Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Gruppenkomposition

Gruppenkomposition ist eine Kompositionstechnik der seriellen Musik, die in den 1950er Jahren von Karlheinz Stockhausen eingeführt wurde.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Gruppenkomposition
  2. 2. Tongruppen als musikalische Strukturen
  3. 3. Beispiele für Werke

Grundidee der Gruppenkomposition

Die Gruppenkomposition ist eine Kompositionstechnik der seriellen Musik, die Karlheinz Stockhausen in den 1950er Jahren einführte. Serielle Musik ordnet wichtige Parameter einzelner Noten nach strengen konstruktivistischen Regeln. Zu diesen Parametern gehören Tonhöhe, Tondauer, Lautstärke, Klangfarbe und Oktavlage. Diese Organisation tritt an die Stelle klassischer musikalischer Mittel wie Melodik, Harmonik, Puls, Takt, Themen und Motiven.

Die frühere punktuelle Musik organisierte vor allem Einzeltöne. Sie stieß an Grenzen, weil den einzelnen Tönen übergeordnete Strukturen fehlten. Die Gruppenkomposition erweitert deshalb den Parameterbegriff: Nicht nur einzelne Töne, sondern auch Eigenschaften ganzer Tongruppen werden organisiert.

Tongruppen als musikalische Strukturen

Eine Tongruppe kann etwa einen kleinen oder großen Tonumfang besitzen. Ihre Töne können gleich laut sein oder jeweils unterschiedliche Lautstärken haben. Außerdem können sie gleichzeitig oder nacheinander erklingen.

Solche Eigenschaften heißen Gestaltparameter. Sie beschreiben die Form und Wirkung einer Tongruppe. In der Gruppenkomposition werden diese Gestaltparameter ähnlich systematisch organisiert wie zuvor die Parameter einzelner Töne. Dadurch entstehen hörbare Strukturen, die über den einzelnen Ton hinausgehen.

Beispiele für Werke

Die Technik ist besonders deutlich im ersten der Klavierstücke hörbar, Werknummer 2, Teil 1. Stockhausen erläuterte 1955 in einem Hörfunkprogramm des NDR ausführlich, wie dieses Stück gehört werden kann.

Als weitere Werke werden genannt:

  • Nr. 2: Klavierstücke I–IV, 1952
  • Nr. 3: Elektronische Studien I und II, 1954
  • Nr. 6: Gruppen für drei Orchester, 1955–57

Weiterlesen

Komposition (Musik) Als Komposition (von lateinisch componere ‚zusammenfügen') (veraltet: Tonwerk) wird bezeichnet: die Schöpfung, Erarbeitung und Urheberschaft eines musikalischen … Gruppentheorie Die Gruppentheorie als mathematische Disziplin untersucht die algebraische Struktur von Gruppen. Anschaulich besteht eine Gruppe aus den Symmetrien eines … Serielle Musik musique sérielle, 1947 eingeführt von René Leibowitz; engl. serial music) ist ein Genre der Neuen Musik, das sich ab etwa 1948 entwickelte. Karlheinz Stockhausen Karlheinz Stockhausen (* 22. August 1928 in Mödrath, heute zu Kerpen; † 5. Dezember 2007 in Kürten-Kettenberg) war ein deutscher Komponist. Parameter (Musik) ... Musik elementare Aspekte wie Tondauer, Tonhöhe und Tonstärke bzw. Lautstärke. Es werden „die akustischen Eigenschaften des Klanges“ quantisiert. Bereits der … Melodik Als Melodik bezeichnet man die Lehre von der Melodie bzw. der Melodiebildung, daneben das spezifische Erscheinungsbild der Melodien eines bestimmten Komponisten … Harmonik Harmonik (von altgriechisch ἁρμονία harmonía „Ebenmaß“, „Harmonie“) ist ein umfassender Begriff aus der Musiktheorie. Sie beschäftigt sich mit der Ordnung … Takt (Musik) Der Takt (die Taktart) eines Stückes beschreibt in der Regel ein Muster gleicher Grundschläge und Zählzeiten, wodurch die grundlegende zeitliche Struktur des … Thema (Musik) Thema) ist eine prägnante musikalische Gestalt, die als tragender Grundgedanke eines Musikstücks auf Wiederkehr, Abwandlung und Verarbeitung im weiteren Verlauf … Motiv (Musik) Auf Musik, die rein auf Klang- oder Geräuschstrukturen aufbaut (Cluster, Minimal Music, Klangflächen, Mikropolyphonie, Aleatorik, Musique concrète), lässt …