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Hinz und Kunz
Hinz und Kunz (Kurzformen der Namen Heinrich und Konrad) ist eine deutsche Redewendung und Synonym für Jedermann. In der Seefahrt ist die Bezeichnung …
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Bedeutung
„Hinz und Kunz“ ist eine deutsche Redewendung und ein Synonym für „jedermann“. Sie bezeichnet also beliebige Menschen oder eine nicht näher bestimmte Vielzahl von Personen. In der Seefahrt wird in ähnlicher Bedeutung die Bezeichnung „Janmaat“ verwendet.
Entstehung und Gebrauch
Die Wendung geht auf die Kurzformen zweier früher sehr verbreiteter Namen zurück: Hinz steht für Heinrich, Kunz für Konrad. Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert trugen zahlreiche deutsche Herrscher diese Namen. Nach ihrem Vorbild nannten auch viele Menschen aus der einfachen Bevölkerung ihre Kinder Heinrich oder Konrad. Weil dadurch ein großer Teil der Männer so hieß, verloren die Namen an Unterscheidungskraft. Aus dieser starken Verbreitung entwickelte sich die Redewendung für beliebige Personen.
„Hinz und Kunz“ ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Etwa seit dem 15. Jahrhundert wurde die Formulierung auch spöttisch gebraucht. Sie kommt unter anderem im Märchen „Rumpelstilzchen“ und in Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ vor. Außerdem heißt ein Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing „Hinz und Kunz“.
Der Ausdruck wurde auch als Name verwendet: Die Hamburger Obdachlosenzeitung „Hinz&Kunzt“ entstand 1993 in Anlehnung an die Redewendung. Im frühen 20. Jahrhundert vertrieb die Tabakfabrik M. u. F. Liebhold in Heidelberg die Tabakmarke „Hinz & Kunz“; ein Nachweis stammt aus der Zeit um 1910.
Entsprechungen in anderen Sprachen
Viele Sprachen besitzen vergleichbare Wendungen für beliebige Menschen oder „jedermann“. Beispiele sind:
• Englisch: „Tom, Dick and Harry“ • Spanisch: „Fulano, Zutano y Mengano“ • Französisch: „Pierre, Paul ou Jacques“ • Griechisch: „i Sára ke i Mára“ („Sara und Mara“) • Niederländisch: „Jan en alleman“ • Italienisch: „Tizio, Caio e Sempronio“ • Portugiesisch: „Fulano, Sicrano e Beltrano“ • Katalanisch: „Pérez i Pujol“ • Russisch: „Iwanow, Petrow, Sidorow“ • Persisch: „Âre, Ure, Šamsi Kure“ • Norwegisch: „Gud og hvermann“ • Schwedisch: „Andersson, Pettersson och Lundström“ • Arabisch: „Kull man habba wa-dabba“ sowie „Fulān wa-ʿIllān“ • Urdu/Hindi: „Era Ghera, Nathu, Khera“ • Panjabi: „Phalana Dhingra“ • Assamesisch: „Nodaai Bhodaai“ • Bulgarisch: „Suljo i Puljo“ • Albanisch: „Filani dhe Pishmani“ • Türkisch: „Ali ile Veli“ • Luxemburgisch: „Jann a Mann“, auch „Jenni a Menni“ • Serbisch: „Pera, Mika i Žika“ • Kurdisch: „Hemu kes“ • Jiddisch: „Chaim Jankl“ • Litauisch: „Jonas, Petras ar Antanas“
Im Chinesischen gibt es „ā māo ā gǒu“, wörtlich „Katze und Hund“, sowie „Wáng èr, Zhāng sān, Lǐ sì“. Wáng, Zhāng und Lǐ sind dabei verbreitete Familiennamen; èr, sān und sì bedeuten „zwei“, „drei“ und „vier“. Die japanische Entsprechung „neko mo shakushi mo“ bedeutet wörtlich „Katzen und auch Schöpfkellen“.