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Gedenkstätte Berliner Mauer

Die Berliner Mauer kontextualisiert die Geschichte der Berliner Mauer und bietet die historischen Hintergründe der Teilungsgeschichte, des Kalten Krieges …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Aufbau der Gedenkstätte
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Grenzanlage und Dokumentation
  4. 4. Kapelle und Roggenfeld
  5. 5. Fenster des Gedenkens

Bedeutung und Aufbau der Gedenkstätte

Die Gedenkstätte Berliner Mauer erinnert an die Teilung Berlins durch die Berliner Mauer und an die Todesopfer an der Grenze. Gemeint ist vor allem das etwa 1,4 Kilometer lange Gelände an der südöstlichen Seite der Bernauer Straße zwischen Gartenstraße und Schwedter Straße. Dort befanden sich die Berliner Mauer und der dahinterliegende Todesstreifen.

1998 errichteten die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin auf diesem Gelände ein 70 Meter langes originales Stück der Grenzanlagen wieder. Die verwendeten Mauerteile stammen allerdings aus anderen Abschnitten. Später wurde die Anlage erweitert. Zur Gedenkstätte gehören außerdem die Kapelle der Versöhnung, das Fenster des Gedenkens, das Besucherzentrum und das Dokumentationszentrum Berliner Mauer auf der gegenüberliegenden Straßenseite sowie eine Ausstellung im benachbarten S-Bahnhof Nordbahnhof.

Entstehung und Entwicklung

Die Gedenkstätte geht auf einen Ideenwettbewerb zurück, den das Deutsche Historische Museum 1994 im Auftrag der Bundesregierung durchführte. Die Architekten Kohlhoff & Kohlhoff gewannen den Wettbewerb. Wettbewerb und Bau kosteten 2,2 Millionen Mark, was kaufkraftbereinigt rund 1,96 Millionen Euro in heutiger Währung entspricht. Der Bund übernahm die Baukosten, während das Land Berlin für die Unterhaltungskosten zuständig ist.

Am 11. September 2008 beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin, die Gedenkstätte Berliner Mauer und die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde in der landeseigenen Stiftung Berliner Mauer zusammenzufassen.

In den folgenden Jahren wurde das Gelände entlang der Bernauer Straße erweitert und zu einer Erinnerungslandschaft umgestaltet. Originale Überreste der Grenzanlagen wurden als archäologische Fenster freigelegt oder durch Nachzeichnungen aus Stahl am Boden markiert. Der Verlauf der Mauer wird durch Stäbe aus rostendem Stahl nachgebildet. Der frühere Standort eines Grenzbeobachtungsturms an der Strelitzer Straße ist durch vier Stahlelemente in Originalhöhe gekennzeichnet.

Die Außenausstellung behandelt vier Themen: „Die Mauer und der Todesstreifen“, „Die Zerstörung der Stadt“, „Der Bau der Mauer“ und „Es geschah an der Mauer“. Am 9. November 2009 wurde an der Bernauer Straße und Ecke Gartenstraße das Besucherzentrum eröffnet. Dort können sich Besucher über das gesamte Gedenkstättengelände informieren. Am 9. November 2014, dem 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls, wurden der letzte Teil der Außenausstellung und die neue Dauerausstellung im renovierten Dokumentationszentrum eröffnet. Damit war die Erweiterung der Gedenkstätte abgeschlossen.

Grenzanlage und Dokumentation

Das erhaltene 70 Meter lange Stück der Grenzanlage zeigt den letzten Ausbauzustand, der beim Mauerfall vorhanden war. Vom Westen aus gesehen folgen hinter der Betonwand aus industriell gefertigten L-förmigen Elementen zunächst eine Sandfläche, danach ein mit Laternen beleuchteter Kolonnenweg, ein Signalzaun und die Hinterlandmauer. Stacheldrahtelemente gehören nicht zur rekonstruierten Anlage.

Ein zugehöriger Wachturm im historischen Originalzustand wurde nachträglich innerhalb der Gedenkstätte errichtet. Der ursprüngliche Wachturm war kurz nach dem Mauerfall beim Rückbau entfernt worden. Dies geschah, bevor die Reste der Berliner Mauer am 2. Oktober 1990 durch den Ost-Berliner Magistrat unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Besucher dürfen die Grenzanlage nicht betreten. Sie wurde zu einem Denkmal umgewidmet und an beiden Enden durch Stahlwände abgeschlossen. Auf der nördlichen Wand steht: „In Erinnerung an die Teilung der Stadt vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 und zum Gedenken an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft“.

Das Dokumentationszentrum liegt im ehemaligen Gemeindezentrum der Versöhnungsgemeinde auf der anderen Seite der Bernauer Straße. Es enthält Seminarräume und Büros der Versöhnungsgemeinde sowie der Stiftung Berliner Mauer. Die Dauerausstellung „1961│1989. Die Berliner Mauer“ erklärt die Geschichte der Berliner Mauer im Zusammenhang mit der Teilung Deutschlands, dem Kalten Krieg, dem Mauerbau, dem Mauerfall und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Ein fünfgeschossiger Beobachtungsturm ermöglicht den Blick auf das erhaltene Teilstück der Grenzanlagen.

Kapelle und Roggenfeld

Die Kapelle der Versöhnung wurde von Peter Sassenroth und Rudolf Reitermann entworfen und am 9. November 2000 eingeweiht. Der ovale Bau besitzt eine Fassade aus Holzstäben. Im Inneren befindet sich ein Andachtsraum, der von dem Lehmbaukünstler Martin Rauch in Stampflehmbauweise errichtet wurde. Beim Bau wurden Materialien der abgerissenen Versöhnungskirche wiederverwendet, darunter die Glocken. In der Außenanlage ist der Umriss der früheren Versöhnungskirche markiert.

Auf dem ehemaligen Todesstreifen wächst seit 2005 nach einer Idee des Berliner Künstlers Michael Spengler ein Roggenfeld. Betreut wird es durch die Landwirtschaftlich-gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität. Das Kunstprojekt verbindet Vorstellungen von Berlins ländlicher Vergangenheit mit der Bedeutung des Ortes als Todesstreifen in der DDR.

Der Roggen wird in der zweiten Septemberhälfte gesät. Nach der Bildung von Bestockungstrieben geht er in den Winter; im Juli wird er geerntet. Bei extensiver landwirtschaftlicher Nutzung wären auf der heutigen Fläche durchschnittlich drei bis vier Doppelzentner Ertrag zu erwarten. Der Roggen wurde unter anderem für Abendmahls-Oblaten, Roggenbrötchen und Brot für den Erntedankgottesdienst verwendet. Im Rahmen einer Kunstaktion entstand daraus außerdem der „Fine Berlin Wall Whiskey“.

Fenster des Gedenkens

Das Fenster des Gedenkens wurde im Mai 2010 auf dem erweiterten Gelände der Außenausstellung errichtet. Es ist eine zwölf Meter lange Wand aus Cortenstahl mit 162 Fenstern. Darin befinden sich die Porträts von 130 Menschen, die als Flüchtlinge oder Unbeteiligte an der Berliner Mauer erschossen wurden oder tödlich verunglückten. Unter den Bildern sind die Namen und Lebensdaten der Opfer eingraviert.

An acht getötete Grenzsoldaten erinnert eine Stele in unmittelbarer Nähe. Das Mahnmal steht auf einem Areal südlich der Bernauer Straße, auf dem sich früher ein Teil des Sophienfriedhofs befand. Der nordwestliche Teil des Friedhofs wurde in den 1960er Jahren entwidmet und abgetrennt, damit die Grenzanlagen ausgebaut werden konnten.

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