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Holger Krawinkel
Er studierte Geographie und Politikwissenschaft an der Universität Gießen und Raumplanung an der Universität Oldenburg. ... Krawinkel befürwortet die Energiewende …
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Person und beruflicher Werdegang
Holger Krawinkel (*1956) ist ein deutscher Manager und ehemaliger Verbraucherschützer mit Schwerpunkt auf Energiepolitik und Energieversorgung. Er studierte Geographie und Politikwissenschaft an der Universität Gießen sowie Raumplanung an der Universität Oldenburg. Sein Studium schloss er als Diplomingenieur ab. Anschließend promovierte er über das dänische Energieplanungssystem zum Dr. rer. pol.
Danach arbeitete Krawinkel als Referent im Energieministerium des Landes Schleswig-Holstein. 1994 wurde er Vorstand der Energiestiftung Schleswig-Holstein. Ab 2004 leitete er den Fachbereich Bauen, Energie, Umwelt beim Bundesverband der Verbraucherzentrale und nahm in dieser Funktion an Tagungen zur Energiepolitik teil. Mitte Juli 2014 übernahm er beim Mannheimer Energiekonzern MVV Energie den Aufbau einer neuen Abteilung. Diese sollte sich schwerpunktmäßig um die Interessen und Bedürfnisse der Kunden des Energieversorgers kümmern.
Positionen zur Energiewende und zum Wettbewerb
Krawinkel befürwortet die Energiewende, also den Umstieg auf Erneuerbare Energien, kritisiert jedoch ihre konkrete Umsetzung. Zunächst bemängelte er vor allem den starken Ausbau der Photovoltaik, die im Vergleich zu anderen Energieformen wie Windenergie an Land relativ teuer war. Nachdem die Modulpreise drastisch gefallen und Photovoltaikanlagen deutlich billiger geworden waren, richtete sich seine Kritik aus Kostengründen vor allem gegen Offshore-Windparks und Biogasanlagen. Windparks an Land bezeichnet er als „Billigmacher“ der Energiewende und befürwortet ihren Ausbau.
Ein weiteres Problem sieht Krawinkel in der Verteilung der Kosten. Besonders die für die Industrie ausgeweiteten Ausnahmeregelungen, die zuletzt durch die schwarz-gelbe Regierung deutlich erweitert wurden, bewertet er als Gerechtigkeitsproblem. Zur Kostensenkung schlägt er neben einem „klaren Schnitt“ bei den Industrieausnahmen eine Senkung der Stromsteuer vor.
Außerdem kritisiert Krawinkel den mangelnden Wettbewerb im Energiesektor als Ursache hoher Preise. Bereits 2004, als die EEG-Umlage noch vernachlässigbar war, sah er die Monopolstellung der vier großen Energiekonzerne als Hauptgrund für die hohen Preise auf dem deutschen Energiemarkt. 2012 erklärte er, der Wettbewerb im Stromsektor sei weiterhin mangelhaft.
Publikationen
Krawinkels Veröffentlichungen behandeln vor allem Energiepolitik, Energieplanung und erneuerbare Energien. Zu seinen zentralen Arbeiten gehören „Das dänische Energieplanungssystem und seine Übertragbarkeit auf bundesrepublikanische Verhältnisse“ (Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt 1987) sowie „Für eine neue Energiepolitik. Was die Bundesrepublik Deutschland von Dänemark lernen kann“ (Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-24131-6).
Weitere Veröffentlichungen befassen sich mit Biomasse- und Windenergienutzung als Umwelt- und Entwicklungsstrategie für den ländlichen Raum, mit Energiesparen im Rahmen der Dorferneuerung und mit der Frage „Erneuerbare Energien – neue Chancen im Wettbewerb?“ Der zuletzt genannte Beitrag erschien 2000 in dem von Hartmut Kreß herausgegebenen Band „Menschenwürde, Medizin und Bioethik: heutige Fragen medizinischer und ökologischer Ethik“ auf den Seiten 172–179.