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Heiliges Feuer (Orthodoxie)
Nach dem Volksglauben steht in dem Jahr, in dem das Heilige Licht an Ostern nicht nach Jerusalem herabsteigt, das Ende der Welt bevor. Siehe auch: Osternacht# …
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Grundverständnis
Das Heilige Feuer, eigentlich „Heiliges Licht“ (griechisch Ἃγιον Φῶς, Agion Phos; armenisch Սուրբ Լոյս), ist eine Flamme der christlich-orthodoxen Kirche. Sie wird am Ostersonntag um Mitternacht, zu Beginn der Ostermette, an die Gläubigen verteilt. Das Heilige Feuer steht in enger Verbindung mit der Zeremonie des Heiligen Lichtes, die jedes Jahr am orthodoxen Karsamstag in Jerusalem stattfindet und der viele Gläubige einen wundersamen Charakter zuschreiben.
Liturgische Verwendung
Das Heilige Licht wird in der christlich-orthodoxen Kirche um Mitternacht am Beginn der Ostermette an die Gläubigen weitergegeben. Der Priester verkündet dabei: „Kommt, nehmet Licht vom ewigen Licht und verherrlicht Christus, den von den Toten Auferstandenen!“ Anschließend wird Mk 16,1–8 (EU) verlesen.
Zeremonie in Jerusalem
Die Zeremonie findet am orthodoxen Karsamstag am frühen Nachmittag in der Grabeskirche statt, die von der Orthodoxen Kirche Auferstehungskirche genannt wird. Der orthodoxe Patriarch von Jerusalem betritt die Heilig-Grab-Ädikula, nachdem er alle liturgischen Gewänder abgelegt hat, und spricht eine Fürbitte um die göttliche Segnung des Heiligen Lichts. Nach einigen Minuten kommt er mit zwei entzündeten Kerzenbündeln heraus, die jeweils 33 Kerzen enthalten. Er verteilt die Flamme an die Gläubigen sowie an geistliche Oberhäupter anderer christlicher Konfessionen: den armenischen Patriarchen, den koptischen Bischof von Jerusalem und den syrischen Metropoliten von Jerusalem.
Die Zeremonie ist seit den ersten christlichen Jahrhunderten überliefert, wurde aber im Lauf der Jahrhunderte in leicht veränderter Form begangen. An ihr nehmen innerhalb und außerhalb der Auferstehungskirche einige zehntausend Christen teil.
Seit einigen Jahren wird das Heilige Licht am Karsamstag per Flugzeug in verschiedene orthodoxe Länder gebracht und dort für die Ostermette verwendet. Nach orthodoxer Glaubenslehre besitzt jedoch jedes von einem Priester gesegnete Heilige Licht dieselbe Segenswirkung wie das Licht aus Jerusalem. Seit 1993 wird das Heilige Feuer nach Russland geflogen. Jährlich gibt es außerdem Sonderflüge nach Bulgarien, Griechenland und Rumänien sowie weitere Flüge nach Armenien und Georgien. Dort wird das Feuer am Flughafen mit den Ehren eines Staatsoberhauptes empfangen und anschließend in die Metropolien beziehungsweise vom armenischen Katholikos weitergegeben.
Wundercharakter und Deutungen
Nach Aussagen vieler Christen und nach frühchristlicher Überlieferung bis in die Neuzeit treten gegen Ende der Jerusalemer Zeremonie jedes Jahr übernatürliche Phänomene auf. Genannt werden bläuliche bis weiß-bläuliche Blitze, Lichtballen und spontan entzündete Kerzen. Teilweise wird berichtet, dass das Heilige Licht in den ersten Minuten nur vermindert oder gar nicht brenne. Außerdem werden unterschiedliche persönliche Wahrnehmungen derselben Erscheinung beschrieben. Ähnliche Phänomene sollen in der Auferstehungskirche vereinzelt auch an anderen Tagen des Jahres auftreten.
Die orthodoxe Kirchenlehre bestätigt keinen Wundercharakter der Zeremonie als solcher. Vertreter der Kirche betonen häufig, dass auch eine aus natürlichen Zündquellen stammende und von einem Priester gesegnete Flamme segenspendend wirke. Zugleich verneint die orthodoxe Kirche nicht, dass während der Zeremonie wundersame Phänomene auftreten können. Auch Bischöfe und Priester haben selbst wahrgenommene übernatürliche Lichtphänomene bezeugt. In orthodox geprägten Ländern gibt es öffentliche Kontroversen darüber, ob in der Auferstehungskirche tatsächlich Wunder geschehen.
Volksglaube
Nach dem Volksglauben steht in dem Jahr, in dem das Heilige Licht an Ostern nicht nach Jerusalem herabsteigt, das Ende der Welt bevor.