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Frederick Maharero
... Völkermord an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika geprägt. ... Die brutale und auch gegen zivile Personen völlig rücksichtslose Kriegsführung von …
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Person und Bedeutung
Frederick Maharero (1875–11. September 1952) war der älteste Sohn von Samuel Maharero, einem bedeutenden Gruppenführer der Herero im heutigen Namibia. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Frederick diese Führungsaufgabe. Sein Leben wurde besonders durch seinen Aufenthalt in Deutschland, die deutsche Kolonialherrschaft und den Völkermord an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika geprägt.
Aufenthalt in Deutschland
Frederick war 22 Jahre alt, als er 1896 mit Begleitern von Deutsch-Südwestafrika nach Berlin reiste. Dort gehörte er zu 106 Afrikanern und Melanesiern, die im Rahmen der Berliner Kolonialausstellung das Leben aus ihrer Heimat in und vor künstlich errichteten Kulissendörfern darstellen sollten. Diese Dörfer wurden damals auch verächtlich „Negerdörfer“ genannt.
Frederick und seine Begleiter widersetzten sich der Vereinnahmung teilweise dadurch, dass sie bei ihren Auftritten keine Landestrachten, sondern Anzüge trugen. Auch bei Vorführungen auf Pferden erschienen sie in dieser Kleidung. Der Aufenthalt diente Frederick jedoch nicht nur der Ausstellung. Er wollte Deutschland kennenlernen und bat um eine Audienz bei Kaiser Wilhelm II. Diese wurde ihm im September 1896 gewährt; vermittelt wurde sie durch Bernhard von Bülow, der 1900 Reichskanzler wurde.
Bei der Audienz wollte Frederick sich für Generalmajor Theodor Leutwein einsetzen. Leutwein war Kommandeur der kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika und wurde in Deutschland beschuldigt, gegenüber den Herero zu nachsichtig zu sein. Außerdem erwarteten Frederick und seine Begleiter vom Kaiser eine Zusicherung des Friedens für die Herero. Welche konkreten Ergebnisse die Initiative hatte, ist nicht bekannt. Frederick erinnerte sich jedoch nachhaltig an die Begegnung: „Ich wurde dem Kaiser vorgeführt, da er seine schwarzen Untertanen noch nicht kennen gelernt hatte.“ Über seinen einjährigen Deutschlandaufenthalt sagte er später: „Gar nichts wurde uns beigebracht. Wir haben nur mit Pferden reiten müssen und wurden gekleidet und gedrillt wie Soldaten.“
Flucht, Kampf und Führung
Nach der Kolonialausstellung kehrte Frederick in seine Heimat zurück. Die Herero wurden durch massive Landkäufe der Deutschen Kolonialgesellschaft zunehmend aus ihrem Siedlungsgebiet verdrängt. Am 12. Januar 1904 begann deshalb der Aufstand der Herero unter Samuel Maharero.
Nach der entscheidenden Schlacht am Waterberg Mitte August 1904 floh Frederick gemeinsam mit seinem Vater durch die nahezu wasserlose Omaheke-Wüste in das Gebiet von Tsau im damals britischen Betschuanaland. Die Familie Maharero musste dort unter ärmlichen Bedingungen leben. Die rücksichtslose Kriegsführung von Generalleutnant Lothar von Trotha, die sich auch gegen zivile Personen richtete, gilt heute in weiten Teilen der Wissenschaft als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts.
Frederick setzte den Kampf gegen die deutschen Kolonisten von 1904 bis 1907 mit Guerillataktik fort. Später zog die Familie zunächst nach Groenfontein-Transvaal in die Südafrikanische Republik und danach nach Mahalapye in Betschuanaland. Während des Ersten Weltkriegs in Südwestafrika kämpfte Frederick auf der Seite der Südafrikanischen Union gegen die Deutsche Schutztruppe.
Seit 1920 versuchte er, in seine Heimat zurückzukehren. Die damalige Regierung Südafrikas erlaubte dies jedoch nicht. Nach dem Tod seines Vaters Samuel im Jahr 1923 wurde Frederick Gruppenführer der Ovaherero. Deren Lebensraum erstreckte sich über weite Teile Namibias. 1952 zog Frederick nach Okahandja, wo er im selben Jahr starb. Er wurde auf dem Hererofriedhof beigesetzt.
Haltung gegenüber Deutschland
Frederick Mahareros Erfahrungen in Deutschland und das Schicksal seiner Familie führten zu einer bis zu seinem Tod unversöhnlichen und stark bitteren Haltung gegenüber den Deutschen. 1945 erklärte er, die Deutschen hätten die Herero und Nama „sehr gut bekämpft“ und ihnen ihr Land weggenommen. Er kritisierte außerdem, dass die Deutschen sie zwar zum Christentum bekehrt, ihnen aber keine weiterführende Ausbildung gegeben und nicht geholfen hätten, voranzukommen.
Nach Fredericks Einschätzung hatten die Herero von den Deutschen „überhaupt nichts“ gelernt außer dem Wort „Gott“. Er sagte zudem, die Deutschen hätten die Herero gefürchtet und verhindern wollen, dass sie lernten und sich weiterentwickelten. Diese Äußerungen zeigen, wie Frederick Kolonialherrschaft, Landverlust, fehlende Bildung und die Gewalt gegen die Herero und Nama miteinander verband.