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Fuck

Nomen. Die Bezeichnung von Personen (auch: Gegenständen) in diesem Kontext ... 9 (englisch, ofcom.org.uk [PDF; 346 kB]). ↑ openculture: The Very First …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Sprachliche Verwendung
  3. 3. Umschreibungen und abgeleitete Formen
  4. 4. Herkunft und frühe Belege
  5. 5. Medien, Film und Popkultur

Begriff und Bedeutung

Fuck ist ein Vulgärausdruck der modernen englischen Sprache und eines der bekanntesten Schimpfwörter der Welt. Die wörtliche Übersetzung von to fuck ist „ficken“. In der Umgangssprache wird das Wort aber häufig nicht wörtlich gebraucht, sondern als Verstärkung, Beleidigung, Ausruf oder Ausdruck starker Gefühle.

Je nach Zusammenhang kann „fuck“ oder „fucking“ im Deutschen etwa mit „verdammt“, „zum Teufel“ oder „scheiß-“ wiedergegeben werden. Nur „scheiß-“ entspricht dabei ungefähr demselben vulgären Sprachgebrauch. Das Wort kann Sachverhalte als extrem kennzeichnen, etwa Ärger, Überraschung, Ablehnung oder starke Betonung.

In vielen englischsprachigen Ländern gilt fuck als tabuisiert und wird in offiziellen oder öffentlichen Zusammenhängen oft zensiert. In einer britischen Umfrage lag fuck auf dem dritten Platz der schwersten Schimpfwörter; der abgeleitete Ausdruck motherfucker lag auf Platz zwei, cunt auf Platz eins.

Sprachliche Verwendung

Fuck kann in mehreren grammatischen Funktionen auftreten. Als Interjektion, also als Ausruf, steht „Fuck!“ je nach Situation für Überraschung, Schmerz, Angst, Enttäuschung oder Ärger. Typische Wendungen sind „Fuck off!“ („Verpiss dich!“), „Fuck you!“ oder „Fuck yourself!“ („fick dich“), „What the fuck?“ („Was zum Teufel…?“), „Fuck it!“ („Scheiß drauf!“) und „I don’t give a fuck.“ („Es ist mir scheißegal.“). Zur Verstärkung kann das Wort in bestehende Ausdrücke eingefügt werden, etwa „Shut the fuck up!“ als deutlich verschärfte Form von „shut up“.

Als Adjektiv wird vor allem fucking verwendet. Es fügt einem Ausdruck eine starke Betonung hinzu und kann im Deutschen oft mit „verdammt“ oder einer anderen nachdrücklichen Formulierung übersetzt werden. Ein Beispiel ist „None of your fucking business!“ („Das geht dich einen Scheißdreck an!“). Die Verbindung fucked up oder kurz fucked bedeutet ungefähr „kaputt“, „fertig“ oder „erledigt“, etwa in „I’m fucked.“ („Ich bin erledigt.“). Als Adverb verstärkt fucking ein Adjektiv oder eine Aussage, zum Beispiel „It’s fucking cold.“ („Es ist verdammt kalt.“) oder „That was fucking great.“ („Das war verdammt großartig.“).

Als Verb kann to fuck als Dysphemismus gebraucht werden. Ein Dysphemismus ist ein absichtlich derber oder abwertender Ausdruck. Dabei wird die sexuelle Bedeutung des Wortes genutzt, um Empörung oder Härte auszudrücken, auch wenn es nicht um Sexualität geht. Beispiele sind „I will fuck you.“ im Sinne von „Ich mache dich fertig“ oder „I was fucked.“ im Sinne von „Ich wurde ausgeraubt / zusammengeschlagen / …“. Als Nomen ist fuck mehrdeutig; für Personen wird häufiger fucker verwendet, etwa in „Stupid fucker!“ („Dummes Arschloch.“). Je nach Zusammenhang kann fuck aber auch eine Person, einen Sexualpartner oder einen stark bewerteten Menschen bezeichnen, etwa „He’s a dumb fuck.“ („Er ist ein Vollidiot.“).

Umschreibungen und abgeleitete Formen

Weil das Wort in vielen Situationen als unangemessen gilt, wird es oft umschrieben. Eine bekannte Umschreibung ist the F-word. Die Verwendung des Wortes kann als dropping the F-bomb bezeichnet werden, wörtlich etwa „die F-Bombe werfen“. Außerdem wird fuck durch ähnlich klingende oder ersetzende Wörter wie feck, flip, fudge, freak, fork, frak oder frack ersetzt. In informeller Schriftsprache, besonders im Internet und in Comics, erscheinen auch Schreibweisen wie f***.

Fuck ist Bestandteil vieler abgeleiteter Ausdrücke und Abkürzungen. Genannt werden SNAFU, MILF und FUBAR. Besonders verbreitet ist WTF? für what the fuck? („Was zur Hölle…?“). Die Abkürzung „FU!“ für „Fuck You“ erreichte 2012 bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres den zweiten Rang.

In nicht englischsprachigen Kulturen wird die beleidigende Wirkung des Wortes meist verstanden, doch es wird oft weniger streng zensiert. Ein möglicher Grund ist, dass es als Fremdwort nicht dieselbe unmittelbare Wirkung hat. Deshalb werden amerikanische Rap-Songs auf europäischen Radiosendern häufig auch dann gespielt, wenn das Wort vorkommt. Im Deutschen ist außerdem die eingedeutschte Form „abgefuckt“ für das englische fucked up gebräuchlich.

Herkunft und frühe Belege

Die genaue Herkunft des Wortes ist umstritten. Es wird ein altgermanischer Ursprung vermutet, weil es ähnliche und sinnverwandte Wörter in mehreren heutigen germanischen Sprachen gibt, zum Beispiel deutsch ficken, niederländisch fokken, norwegisch fukka sowie schwedisch fokka beziehungsweise fock. Möglicherweise lautete ein urgermanisches Wort fuk und bedeutete ursprünglich etwa „(zu)schlagen“. Auch eine urindogermanische Verwandtschaft mit dem lateinischen pugnus für „Faust“ wird vermutet. Nachschlagewerke wie das Oxford English Dictionary sind sich über die genaue Etymologie nicht einig.

Unklar ist auch, wann das Wort als Schimpfwort auftrat. Es gibt Hinweise, dass es in englischsprachigen Ländern bis in das 17. Jahrhundert als akzeptabel gelten konnte, damals mit Bedeutungen wie „penetrieren“ oder „zuschlagen“. Als Vulgärausdruck ist es schriftlich im 16. Jahrhundert nachweisbar. Ein Beleg ist die Form fukkit in einem Gedicht des schottischen Dichters William Dunbar aus dem Jahr 1503. Ein englischer Mönch schrieb 1528 in ein Manuskript von Ciceros De Officiis als Randnotiz „O D fucking abbot“, offenbar als Ausdruck von Ärger über einen Abt.

Ein noch älterer verschlüsselter Beleg stammt aus einem Gedicht vor 1500 in gemischtem Englisch und Latein. Darin ergibt die entschlüsselte Form fvccant ungefähr den Sinn: „Sie sind nicht im Himmel, denn sie ficken die Frauen aus Ely.“ Ein mutmaßlich noch früherer Beleg wurde 2015 in einem Gerichtsdokument des Crown Court der Stadt Chester vom 8. Dezember 1310 gesehen: Dort erscheint ein Angeklagter namens „Roger Fuckebythenavele“, dessen Nachname möglicherweise wörtlich „fickt in den Nabel“ bedeutet.

Medien, Film und Popkultur

In der Popkultur wird das Wort häufig wegen seiner Vulgarität, Vieldeutigkeit und starken Wirkung eingesetzt. Komiker wie George Carlin, Chris Rock, Denis Leary, Monty Python und Sam Kinison spielten mit dem Ausdruck. Auch in Liedtexten wird es als Schimpfwort, Verstärkung oder rhythmisches Element verwendet. Genannt werden unter anderem Mary Pranksters Song Mercyfuck, der Sex-Pistols-Song Bodies von 1977, Princes Song Sexy M.F. von 1992 und Foxtrot Uniform Charly Kilo der Bloodhound Gang von 2005, dessen Titel in der NATO-Buchstabiertafel für F – U – C – K steht.

In amerikanischen Medien gilt die Verwendung von fuck als häufiger Tabubruch. Der Gebrauch von Vulgärsprache in englischsprachigen Filmen hat seit den 1990er Jahren deutlich zugenommen. Zugleich bestehen Unterschiede zwischen britischer und amerikanischer Toleranz. Bei Vier Hochzeiten und ein Todesfall mussten Szenen mit dem Wort für den US-amerikanischen Markt erneut gedreht werden, weil man das Wort an den Lippen hätte ablesen können. Als Ausnahmen werden die Filme Hangover, Hangover 2 und Hangover 3 genannt, in denen mehrere derbe Wörter mehrfach vorkommen.

Im Standardgebrauch der englischen Sprache kommen fuck und seine Abwandlungen nur wenig mehr als einige Dutzend Mal pro Million Wörter vor. Einzelne Filme können aber viel höhere Häufigkeiten haben, was Übersetzung und Synchronisation erschwert. In From Dusk Till Dawn wird der unterschiedliche Gebrauch des Wortes sogar zur Abgrenzung verschiedener Figuren eingesetzt. Medienangebote wie Family Media Guide, Screenit, Kids-in-Mind oder Preview Online zählen systematisch obszöne Wörter in Filmen. Eine 2004 veröffentlichte Überblicksstudie der Harvard Medical School verglich solche Listen mit den Ratingvorgaben der Motion Picture Association of America und kritisierte unter anderem, dass Alkohol, Tabak und illegale Drogen in Ratingangaben anders berücksichtigt würden als obszöne Ausdrücke.

2005 erschien der Dokumentarfilm FUCK von Steve Anderson und Rainstorm Entertainment. Er behandelt Bedeutung und Verwendung des Wortes und enthält Kommentare verschiedener Personen sowie Filmausschnitte. Der Ausdruck selbst wird in der Dokumentation 824-mal genannt.

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