  5. 5. Flüchtlingshilfe und einwanderungsfeindliche Stimmung

Gesetz, Quoten und Zielrichtung

Der Immigration Act of 1924 war ein Bundesgesetz der USA. Er wird auch National Origins Act, Asian Exclusion Act oder Johnson-Reed Act genannt. Er begrenzte die jährliche Einwanderung aus jedem Land auf 2 % der bereits aus diesem Land stammenden Bevölkerung in den USA. Grundlage war die Volkszählung von 1890.

Das Gesetz ersetzte den Emergency Quota Act von 1921. Es sollte vor allem die seit den 1890er Jahren starke Einwanderung aus Süd- und Osteuropa weiter einschränken. Zugleich sollte es nach Darstellung des Artikels den ethnischen status quo erhalten und Konkurrenz durch fremde Arbeiter vermeiden. Einige Befürworter waren von Madison Grant und dessen Buch The Passing of the Great Race (1916) beeinflusst; Grant vertrat Eugenik und Rassenhygiene. Das Gesetz erhielt starke Unterstützung im Kongress: Im Senat gab es nur 8 Gegenstimmen. Emanuel Celler, Vertreter aus Brooklyn, gehörte zu den entschiedenen Gegnern und setzte sich später über Jahrzehnte für die Aufhebung ein.

Ausschlüsse und Folgen der festen Kontingente

Neben den Quoten schloss das Gesetz asiatische Arbeiter aus, besonders chinesische Immigranten, deren Einreise bereits seit dem Chinese Exclusion Act von 1882 untersagt war. Ostasiaten und Indern wurde die Immigration vollständig untersagt. Betroffen waren unter anderem Menschen aus Japan, China, den Philippinen, Laos, Siam (Thailand), Kambodscha, Singapur, Korea, Vietnam, Indonesien, Burma (Myanmar), Indien, Ceylon (Sri Lanka) und Malaysien. Das Gesetz verstärkte außerdem die Wirkung der Alien Land Acts einiger westlicher Bundesstaaten, die japanische Amerikaner am legalen Landbesitz hinderten. Für Einwanderung aus Lateinamerika wurden keine Grenzen festgelegt.

Die Auswirkungen der Quoten waren erheblich: Nach 1900 wanderten jährlich etwa 200.000 Italiener ein; mit den Quoten von 1921 waren nur noch 4.000 pro Jahr zulässig. Die Regelung von 1924 begrenzte die Gesamteinwanderung auf jährlich 164.667 Personen, darunter 51.227 Plätze für deutsche Immigranten. Nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurde die Gesamtzahl auf 153.879 jährlich reduziert. Die deutsche Quote sank auf 25.957, während die Quote für Großbritannien von 34.007 auf 65.721 stieg.

Diese Quoten prägten die US-Einwanderungspolitik der 1930er und 1940er Jahre. Zwischen 1933 und 1945 änderten die USA ihre Einwanderungspolitik laut Artikel zu keiner Zeit grundlegend. Mit geringen Änderungen bestanden die Quoten bis zum Immigration Act von 1965 fort.

Flucht aus Deutschland und verschärfte Visa-Verfahren

In den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft waren die USA noch kein wichtigstes Fluchtziel deutscher Emigranten. Viele flohen zunächst in europäische Nachbarländer und hofften auf ein Ende der Naziherrschaft. Daher wurde die deutsche Einwanderungsquote bis 1938 nicht ausgeschöpft und erreichte nicht einmal 50 %. Auch zwischen 1933 und 1945 blieb sie laut Krohn unter der Quote, später jedoch vor allem wegen wachsender Beschränkungen durch US-Behörden.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich stieg die Nachfrage nach US-Visa 1938 auf etwa 20.000 Anträge und 1939 einmalig auf 32.000. Da darin 5.000 Anträge aus dem Vorjahr enthalten waren, geht Krohn für 1939 von einer faktischen Auslastung der deutschen Quote von nur 85 % aus. Das State Department lehnte Quotenerhöhungen ab und verschärfte die Verfahrensregeln.

Zu diesen Regeln zählten eine Verwandten-Klausel mit besonders strengen Kontrollen für Antragsteller mit Angehörigen in Deutschland oder der Sowjetunion, die gleichmäßige und nicht übertragbare Verteilung der Quoten auf Konsulate sowie die Forderung nach einem zweiten Affidavit. Ein Affidavit war hier eine Erklärung, die die finanzielle Absicherung eines Einwanderers belegen sollte; auch die Vermögensverhältnisse der Personen, die ein Affidavit gaben, wurden streng geprüft. Nachträgliche wissenschaftliche Urteile, die Krohn zitiert, bewerteten die Visa-Politik als Instrument zur Verhinderung von Visa-Erteilungen.

Der Fall Fritz Karsens verdeutlicht die Folgen: 1935 erhielt er in Paris trotz eines Affidavits von Max Horkheimer kein Visum. 1938 bot ihm ein Konsul in Bogotá stattdessen ein Quota-Visum an, das seiner Familie die dauerhafte Einreise ermöglichte. In wenig beanspruchten Konsulaten konnten Quotenplätze eher verfügbar sein. Wer ein Besuchervisum in ein unbefristetes Visum umwandeln wollte, musste den Antrag außerhalb der USA stellen und damit ausreisen; die Reise nach Kuba war deshalb für viele riskant. Die USA verweigerten auch den mehr als 900 jüdischen Passagieren der St. Louis nach deren gescheitertem Einreiseversuch nach Kuba die Einreise und zwangen Schiff und Passagiere zur Rückkehr nach Europa.

Quota-Visa und Ausnahmen für besonders Gefährdete

Quota-Visa waren Visa innerhalb der festen Herkunftsland-Quoten. Non-Quota-Visa bildeten die Ausnahme von diesen Regeln; ihre Nutznießer kamen vor allem aus dem Bereich der Wissenschaften.

Nach der Niederlage Frankreichs schuf Präsident Franklin D. Roosevelt 1940 das Emergency Visitor’s Program. Es sollte besonders gefährdeten Menschen eine Einreise außerhalb der Quoten ermöglichen. Hilfsorganisationen benannten dafür über 3.000 Personen. Das State Department verhinderte jedoch eine vollständige Umsetzung, indem Anträge nicht an den Konsulaten vor Ort, sondern in Washington geprüft werden mussten. Dies führte zu Verzögerungen und häufig zu schikanösen Rückfragen. Von etwa 1.200 Anträgen im Sommer 1940 waren bis zum Jahresende nur 238 entschieden; insgesamt erhielten durch das Programm nur knapp 1.000 Menschen eine Einreisebewilligung.

Flüchtlingshilfe und einwanderungsfeindliche Stimmung

Trotz administrativer Hindernisse nahmen die USA nach Darstellung des Artikels im Vergleich zu anderen Ländern die meisten Flüchtlinge auf. Nach 1933 gab es dort besonders viele private Rettungsinitiativen. Genannt werden der Joint, das American Friends Service Committee, Varian Fry und das Emergency Rescue Committee.

Gleichzeitig waren Isolationismus, Fremdenfeindlichkeit, latenter Antisemitismus und Kommunistenfurcht weit verbreitet. Das House Un-American Activities Committee (HUAC), das Komitee für unamerikanische Umtriebe, gewann früh politischen Einfluss; nach 1945 und in den frühen 1950er Jahren erreichte dieser Einfluss durch Joseph McCarthy einen vorläufigen Höhepunkt. Die ablehnende Haltung traf auch Kinder: 1939 scheiterte ein Gesetzesvorschlag von Senator Robert Wagner, der 20.000 jüdischen Kindern aus Deutschland die Aufnahme in den Vereinigten Staaten ermöglichen sollte, an einer Koalition antijüdischer Kräfte, darunter der katholische Wohlfahrtsverband und konservative Frauenorganisationen.

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