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Geographie Israels

Die Geographie des Staates Israel ist die Beschreibung der physischen Beschaffenheit des Staatsgebietes des Landes Israel.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Lage und räumlicher Aufbau
  2. 2. Fläche, Grenzen und Küsten
  3. 3. Gebirge und Landschaftsformen
  4. 4. Flüsse, Seen und Höhlen
  5. 5. Klima und Wasserverfügbarkeit
  6. 6. Natur, Bodenschätze und Nutzung

Lage und räumlicher Aufbau

Israel liegt in Vorderasien am Ostufer des Mittelmeers. Die Südspitze grenzt an den Golf von Akaba des Roten Meeres. Nachbarstaaten sind im Norden der Libanon, im Nordosten Syrien, im Osten Jordanien und im Südwesten Ägypten. Das Land erstreckt sich von Süd nach Nord über etwa 470 km. Größte Stadt und Hauptstadt ist Jerusalem mit rund 933.200 Einwohnern.

Der Süden wird vom Negev eingenommen, einer etwa 12.000 km² großen Wüste, die bis zur Hafenstadt Eilat reicht. Der Norden gliedert sich in Bergland, Jordangraben und Küstenebene. Das Bergland besteht von Nord nach Süd aus galiläischem, samarischem und Judäischem Bergland. Östlich der Küstenebene liegt die Schefelah, ein Hügelland, das zum Judäischen Bergland überleitet. Die fruchtbare Scharon bildet den zentralen Teil der Küstenebene und verbreitert sich nach Süden auf etwa 40 km.

Fläche, Grenzen und Küsten

Für die Fläche werden im Artikel unterschiedliche Angaben genannt, die sich auf verschiedene politische Abgrenzungen beziehen: Innerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949, der sogenannten Grünen Linie, umfasst Israel insgesamt 20.991 km². Nach dem Jerusalemgesetz von 1980 und der Annexion der Golanhöhen von 1981 gibt Israel eine Fläche von 22.380 km² an. Im Überblick wird ebenfalls eine Fläche von 22.380 km² ohne die besetzten Gebiete genannt.

Israel grenzt an vier Staaten: Ägypten mit 255 km, Jordanien mit 240 km, Syrien mit 80 km und den Libanon mit ebenfalls 80 km. Hinzu kommen Grenzen zu den umstrittenen Palästinensischen Autonomiegebieten: 50 km zum Gazastreifen und 320 km zum Westjordanland. Der Jordan bildet die Grenze zu Jordanien. Das westlich des Flusses gelegene Westjordanland ist seit 1967 durch Israel besetzt.

Die Mittelmeerküste ist rund 275 km lang. Zusätzlich besitzt Israel am Roten Meer eine Küste von rund 15 km; die einzige Stadt an diesem Küstenabschnitt ist Eilat. Israel besitzt in seinen Hoheitsgewässern keine natürlichen Inseln. Geplant sind jedoch künstliche Inseln im Mittelmeer sowie eine Insel-Stadt im Roten Meer, unter anderem für Wohnraum, militärische Anlagen oder Flughäfen.

Gebirge und Landschaftsformen

Israel ist insgesamt ein eher flaches Land. Der höchste Berg ist der Hermon mit 2814 m. Südlich seines Gipfels liegt der höchste Punkt der von Israel kontrollierten Gebiete mit 2224 m. Weitere im Artikel genannte Berge sind Meron (1208 m), Avital (1204 m), Bental (1171 m), Bnei Rasan (1072 m), Ramon (1035 m), Skopus (826 m), der Jerusalemer Ölberg (809 m), Tabor (588 m) und Karmel (546 m).

Zu den Gebirgsregionen gehören das Hebrongebirge, das galiläische Gebirge und das Judäische Bergland. Der Süden ist vor allem durch die Negev-Wüste geprägt. Dort finden sich trockene Flussbetten, sogenannte Wadis, schroffe Felsformationen, Krater und geröllbedeckte Hochebenen. Ein markantes Beispiel ist der Machtesch Ramon.

Flüsse, Seen und Höhlen

Der Jordan ist mit 322 km der längste Fluss des Landes. Er entsteht aus den drei nördlichen Quellflüssen Dan, Hazbani und Banyas-Quelle. Nach dem Durchfließen der Chulaebene erreicht er den See Genezareth. Dieser Süßwassersee ist je nach Angabe 165 bzw. 166 km² groß, liegt mehr als 200 m unter dem Meeresspiegel und besitzt ein Volumen von 3 km³. Er ist Israels wichtigstes Wasserreservoir und ein fischreicher See. Der Jordan verlässt ihn im Süden und mündet in das abflusslose, sehr salzhaltige Tote Meer.

Das Tote Meer ist 1020 km² groß und liegt mit −427 m am tiefsten Punkt der Erdoberfläche. Südlich davon setzt sich der Grabenbruch in der Arava-Senke an der Grenze zu Jordanien bis zum Golf von Akaba fort. Der Kischon entwässert die fruchtbare Jesreelebene. Der Jarkon durchfließt die Scharon; sein Nebenfluss Ajalon kommt aus der Schefelah. Beide münden in Tel Aviv-Jaffa ins Mittelmeer.

Unter dem Berg Sodom am Toten Meer liegt seit März 2019 die längste bekannte Salzhöhle der Welt. Die in den 1980er Jahren entdeckte Malhamhöhle wurde auf 10 km Länge neu vermessen. Salzhöhlen entstehen, wenn Regenwasser Salzvorkommen löst und das Salz durch unterirdische Kanäle abtransportiert. Der Berg Sodom ist 11 km lang, liegt am Südwest-Zipfel des Toten Meeres und befindet sich 170 m unter dem Meeresspiegel; unter einer dünnen Steinschicht besteht er vollständig aus Salz.

Klima und Wasserverfügbarkeit

Israels Klima reicht von gemäßigt bis tropisch und ist durch viel Sonnenschein geprägt. Die Regenzeit dauert von November bis Mai, anschließend folgt ein trockener, sechsmonatiger Sommer. Nach anderer Angabe fällt Regen nur von November bis April. Der Jahresniederschlag beträgt im Norden 500 bis 750 mm und sinkt in den südlichen Wüstengebieten auf etwa 30 mm.

Das Land wird in vier Klimazonen eingeteilt:

  • Das Mittelmeerklima der Küste bringt warme, feuchte Sommer und meist reichlichen Winterregen. Die Küstenebene ist deshalb sehr fruchtbar und wird landwirtschaftlich genutzt.
  • Das Steppenklima reicht von den Golanhöhen mit dem etwa 2800 m hohen Hermon über das Galiläische Bergland und die Berge von Judäa und Samaria bis in den Raum nördlich von Beʾer Scheva. Die Sommer sind trocken und warm, die Winter kalt; Schneefälle sind selten, aber nicht ungewöhnlich. Der Golan und der See Genezareth sind wichtige Trinkwasserquellen.
  • Das Wüstenklima und das extreme Wüstenklima herrschen am Toten Meer, in der Negev bis nach Eilat. Dort ist es ganzjährig heiß; teilweise werden 50 °C erreicht. Der nördliche Wüstenbereich kühlt im Winter stärker ab, während der Süden und das Gebiet direkt am Toten Meer dauerhaft heiß und trocken bleiben.

Die Negev umfasst fast die Hälfte der Fläche Israels, aber nur 8 % der Bevölkerung leben dort. Die Lage an der Schnittstelle dreier Kontinente führt zu starken Gegensätzen, etwa zwischen gelegentlichem Schnee im Bergland und extrem heißen Trockenwinden in den Wüsten.

Natur, Bodenschätze und Nutzung

Israels Lage, Topographie und unterschiedliche Klimazonen ermöglichen eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Im Land kommen mehr als 500 Vogelarten, etwa 100 Säugetierarten, 90 Reptilienarten und ungefähr 3000 Pflanzenarten vor. Über 150 Pflanzenarten sind ausschließlich in Israel beheimatet. Rund 150 Naturschutzgebiete und 65 Nationalparks umfassen zusammen 1000 km²; mehrere Hundert weitere Anlagen befinden sich in Planung.

Etwa 3 bis 6 % der Fläche sind bewaldet. Seit den 1950er Jahren wurden mehr als 240 Millionen Bäume gepflanzt. Andere Flächennutzungen werden mit etwa 20,1 % Äckern und Feldern sowie 50 bis 60 % Wüste angegeben. Angebaut werden unter anderem Melonen, Tomaten, Gurken, Paprika, Erdbeeren, Kiwis, Mangos, Avocados und Zitrusfrüchte.

Bei fossilen Energieträgern wie Rohöl, Erdgas und Kohle ist Israel grundsätzlich von Importen abhängig. Im Land gibt es jedoch geringe Mengen Erdöl, Phosphate, Pottasche und Kaolin. Ob Edelmetalle und Edelsteine vorhanden sind, ist unbekannt; große Goldvorkommen werden vermutet. Vor der Mittelmeerküste wurden vier Erdgaslagerstätten entdeckt. Aus dem etwa 90 km vor Haifa gelegenen Gasfeld Tamar fördert Israel seit 2014 Erdgas, das zur Weiterverarbeitung nach Aschdod im Süden des Landes geleitet wird.

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