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Geographie Sloweniens
Geographie neuzeitlicher Staaten Europas. Unabhängige Staaten: Albanien | Andorra | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark …
Inhalt6 Abschnitte
Lage, Grenzen und Ausdehnung
Slowenien, amtlich Republik Slowenien (slowenisch Republika Slovenija), ist ein europäischer Staat mit rund 2 Millionen Einwohnern. Es liegt in Mitteleuropa am Übergang von vier großen geografischen Einheiten: den Alpen, der Pannonischen Tiefebene, dem Dinarischen Gebirge und dem Mittelmeerraum. Der 15. Meridian östlicher Länge verläuft nahezu durch die Mittellinie des Landes.
Slowenien grenzt an vier Staaten. Die längste Grenze besteht zu Kroatien und ist 670 km lang. Sie verläuft im Süden und Osten häufig entlang der Flüsse Kupa, Sotla und Čabranka sowie durch schwer zugängliche Gebirgsräume. Im Norden liegt die 318 km lange Grenze zu Österreich, größtenteils im Gebirge, unter anderem in den Karawanken. Die Grenze zu Ungarn im Osten ist 102 km lang, die zu Italien im Westen 280 km. Im Südwesten besitzt Slowenien außerdem einen etwa 46,6 km langen Zugang zur Adria.
Die nördlichsten, südlichsten, östlichsten und westlichsten Punkte liegen bei 46° 53′ N, 16° 14′ O (Budinci, Gemeinde Šalovci), 45° 25′ N, 15° 11′ O (Damelj, Gemeinde Črnomelj), 46° 29′ N, 16° 36′ O (Benica, Gemeinde Lendava) und 46° 18′ N, 13° 23′ O (Breginj, Gemeinde Kobarid). Der geometrische Mittelpunkt GEOSS liegt bei 46° 7′ 12,8″ N, 14° 48′ 55,9″ O in Slivina, Gemeinde Litija. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 1°28′ beziehungsweise 163 km, die maximale Ost-West-Ausdehnung 3°13′ beziehungsweise 248 km.
Landschaften und Großräume
Slowenien ist überwiegend hügelig oder gebirgig; etwa 90 % der Landesfläche liegen mindestens 200 m über dem Meeresspiegel. Nur im Osten und Nordosten, nahe den Grenzen zu Kroatien und Ungarn, ist die Landschaft in der Pannonischen Tiefebene im Wesentlichen flach.
Zu den charakteristischen Landschaftsräumen zählen Hochalpen, voralpines Hügelland, verschiedene voralpine Übergangsräume zur pannonischen, dinarischen und litoralen Landschaft, das Laibacher Becken, subpannonisches Slowenien, der dinarische Karst im Landesinneren und das Küstenland (Litorale). Der Begriff Karst bezeichnet eine Kalksteinlandschaft mit unterirdischen Flüssen, Schluchten und Höhlen. Namensgebend ist das Karstplateau Kras im Südwesten zwischen Ljubljana und dem Mittelmeer.
Im Nordwesten liegen die Julischen Alpen, die Karawanken und die Steiner Alpen. Sie gehören geologisch zu den südlichen Kalkalpen. Im Nationalpark Triglav befindet sich der Triglav, mit 2864 m die höchste Erhebung Sloweniens. Der Berg ist auch symbolisch im Landeswappen dargestellt.
Der Nordosten wird von Mittelgebirgen und Hügelländern geprägt: Das Bachergebirge (Pohorje) reicht bis 1500 m, das Matzelgebirge (Haloze) bis 880 m und die Windischen Bühel bis 350 m. Östlich und nordöstlich der Mur gehen diese Räume in das Übermur-Gebiet (Prekmurje) über. Die Flach- und Hügellandschaften setzen sich jenseits der ungarischen Grenze in der Pannonischen Tiefebene fort. Landesmitte und Süden, einschließlich eines Teils der Halbinsel Istrien, bestehen aus ausgedehnten Karstflächen. Im äußersten Südwesten liegt die 46,6 km lange Slowenische Riviera; dort befindet sich mit 0 m Meereshöhe auch der tiefste Punkt des Landes.
Wasserscheiden und Flüsse
Die Wasserscheide zwischen Adria und Schwarzem Meer teilt Slowenien asymmetrisch. Bis zu 80 % des Staatsgebiets entwässern nach Osten und gehören zum Schwarzmeer- beziehungsweise Donaubecken. Dazu zählen die Einzugsgebiete von Save, Drau, Mur und Kolpa. Der größte Teil des slowenischen Adriagebiets gehört zum Soča-Becken; weitere Flüsse des Adriabeckens sind Dragonja und Rižana. Die Save entwässert gut die Hälfte des Landes.
Slowenien besitzt zahlreiche dauerhafte und zeitweise reißende Wasserläufe, Quellen, Wasserfälle, Schluchten, Seen und Grundwassergebiete. Außerdem wurden rund 6500 Karsthöhlen entdeckt. Die slowenischen Flüsse und ihre Zuflüsse sind zusammen über 26.000 km lang; Wasserläufe mit mehr als 20 km Länge erreichen insgesamt über 4700 km.
Die meisten Flüsse entspringen in alpinen oder voralpinen Gebieten. Enge Täler und große Längsgefälle führen meist zu einer schnellen, reißenden Strömung. Breite Täler mit langsamer Strömung gibt es nur auf kurzen Abschnitten. Von Westen nach Osten sind Soča, Save, Drau und Mur besonders bedeutend. Soča und Save entspringen in den Julischen Alpen, Drau und Mur in Österreich. Die Soča entwässert zur Adria. Save und Drau sind Nebenflüsse der Donau; die Mur mündet an der Grenze zwischen Ungarn und Kroatien in die Drau. Die Kolpa entspringt in Kroatien, bildet auf etwa 100 km die Grenze zu Kroatien und mündet bei Sisak in die Save. Die genannten Flüsse sind im Wesentlichen nicht schiffbar.
Seen, Moore und Adriaküste
In Slowenien gibt es mehr als 1200 registrierte stehende Gewässer. Dazu gehören natürliche Dauerseen, intermittierende Seen mit zeitweise trockenfallendem oder überflutetem Becken, Teiche, Feuchtgebiete, künstliche Stauseen und weitere durch menschliche Eingriffe entstandene Seeformen.
Die meisten dauerhaften natürlichen Seen sind glazialen Ursprungs und liegen im Save-Becken. Die größten sind der Bohinjer See und der Bleder See. Zu den kleineren Bergseen gehören der Krnska-, Triglavska- und Kriška-See in den Julischen Alpen sowie Seen im Bachergebirge. Bergseen erhalten ihr Wasser überwiegend unterirdisch aus Geröll- und Schneefeldern. Intermittierende Seen liegen vor allem im Flusssystem der Ljubljanica; ihr Ausmaß hängt von der Niederschlagsmenge eines bestimmten Zeitraums ab. Der größte ist der Zirknitzer See. Weitere natürliche Seen sind der See von Podpeč mit einer maximalen Tiefe von 47 m, der Karstsee Divje jezero bei Idrija und Torfmoorseen bei Lovrenc na Pohorju. Viele künstliche Stauseen liegen an Drau, Save, Soča, Sotla und Pesnica.
Das Ljubljanaer Moor (Ljubljansko Barje) war ursprünglich ein vielfältiges Biotop. Durch Entwässerung, Verbrauch von Flächen für Bauten und Landwirtschaft wurde es zunehmend verkleinert. Hochmoore sind auf den Hochebenen Pokljuka und Jelovica erhalten, schrumpfen jedoch ebenfalls allmählich.
Die slowenische Adriaküste gehört zum flachen Golf von Triest. Dieser erreicht nur an einzelnen Stellen 30 m Tiefe. Das geringe relative Wasservolumen bewirkt, dass atmosphärische Einflüsse Salzgehalt und Temperatur schnell und stark verändern können. Die nördliche Adria ist im Allgemeinen nährsalzreicher als andere Teile der Adria. Flusseinträge sind dafür wichtig. Das oberflächennahe Salzwasser der Soča bewegt sich normalerweise südwärts entlang der italienischen Küste; unter besonderen meteorologischen Bedingungen kann Süßwasser bis fast an die Küste von Piran gelangen.
Siedlungen und Bevölkerung
Am 1. Januar 2023 gab es in Slowenien 6035 Siedlungen, davon 61 unbewohnte. Die meisten unbewohnten Siedlungen lagen in der Gemeinde Kočevje (17), gefolgt von Kostel (7). Ein Viertel aller Siedlungen hatte weniger als 50 Einwohner, fast die Hälfte weniger als 100.
Die dichtest besiedelte städtische Siedlung war Piran mit mehr als 5400 Einwohnern je durchschnittlichem Quadratkilometer Siedlungsfläche. Die geringste Bevölkerungsdichte unter den bewohnten Siedlungen hatte Podstenice in der Gemeinde Dolenjske Toplice: weniger als 0,06 Einwohner je durchschnittlichem Quadratkilometer beziehungsweise ein Einwohner je mehr als 16 km². Im Jahr 2022 lebten 56 % der Einwohner in Städten. Ljubljana hatte nach der Angabe des Artikels 287.000 Einwohner.
Die Übersicht der 30 größten Gemeinden (Občine) für 2023 umfasst 12 Stadtgemeinden. Die größten sind Ljubljana (296.228 Einwohner im Gemeindegebiet), Maribor (113.000), Kranj (57.171), Koper (53.875) und Celje (48.776). Weitere bedeutende Stadtgemeinden sind Novo mesto, Velenje, Nova Gorica, Ptuj, Murska Sobota, Krško und Slovenj Gradec. Die Werte bis 2002 stammen aus Volkszählungen von 1981, 1991 und 2002; die späteren Angaben stammen vom Statistischen Amt der Republik Slowenien. Seit 2018 beziehen sich die Zahlen auf das gesamte Gemeindegebiet, ältere Werte dagegen nur auf den Hauptort.
Landnutzung und Naturschutz
Im Jahr 2019 waren 56 % der slowenischen Landfläche mit Wald bedeckt; einschließlich Buschland waren es 58 %. Weitere überwiegend natürliche Vegetation nahm 4 % ein. Ackerland machte 34 % der Landfläche aus, künstlich genutzte Flächen etwas weniger als 4 %.
Das erste und einzige Großschutzgebiet war 1981 der nach dem höchsten Berg benannte Triglav-Nationalpark (WDPA 2517). Er umfasst 83.982 ha und damit 4,1 % der Landesfläche. Zugleich ist er Natura-2000-Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet, seit 2003 UNESCO-Biosphärenreservat und besitzt seit 2004 das Europadiplom des Europarates.
Für 2014 werden außerdem 3 Regionalparks, 52 Naturschutzgebiete, 44 geschützte Landschaftsparks und 1217 Naturdenkmäler genannt. Hinzu kamen 26 Natura-2000-Vogelschutzgebiete und 260 Natura-2000-FFH-Gebiete. Durch die Natura-2000-Gebiete standen 35,52 % der Staatsfläche unter Schutz. Geschützt wurden dort 312 Tier- und Pflanzenarten, darunter 109 Vogelarten, sowie 60 Lebensraumtypen (Stand 2011). Slowenien gehört außerdem zu den Unterzeichnern der Ramsar-Konvention zum Schutz international bedeutender Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasservögel.