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Schlägel (Musik)

Ein Schlägel ist in der Musik ein Schlagwerkzeug zum Spielen eines Schlaginstruments. Zu diesen gehören Membranophone (Trommeln) und Aufschlagidiophone (wie …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff und Aufbau
  2. 2. Paukenschlägel
  3. 3. Trommelstöcke
  4. 4. Schlägel für Stabspiele
  5. 5. Gebräuchliche Formen und Einsätze
  6. 6. Schlägel bei Saiteninstrumenten

Grundbegriff und Aufbau

Ein Schlägel ist in der Musik ein Schlagwerkzeug, mit dem Schlaginstrumente gespielt werden. Dazu gehören Membranophone, also Trommeln mit Fell oder Membran, und Aufschlagidiophone, also Instrumente, die durch Anschlagen ihres klingenden Körpers tönen, zum Beispiel Becken oder Stabspiele. Beim Schlagzeug wird der Schlägel oft Stick, Drumstick oder Trommelstock genannt.

Die meisten Schlägel bestehen aus einem Schaft und einem Schlägelkopf. Mit dem Kopf wird das Instrument angeschlagen. Der Schaft kann aus Holz, Bambus oder Metall bestehen. Der Kopf kann rund, zylindrisch oder hammerförmig sein und je nach Instrument weich oder hart gebaut sein. Es gibt auch Schlägel ohne eigenen Kopf: Die Rute besteht aus gebündelten dünnen Holzstäben, der Besen läuft in fächerförmige Stahldrähte aus, und der Triangelstab ist ein Metallstab ohne Kopf.

Paukenschlägel

Paukenschlägel gehören zu den wichtigsten Schlägelarten. Ihre Form und ihr Material haben sich mit der Entwicklung der Pauke und ihrem musikalischen Einsatz verändert. Als Pauken noch im Heeresdienst verwendet wurden, hatten die Schlägel einen lederüberzogenen Holzkopf. Dadurch entstand ein harter, durchdringender Klang.

Mit dem Einsatz der Pauken im Orchester wurden die Stiele dünner. Neben scheibenförmigen Köpfen aus Holz oder Elfenbein wurden auch Flanellköpfe verwendet. Bei diesen werden Flanellscheiben zu einer zylindrischen Form zusammengepresst. Unterschiedliche Größen ermöglichen verschiedene Klangfarben. Zeitweise nutzte man für weichere Töne auch Schwammköpfe, die jedoch ein störendes Anschlaggeräusch erzeugten.

Heute werden vor allem Filzschlägel verwendet. Ihr Stiel ist etwa 36 cm lang. Die Köpfe bestehen aus einem Kern aus Holz oder Kork mit einem Filzüberzug. Ein Pauker verwendet mehrere Paar Schlägel, die sich in Größe des Kerns, Stärke des Filzes und Durchmesser des Stiels unterscheiden.

Trommelstöcke

Trommelstöcke werden für die kleine Trommel, das Drum-Set und Becken verwendet. Sie bestehen meist aus Hartholz und sind etwa 38 cm lang. Die Stöcke laufen konisch zu und enden in einer kleinen runden bis ovalen Spitze aus Holz oder Kunststoff.

Stockstärke, Material, Länge und Kopfform unterscheiden sich stark. Dadurch entstehen verschiedene Klangschattierungen. Außerdem wählen Schlagzeuger ihre Stöcke nach eigenen Anforderungen und Vorlieben aus. Als Modellbezeichnung hat sich eine Kombination aus Zahl und Großbuchstabe etabliert, zum Beispiel 5B oder 7A. Die Zahl steht für Umfang beziehungsweise Durchmesser: Je kleiner die Zahl ist, desto größer sind Umfang und Durchmesser.

Der Buchstabe verweist auf den ursprünglichen Verwendungszweck. „S“ steht für Street, also den Einsatz in Marschkapellen und Spielmannszügen. „B“ steht für Band und damit für Populärmusik. „A“ steht für den Orchestereinsatz. Marschkapellen brauchen wegen der höheren Lautstärke größere und schwerere Stöcke als Orchester. In Pipe Bands werden leichtere Schlägel verwendet, um den höheren Klang der Trommel zu unterstützen. Band-Stöcke liegen in Gewicht und Umfang dazwischen. Der Schlägel der Fußmaschine wird oft mit dem englischen Begriff beater bezeichnet.

Schlägel für Stabspiele

Bei Stabspielinstrumenten werden Schlägel mit dünnem Stiel und kleinen runden Köpfen eingesetzt. Anders als bei vielen anderen Schlaginstrumenten können teilweise vier Schlägel gleichzeitig gespielt werden.

Beim Xylophon bestehen die Köpfe aus Holz, Gummi oder Kunststoff und sind teilweise mit Leder überzogen. Für einen durchdringenden Klang verzichtet man auf die Ledermanschette oder nutzt nur einen sehr dünnen Lederüberzug. Für tiefe Tonlagen werden Schlägel mit dickerem oder weicherem Lederüberzug verwendet.

Das Vibraphon wird mit Schlägeln gespielt, deren Köpfe aus Gummi, Kunststoff oder Holz bestehen. Je nach gewünschtem Klang sind sie unterschiedlich dick mit Wollfaden umwickelt. Beim Marimbaphon nutzt man Köpfe aus Holz, Kunststoff, Hartfilz oder Hartgummi, mit Gummiring oder Wollfadenumwicklung. Für weichere Töne werden weichfilzgepolsterte Köpfe verwendet. Beim Glockenspiel bestehen die runden Köpfe aus Kunststoff, Holz oder Horn. Schwere Schlägel erzeugen kräftige Töne, leichtere Schlägel mit Weichholzkopf weichere Töne.

Gebräuchliche Formen und Einsätze

Die Übersicht nennt viele Schlägelarten nach Material, Kopfform und Einsatz. Pauken-Schlägel haben meist runde Köpfe aus Kork oder Holz mit Filzüberzug; Barock-Schlägel haben ovale Holzköpfe mit Lederumwicklung, und sogenannte „Mozart“-Schlägel besitzen zylindrische Flanellscheiben. Trommelstöcke haben kleine ovale oder runde Köpfe aus Holz oder Kunststoff und werden bei Konzerttrommel, Rührtrommel, Drum-Set, Becken, Hi-Hat und auch Pauken eingesetzt.

Besen bestehen aus aufgefächerten Federstahldrähten an einem Metall- oder Holzstiel. Ruten oder Rods bestehen aus gebündelten dünnen Holzstäben. Beide werden unter anderem am Drum-Set, an Becken und Hi-Hat genutzt. Große Trommel-Schlägel haben einen Holzkopf mit Filzüberzug und werden für Große Trommel und Tamtam verwendet. Superball-Schlägel besitzen eine Gummischeibe und dienen als Effektschlägel für Fellinstrumente.

Weitere Beispiele sind Xylophon-Schlägel mit rundem Kopf aus Holz, Gummi oder Kunststoff, Vibraphon-Schlägel mit garnumwickeltem rundem Kopf, Marimba-Schlägel mit ovalem Kopf aus Kunststoff, Holz oder Horn, Glockenspiel-Schlägel aus Horn, Holz oder Plastik sowie Lyra-Schlägel aus Messing oder Leichtmetall. Für Gong, Tamtam, Röhrenglocken, Triangel und Templeblock gibt es jeweils eigene Schlägelformen, etwa Hartfilzköpfe, Hammerköpfe aus Horn oder Leder, Metallstäbe aus Silberstahl oder ovale Weichholzköpfe.

In der klassischen Musik wurde erstmals von Hector Berlioz 1810 die Verwendung eines bestimmten Schlägeltyps, nämlich des Schwammschlägels, vorgeschrieben. Vorher wählte der Musiker den Schlägel selbst; überwiegend wurden Holzschlägel verwendet.

Schlägel bei Saiteninstrumenten

Schlägel werden nicht nur bei Schlaginstrumenten verwendet. Manche Saiteninstrumente werden ebenfalls angeschlagen. Beim Hackbrett nutzt man Schlägel aus Holz, meist mit Leder, manchmal auch mit Filz beschlagen. Beim Zymbal werden Holzschlägel verwendet. Beim Hammerklavier sind die anschlagenden Teile ebenfalls als Schlägel im weiteren Sinn zu verstehen.

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