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Flughafen Kuala Lumpur

Das Low Cost Carrier Terminal (LCCT) ist ein Abfertigungsgebäude, welches speziell an die Bedürfnisse der Billigfluggesellschaften angepasst ist. Von 2006 …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Entstehung und Ausbau
  3. 3. Gebäude und Passagierwege
  4. 4. Technik und Infrastruktur
  5. 5. Architektur, Orientierung und Planung
  6. 6. Verkehr, Ziele und Besonderheiten

Überblick und Lage

Der Kuala Lumpur International Airport (KLIA; IATA-Code KUL, ICAO-Code WMKK) ist der größte Flughafen Malaysias. Er wurde am 27. Juni 1998 eröffnet und liegt im Distrikt Sepang im Bundesstaat Selangor, 44 Kilometer südlich von Kuala Lumpur. Er dient Malaysia Airlines und AirAsia als wichtiges Drehkreuz. 2024 wurden 57.105.624 Passagiere gezählt. Das Flughafengelände umfasst etwa 1000 Hektar; der Flughafen hat zwei Terminals und drei Start- und Landebahnen.

Der Flughafen liegt am südlichen Ende des Multimedia Super Corridors, einer Sonderwirtschaftszone zwischen Kuala Lumpur, Putrajaya, Cyberjaya, Sepang und dem Flughafen. Er wurde auf früheren Ölpalmplantagen gebaut und ist bis heute von solchen Plantagen umgeben. Im Umkreis von 100 Kilometern leben mehr als sieben Millionen Menschen; sechs der zehn größten Städte Malaysias liegen weniger als 100 Kilometer entfernt. Durch seine Lage eignet er sich als Umsteigeort zwischen Europa und Zielen wie Indonesien, Australien, Neuseeland und den Philippinen, steht aber in Konkurrenz zu Singapur, Bangkok und Jakarta.

Die Verkehrsanbindung erfolgt über Straße, Bus und Bahn. Seit 2002 verbinden KLIA Ekspres und KLIA Transit den Flughafen mit Kuala Lumpur. Beide starten am City-Air-Terminal im Hauptbahnhof und kommen in der untersten Ebene des Hauptabfertigungsgebäudes an. Beim KLIA Ekspres wird die 57 Kilometer lange Strecke ohne Halt gefahren; der KLIA Transit hält an drei zusätzlichen Stationen. Außerdem verbinden Schnellbusse den Flughafen mit Kuala Lumpur Sentral und dem Busbahnhof Puduraya.

Entstehung und Ausbau

Die Planung begann 1990, weil der alte Flughafen Sultan Abdul Aziz Shah in Subang überlastet war und kaum erweitert werden konnte. Der damalige Premierminister Mahathir bin Mohamad unterstützte das Projekt besonders. Der neue Flughafen sollte den Kapazitätsbedarf für mehrere Jahrzehnte decken.

Die erste Ausbaustufe kostete mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar, etwa 2,73 Milliarden Euro nach dem Kurs vom 10. November 2006. Die Bauzeit betrug nur vier Jahre und sechs Monate; mehr als 25.000 Bauarbeiter arbeiteten auf der damals größten Baustelle Malaysias. Vor Baubeginn wurde ein Orang-Asli-Dorf mit 85 Familien umgesiedelt; als Ausgleich erhielten die Familien andere Agrarflächen.

Bei der offiziellen Eröffnung am 27. Juni 1998 kam es zu schweren Startproblemen: Das Gepäckfördersystem brach zusammen, außerdem fielen Systeme mehrerer Fluggastbrücken und Parkpositions-Anweisungsbildschirme aus. Es entstanden lange Warteschlangen, viele Gepäckstücke gingen verloren oder wurden erst Tage später zugestellt. In der ersten Ausbaustufe hatte der Flughafen eine geplante Erweiterbarkeit bis 80 Millionen Passagiere pro Jahr; später wurden verschiedene Kapazitätszahlen genannt, darunter rund 25 Millionen Reisende in der damaligen Situation und etwa 45 Millionen als Kapazität 2012.

Gebäude und Passagierwege

Die wichtigsten Passagierbereiche sind das Hauptabfertigungsgebäude, der Contact Pier und das Satellitenabfertigungsgebäude. Das Hauptabfertigungsgebäude liegt zwischen den Start- und Landebahnen. Es hat fünf Ebenen: unten den Flughafenbahnhof, darüber Zugänge zu Hotel und Parkhaus, dann die Ankunftsebene mit Gepäckausgabe, Passkontrolle, Zoll und Serviceangeboten, darüber die Gepäckförderanlage und oben die Abflugebene mit Check-in. In der Halle gibt es sechs parallele Check-in-Inseln mit je 36 Schaltern.

Der Contact Pier ist ein längliches Gebäude mit Flugsteigen auf beiden Seiten. In der obersten Ebene liegen die Aerotrain-Station und Flugsteige für internationale Flüge, darunter die nationalen Flugsteige. Auf Vorfeldhöhe gibt es Warteräume für Flüge, bei denen Passagiere mit Bussen zum Flugzeug gebracht werden. Fahrsteige verkürzen die Wege. Südlich des Piers können auch große Flugzeuge bis zur Boeing 747 abgefertigt werden; einige Positionen besitzen zwei Fluggastbrücken.

Das kreuzförmige Satellitengebäude dient ausschließlich internationalen Flügen. Es wird über den Aerotrain erreicht und besitzt 26 gebäudenahe Flugzeugpositionen, von denen 19 mit zwei Fluggastbrücken ausgestattet sind. In der Mitte befindet sich ein Glaszylinder mit tropischen Regenwaldbäumen und -pflanzen, größtenteils aus einem bestehenden Regenwald transplantiert. Für den Airbus A380 wurden fünf Flugsteige angepasst, unter anderem mit einer dritten Fluggastbrücke.

Die Abfertigung internationaler und nationaler Passagiere ist getrennt. Internationale Passagiere passieren Check-in, Passkontrolle und je nach Ziel den Contact Pier oder den Aerotrain zum Satelliten. Inlandspassagiere nutzen eigene Verbindungen ohne Passkontrolle. Das frühere Low Cost Carrier Terminal wurde 2006 eröffnet, war einfach und kostengünstig gebaut und lag etwa 20 Straßenkilometer vom Hauptterminal entfernt. 2014 übernahm das neue KLIA-2-Terminal diese Funktion; es ist über KLIA Ekspres und KLIA Transit in drei Minuten mit KLIA verbunden.

Technik und Infrastruktur

Der Aerotrain ist ein automatischer, führerloser Flughafen-Zug zwischen Contact Pier und Satellitengebäude. Zwei Züge mit je drei Waggons verkehren rund um die Uhr. Alle drei Minuten fährt ein Zug; die Fahrt dauert weniger als zwei Minuten. Ein Zug fasst 250 Passagiere, die Leistung beträgt etwa 3000 Passagiere pro Stunde und Richtung, die Höchstgeschwindigkeit im Betrieb bis zu 55 km/h. Bahnsteigtüren schützen die Gleise, und die Haltestellen nutzen die „Spanische Lösung“: Ankommende Passagiere steigen auf einer Seite aus, danach steigen abfliegende Passagiere auf der anderen Seite ein.

Die Gepäckförderanlage ist 24 Stunden in Betrieb und nutzt Strichcodes, vierfache Sicherheitskontrollen und Hochgeschwindigkeits-Förderbänder. Sie kann maximal 1200 Gepäckstücke des Früh-Check-ins aufbewahren. Die Förderbänder sind insgesamt 33 Kilometer lang; ein Teil verläuft durch einen 1,1 Kilometer langen Tunnel zwischen Haupt- und Satellitengebäude. Wegen häufiger technischer Probleme bestellte das Verkehrsministerium am 19. März 2006 bei Siemens Industrial Solutions and Services ein neues System im Wert von über 20 Millionen Euro. Es sollte Hochgeschwindigkeits-Behälterfördertechnik verwenden, bei der Gepäckstücke einzeln in Wannen transportiert und besser verfolgt werden können.

Die beiden ursprünglichen Start- und Landebahnen sind jeweils etwa vier Kilometer lang und 60 Meter breit. Sie liegen rund 2,5 Kilometer auseinander und erlauben Simultanbetrieb, also unabhängige Nutzung beider Pisten. Das Pistensystem kann bis zu 120 Flugbewegungen pro Stunde bewältigen. Schnellabrollwege im 30-Grad-Winkel ermöglichen gelandeten Flugzeugen, die Bahn bei höherer Geschwindigkeit zu verlassen. Ende 2005 begann der Ausbau für den Airbus A380, unter anderem mit 7,5 Meter breiten befestigten Seitenstreifen.

Architektur, Orientierung und Planung

Die Abfertigungsgebäude wurden vom japanischen Architekturbüro Kisho Kurokawa Architect and Associates unter Leitung von Kishō Kurokawa zusammen mit Akitek Jururancang entworfen. Das Hauptterminal besitzt 39 quadratische Dacheinheiten in abgewandelter Zeltdachform. Sie sollen Elemente malaysischer Architektur aufnehmen, auf den islamischen Hintergrund des Landes verweisen und Modernität zeigen. Im Satellitengebäude prägen ein Satteldach, der Glaszylinder mit Regenwald und große Panoramafenster das Bild. Holzimitate an Decken, Granitböden und Glaswände zwischen Wegen und Warteräumen gehören zum Innenraumkonzept.

Die Beschilderung ist einheitlich: Blaue Schilder mit weißer Schrift zeigen Pfeile, Piktogramme und Informationen auf Malaiisch und Englisch, wichtige Schilder zusätzlich auf Arabisch, Chinesisch und Japanisch. Gelbe Balken leiten ankommende Passagiere ohne Weiterflug zur Passkontrolle und Ankunftshalle, grüne Balken führen abfliegende und Transitpassagiere zu den Flugsteigen. Die Gates sind mit Buchstaben gekennzeichnet, etwa C im Satelliten, A/B/G/H im Contact Pier.

Der Masterplan sah in der finalen vierten Ausbaustufe für 2020 vier, optional fünf Start- und Landebahnen sowie zwei Abfertigungskomplexe mit je einem Pier- und zwei Satellitengebäuden vor. Damit sollten bis zu 100 Millionen Passagiere pro Jahr möglich sein. Die benötigten Flächen waren bereits vorhanden und nicht besiedelt. Auch ein zweites Satellitengebäude, Erweiterungen des Piergebäudes und zusätzliche Aerotrain-Trassen wurden geplant.

Verkehr, Ziele und Besonderheiten

Der Abschnitt zu Fluggesellschaften und Zielen wird im Artikel als nicht ausreichend belegt gekennzeichnet. Danach wird der Flughafen von 69 Fluggesellschaften, darunter 6 Frachtfluggesellschaften, angeflogen; sie verbinden Kuala Lumpur mit Zielen auf fünf Kontinenten. Die Strecke nach Singapur ist mit rund 1,7 Millionen Passagieren jährlich die aufkommensstärkste. In den deutschsprachigen Ländern wird Frankfurt angeflogen. Malaysia Airlines und AirAsia nutzen den Flughafen als Drehkreuz und sorgen zusammen für einen großen Teil des Passagieraufkommens.

Die Verkehrszahlen zeigen langfristig starkes Wachstum, aber auch Einbrüche. 1999 wurden 14.021.531 Passagiere gezählt, 2013 bereits 47.498.157, 2019 dann 62.257.101. Im Jahr 2020 sank das Passagieraufkommen auf 13.120.116, ein Rückgang um 78,9 %. Beim Frachtaufkommen werden zum Beispiel 430.223 Tonnen im Jahr 1999, 680.982 Tonnen 2013 und 687.200 Tonnen 2019 genannt.

Ein Zwischenfall ereignete sich am 23. August 2001: Eine Boeing 747-368 der Saudi Arabian Airlines mit dem Kennzeichen HZ-AIO wurde beim Rollen zum Abfluggate in einen Monsunentwässerungsgraben gelenkt. Der Bug wurde beschädigt, das Flugzeug irreparabel zerstört; sechs Crewmitglieder wurden leicht verletzt.

Zu den weiteren Einrichtungen gehören der Bunga Raya VVIP Complex für besonders wichtige Gäste und Staatsempfänge, ein Fünf-Sterne-Hotel mit 450 Betten, zwei Feuerwehrstationen mit insgesamt 14 Flugfeldlöschfahrzeugen und eine spezielle Kammer für explosive Güter. Für Einzelhandel stehen 85.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung.

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