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Geographie Albaniens
Die westliche Grenze wird im Norden durch das Adriatische Meer und im Süden durch das Ionische Meer gebildet. Die Küstenlinie des Landes beträgt rund 362 km.
Inhalt5 Abschnitte
Lage, Größe und natürliche Gefährdung
Die Republik Albanien liegt in Südosteuropa auf der Westhälfte der Balkanhalbinsel und gehört mit einigen ex-jugoslawischen Staaten zur geographischen Region Westbalkan. Sie grenzt im Nordwesten an Montenegro (173 km), im Nordosten an Kosovo (114 km), im Osten an Nordmazedonien (151 km) und im Südosten an Griechenland (282 km). Die Landgrenzen sind zusammen 720 Kilometer lang.
Im Westen liegt die Küste: im Norden an der Adria, im Süden am Ionischen Meer. Die Küstenlinie beträgt rund 362 km. Albanien hat eine Fläche von 28.748 km² und ist damit etwas kleiner als Belgien oder Brandenburg. Bei 2.800.138 Einwohnern im Jahr 2011 betrug die Bevölkerungsdichte 97,4 Einwohner je km².
Wie der gesamte Mittelmeerraum liegt Albanien in einer tektonisch sehr aktiven Region. Deshalb treten schwere Erdbeben auf, beispielsweise 1967, beim Erdbeben in Montenegro 1979 und mehrfach im Jahr 2019, darunter am 26. November 2019.
Großräume und Landschaftsformen
Albanien wird meist in vier Großregionen gegliedert:
- Die Albanischen Alpen liegen im Norden zwischen Skutarisee, Drin und Valbona.
- Das Zentrale Bergland reicht von den südlich daran anschließenden Bergen bis zur griechischen Grenze südlich von Erseka. Es besitzt einen nördlichen und einen südöstlichen Teil; ihre Grenze liegt auf der Höhe von Librazhd.
- Das Südliche Bergland umfasst den gebirgigen Süden mit der ionischen Küste, dem Tal des Drino, dem Mittellauf der Vjosa und dem Unterlauf des Osum.
- Die Küstenebene mit angrenzendem Hügelland bildet die vierte Großregion.
Wichtige Teilräume des Zentralen Berglands sind im Norden unter anderem Mirdita, Puka, die Mat-Senke, die Lura-Kette, das Korabgebirge beziehungsweise Vargu Lindor an der Grenze zu Nordmazedonien sowie Martanesh und Çermenika. Im Südosten liegen das Shkumbin-Tal, die Mokra-Berge, die Valamara (2373 m ü. A.), die Ebene von Korça mit dem Oberlauf des Devoll und Kolonja. Zum Südlichen Bergland gehören unter anderem der Tomorr-Gebirgsstock, die Gebirgszüge Trëbëshinj-Dhëmbel-Nemërçka und Shëndeli-Lunxherië-Bureto, Kurvelesh sowie das Ceraunische Gebirge an der Küste. Teilräume der Küstengebiete sind die Ebenen Mbishkodra und Nënshkodra, die Ebene von Tirana, die Karsthügel der Dumreja, die Myzeqe-Ebene und das Hügelland Mallakastra.
Relief, Küsten und Karst
Hügelland, Berge und Hochgebirge nehmen etwa zwei Drittel Albaniens ein. Nur entlang der Adriaküste liegt eine Schwemmlandebene, also eine durch abgelagerte Flusssedimente entstandene Ebene. Sie reicht von Vlora im Süden nordwärts entlang des Skutarisees bis zur montenegrinischen Grenze und erweitert sich in Mittelalbanien zur großen Myzeqe-Ebene. Die Adriaküste besitzt zahlreiche Lagunen und Feuchtgebiete. An der ionischen Küste steigt das Land dagegen steil zum hohen Ceraunischen Gebirge an.
Ein Randgebirge trennt die Küstenebene vom östlichen Bergland. Es verläuft von der montenegrinischen Grenze bis zum südalbanischen Bergland. Sein zentraler Teil ist das Skanderbeggebirge oder die Kruja-Kette; ihr höchster Berg ist der Dajti. Die meisten Gebirgs- und Hügelzüge verlaufen nordnordwestlich.
Die Albanischen Alpen im Norden sind der südlichste Teil des Dinarischen Gebirges. Sie sind stark verkarstet, das heißt, Wasser hat lösliche Gesteine geformt und unter anderem Höhlen und tiefe Schluchten geschaffen. Die Maja e Korabit in Dibra an der Grenze zu Nordmazedonien ist mit 2764 Metern der höchste Berg Albaniens. Die vollständig in Albanien liegende Maja e Jezercës ist mit 2694 m der zweithöchste. Die Atmos-Höhle in Südalbanien gilt als Höhle mit dem weltweit größten bekannten Höhlensee mit Thermalwasser. Die größte Küsteninsel ist die heute unbewohnte Insel Sazan mit 5,7 km² am Eingang der Bucht von Vlora.
Flüsse, Seen und Nutzung des Wassers
Der längste Fluss Albaniens ist der 282 Kilometer lange Drin. Der Schwarze Drin entspringt dem Ohridsee und vereinigt sich bei Kukës mit dem aus Kosovo kommenden Weißen Drin. Der Drin mündet in die Buna; ein kleines Altwasser mündet bei Lezha in die Adria. Auch Shkumbin, Vjosa, Mat, Erzen und Seman münden in die Adria. Der Seman entsteht durch den Zusammenfluss von Osum und Devoll. Fast alle längeren Flüsse entspringen im Bergland und durchbrechen mindestens eine Bergkette; der Nebenfluss Lengarica fließt durch eine äußerst schmale Klamm. Der einzige namhafte Fluss zum Ionischen Meer ist die Bistrica.
Fast ganz Albanien entwässert zur Adria oder zum Ionischen Meer. Vermosh im äußersten Norden gehört dagegen zum Einzugsgebiet der Donau und damit zum Schwarzen Meer. Ein kleines Gebiet im Kreis Devoll entwässert über den Aliakmonas zur Ägäis.
Der flache Shkodrasee an der montenegrinischen Grenze ist 368 km² groß und gilt als größter See der Balkanhalbinsel. Der Ohridsee an der mazedonischen Grenze ist sehr alt und tief. Der Große Prespasee im Dreiländereck mit Griechenland und Nordmazedonien hat keinen oberirdischen Abfluss. Der Kleine Prespasee ist mit 45 km² der kleinste dieser Seen und trotz der umgebenden Berge eher flach. Weitere Gewässer sind der Butrintsee, die Lagune von Narta, die Lagune von Karavasta, Karstseen in der Dumreja sowie kleinere Gletscherseen im Nationalpark Lura-Mali i Dejës.
Der Drin ist dreimal gestaut; dadurch entstanden die Stauseen Fierza, Koman und Vau-Deja. Am Mat liegen der Ulza- und der Shkopet-Stausee, und am Devoll wurden in den 2010er Jahren zwei Staustufen errichtet. Viele kleinere Flüsse dienen ebenfalls der Stromerzeugung. In kommunistischer Zeit entstanden landesweit kleine Stauseen zur Bewässerung: Es gibt rund 600 Staubecken, das größte ist der Wasserspeicher Thana. Das Bovilla-Reservoir dient vor allem der Trinkwasserversorgung Tiranas. Bewässerungskanäle sicherten Erträge trotz heißen Klimas; zugleich wurden versumpfte und Malaria-verseuchte Küstenebenen systematisch entwässert und trockengelegt, um mehr Landwirtschaftsfläche zu gewinnen.
Bevölkerungsverteilung und Klima
Die Bevölkerung konzentriert sich vor allem in der Küstenebene und in einigen wichtigen Tälern. Bis in die 1990er Jahre wurde die Küstenebene überwiegend landwirtschaftlich genutzt; danach dehnten sich Städte zunehmend in ihr Umland aus. Besonders in Mittelalbanien ist starke Zersiedelung erkennbar. In der Metropolregion Tirana-Durrës wachsen die beiden größten Städte zu einem Großraum zusammen, in dem mindestens ein Drittel der Landesbevölkerung lebt. Zur Agglomeration Tirana gehört Kamza; die Einwohnerzahl der Stadt versiebenfachte sich in den 20 Jahren nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Weitere wichtige Siedlungszentren sind Elbasan, Vlora, Shkodra, Korça, Fier, Berat, Lushnja, Kavaja und Pogradec. Berggebiete und Hügelland sind dagegen geringer oder kaum besiedelt und vielfach von Abwanderung betroffen.
An der Küste herrscht ausgeprägtes Mittelmeerklima: Die Winter sind feucht und mild, die Sommer heiß und trocken. Im Landesinneren herrscht kontinentales Klima mit warmen Sommern sowie teilweise sehr kalten und schneereichen Wintern. Die angegebenen monatlichen Temperaturmittel reichen bei den Minimaltemperaturen von 2,0 °C im Januar und Februar bis 17,0 °C im Juli und August; die Maximaltemperaturen reichen von 12,0 °C im Januar und Februar bis 31,0 °C im Juli und August. Es gibt im August 4 Regentage, im Dezember 17. Die tägliche Sonnenscheindauer beträgt im Juli 12 Stunden, im November und Dezember jeweils 3 Stunden. Die höchsten Niederschläge werden in den Albanischen Alpen gemessen: In Boga fallen mehr als 3000 Millimeter pro Jahr.