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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Darstellung (Wiedergabe)

Historisch reicht die Darstellung von der mündlichen Überlieferung über das Schauspiel bis zur Computergrafik und schließt zahlreiche Vermittlungsmethoden …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Funktion
  2. 2. Medien, Wirklichkeit und Interpretation
  3. 3. Modelle, Visualisierung und Fachbedeutungen

Begriff und Funktion

Darstellung bezeichnet die Umsetzung von Sachverhalten, Ereignissen oder abstrakten Konzepten mithilfe von Zeichen, performativen Handlungen oder Modellen. Sie dient dazu, etwas zu verdeutlichen, festzuhalten oder zu vermitteln. Dabei kann sie zwischen Text, Bild und künstlerischer Aufführung stattfinden und auch abstrakte Inhalte ohne gegenständliche Vorlage darstellen, etwa in der abstrakten Kunst oder in der Musik.

Ein Zeichen, das dem Bezeichneten erkennbar ähnlich ist, wird nach Charles S. Peirce als Ikon bezeichnet.

Medien, Wirklichkeit und Interpretation

Darstellungen sind keine absichtslos entstehenden oder vollkommen neutralen Abbilder der Realität. Sie werden durch das gewählte Medium, rhetorische Mittel, künstlerische Techniken und Konventionen geprägt. Abweichungen können technisch durch das Medium entstehen oder bewusst vorgenommen werden, zum Beispiel zur Interpretation oder Hervorhebung. Bei Kunstwerken beeinflussen außerdem die Absichten des Künstlers und der jeweilige Kunststil das Verhältnis zu möglichen Vorlagen.

In der europäischen Geschichte bestand ein Widerstreit zwischen Befürwortern und Gegnern der Mimesis, also der Nachahmung der Wirklichkeit. Platon misstraute der Darstellung als bloßem Schein. Die naturwissenschaftlich-technische Einsicht in verlässliche Gesetzmäßigkeiten milderte dieses Misstrauen: Bei einem getönten oder mit Wasser gefüllten Glas wird ein Stab nicht beliebig falsch dargestellt, sondern das Licht nach nachvollziehbaren Gesetzmäßigkeiten verändert. Wenn der Herstellungsprozess bekannt ist, kann eine scheinbare Täuschung erklärt werden.

Eine Zentralprojektion, wie sie im neuzeitlichen Tafelbild verwendet wird, lässt sich mechanisch durch Messungen erzeugen. Perspektivische Größenunterschiede gelten dadurch nicht mehr als bloße Gaukelei. Von diesen Gesetzmäßigkeiten ist der gestaltende Wille des Künstlers zu unterscheiden, der sie gezielt nutzen kann.

Modelle, Visualisierung und Fachbedeutungen

Wissenschaftliche und technische Modelle heben bestimmte Aspekte hervor, um Zusammenhänge oder Details sichtbar zu machen. Veränderungen von Farbe oder Maßstab folgen dabei häufig bestimmten Konventionen; Beispiele sind Kartografie und Architekturdarstellungen. Eine Visualisierung setzt abstrakte Sachverhalte wie Datensammlungen oder Prozesse in grafische Elemente und Symbole um. Auch die Hervorhebung zutreffender Details kann jedoch zu einer verfälschenden Darstellung führen, weshalb zwischen Hervorhebung und Fälschung unterschieden werden soll.

In vielen Geisteswissenschaften bezeichnet Darstellung den Text einer wissenschaftlichen Arbeit. Sie wird von der vorausgegangenen Forschungstätigkeit und vom wissenschaftlichen Apparat, etwa Fußnoten und Literaturhinweisen, abgegrenzt.

In der Geschichtswissenschaft ist eine Darstellung die neuzeitliche, nicht-zeitgenössische Untersuchung einer ursprünglichen Quelle. Sie steht als Sekundärliteratur der Primärquelle gegenüber und entspricht dem Gegensatz von Information und Kommentar in Nachrichtenmedien. In Geschichte und Archäologie heißt die Darstellung vergangener Lebenswelten mit rekonstruierter Kleidung und rekonstruierten Gegenständen Living History. Die Darstellung konkreter historischer Ereignisse wird Reenactment genannt.

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