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Gebetskette
Gebetsketten in verschiedenen Religionen · Christentum · Buddhismus und Hinduismus · Islam.
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Definition und Zweck
Gebetsketten oder Gebetsschnüre sind religiöse Zählhilfen. Ihre Perlen, Kugeln, Knoten oder Scheiben helfen dabei, eine festgelegte Anzahl gleicher oder ähnlicher Gebete, Gesänge, Andachten oder Gebetsformeln zu wiederholen. Sie können außerdem bei Meditation und Entspannung eingesetzt werden.
Die einzelnen Elemente sind auf einer Schnur oder einem meist aus Leder bestehenden Riemen aufgefädelt, daran angebunden oder durch Kettenglieder miteinander verbunden. Dafür werden unterschiedliche Materialien verwendet. Solche Aufreihungen dienen als mnemotechnische Hilfsmittel, also als Gedächtnisstützen. Vergleichbare Knotenschnüre waren schon lange in verschiedenen Kulturen verbreitet, etwa das besonders ausgereifte altperuanische Quipu sowie Knotenschnüre in Polynesien und China. In verschiedenen religiösen Systemen werden Gebetsketten auf ähnliche Weise genutzt.
Formen im Christentum
Im Christentum gibt es je nach Kirche und Tradition verschiedene Gebetsketten.
• In der römisch-katholischen Kirche gehören dazu der herkömmliche Rosenkranz, der Barmherzigkeitsrosenkranz, der Rosenkranz Unserer Lieben Frau von den Tränen und der Kleine Rosenkranz zum Jesuskind.
• In der orthodoxen Kirche werden das Komboskini und die Lestowka für das Jesusgebet verwendet.
• Im Protestantismus gibt es den Christus-Rosenkranz und die Perlen des Glaubens.
• In der anglikanischen Kirche wird der anglikanische Rosenkranz genutzt.
Mala im Buddhismus und Hinduismus
Die buddhistische und hinduistische Gebetskette heißt Mala. Sie besteht in der Regel aus 108 Perlen und wird üblicherweise aus Naturprodukten wie Nüssen oder Palmholz hergestellt. Teilweise kommen Knochen oder Horn zum Einsatz; diese Materialien symbolisieren die Vergänglichkeit des Seins.
Im Buddhismus stehen die 108 Perlen für die 108 Bände der gesammelten Lehren Buddhas. Im Hinduismus entsprechen sie 108 Namen oder Attributen der jeweils angebeteten Gottheit.
Die Mala wird bei der Zitation eines Mantras verwendet. Ein Mantra ist hier eine wiederholt gesprochene oder gedachte religiöse Formel. Dabei werden drei Arten unterschieden:
• Vaikhari-Japa: laute Zitation.
• Manasika-Japa: Zitation in Gedanken.
• Upamshu-Japa: tonlose Zitation mit den Lippen.
Misbaha im Islam
Die islamische Gebetskette heißt korrekt Misbaha oder Subha. In der nicht-arabischen Umgangssprache wird sie häufig Tasbih beziehungsweise auf Türkisch Tesbih oder Tespih genannt. Diese Bezeichnungen sind jedoch nicht ganz genau, weil sie eigentlich den Vorgang der Lobpreisung Gottes bezeichnen. Alle genannten Wörter gehen auf dieselbe Wurzel zurück.
Eine Misbaha kann unterschiedliche Formen und Farben haben und beispielsweise aus Holz oder Kunststoff bestehen. Es gibt kleine und große Ausführungen mit 11, 33, 99 oder 1000 Perlen. Am häufigsten werden Gebetsketten mit 33 oder 99 Perlen benutzt. Eine Kette mit 99 Perlen ist oft in drei Abschnitte mit jeweils 33 Perlen gegliedert.
Eine Form der Verwendung besteht aus drei Teilen:
• 33-mal wird Gott für seine Werke und sein Tun gepriesen: „Subhann-allah“.
• 33-mal wird Gott gedankt: „Alhamdulillah“.
• 33-mal werden Gottes Großartigkeit, Allwissenheit, Mächtigkeit, Gerechtigkeit und weitere Eigenschaften bezeugt: „Allahu-akbar“.
Bei einer zweiten Variante können diese Aspekte in jedem einzelnen Abschnitt wiederholt werden. Außerdem lassen sich beim Gebet die im Koran vorkommenden 99 Namen Allahs oder andere religiöse Formeln rezitieren.