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Gruppenkomposition
Gruppenkomposition ist eine Kompositionstechnik der seriellen Musik, die in den 1950er Jahren von Karlheinz Stockhausen eingeführt wurde.
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Grundidee der Gruppenkomposition
Die Gruppenkomposition ist eine Kompositionstechnik der seriellen Musik, die Karlheinz Stockhausen in den 1950er Jahren einführte. Serielle Musik ordnet wichtige Parameter einzelner Noten nach strengen konstruktivistischen Regeln. Zu diesen Parametern gehören Tonhöhe, Tondauer, Lautstärke, Klangfarbe und Oktavlage. Diese Organisation tritt an die Stelle klassischer musikalischer Mittel wie Melodik, Harmonik, Puls, Takt, Themen und Motiven.
Die frühere punktuelle Musik organisierte vor allem Einzeltöne. Sie stieß an Grenzen, weil den einzelnen Tönen übergeordnete Strukturen fehlten. Die Gruppenkomposition erweitert deshalb den Parameterbegriff: Nicht nur einzelne Töne, sondern auch Eigenschaften ganzer Tongruppen werden organisiert.
Tongruppen als musikalische Strukturen
Eine Tongruppe kann etwa einen kleinen oder großen Tonumfang besitzen. Ihre Töne können gleich laut sein oder jeweils unterschiedliche Lautstärken haben. Außerdem können sie gleichzeitig oder nacheinander erklingen.
Solche Eigenschaften heißen Gestaltparameter. Sie beschreiben die Form und Wirkung einer Tongruppe. In der Gruppenkomposition werden diese Gestaltparameter ähnlich systematisch organisiert wie zuvor die Parameter einzelner Töne. Dadurch entstehen hörbare Strukturen, die über den einzelnen Ton hinausgehen.
Beispiele für Werke
Die Technik ist besonders deutlich im ersten der Klavierstücke hörbar, Werknummer 2, Teil 1. Stockhausen erläuterte 1955 in einem Hörfunkprogramm des NDR ausführlich, wie dieses Stück gehört werden kann.
Als weitere Werke werden genannt:
- Nr. 2: Klavierstücke I–IV, 1952
- Nr. 3: Elektronische Studien I und II, 1954
- Nr. 6: Gruppen für drei Orchester, 1955–57