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Feedback-Effekt
Feedback-Effekte (englisch feedback, „Rückkopplung“) sind in der Netzwerkökonomik sich selbst verstärkende Rückkopplungseffekte, die sowohl einzeln bei …
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Begriff und Grundprinzip
Feedback-Effekte sind in der Netzwerkökonomik sich selbst verstärkende Rückkopplungseffekte. Sie treten bei Netzwerk-, Skalen- und Lock-in-Effekten sowohl einzeln als auch in Kombination auf. Die deutsche Fachliteratur verwendet „Feedback-Effekte“, die englische Literatur spricht von „Rücklauf“ (return; increasing/decreasing return).
Nach Brian Arthur verstärken sie innerhalb eines Systems einen positiven oder negativen Trend. Ein positiver Feedback-Effekt bedeutet: Eine Entwicklung führt zu Folgen, die genau diese Entwicklung weiter verstärken. Ein negativer Effekt wirkt entsprechend in die entgegengesetzte Richtung.
Kritische Masse und positive Rückkopplung
Ein Beispiel ist ein kostenführender Anbieter auf einem Gütermarkt. Er kann seine Marktpreise senken, dadurch weitere Nachfrage anziehen und seinen Marktanteil ausbauen. Der größere Marktanteil lässt die Stückkosten weiter sinken; diese Kostendegression festigt wiederum die Marktstellung. Für das günstiger anbietende Unternehmen sind dies positive Netzwerk- und Feedback-Effekte. Die Konkurrenz, die Marktanteile verliert, erfährt dagegen negative Netzwerk- und Feedback-Effekte.
Wird die kritische Masse, der Tipping-Point, an Benutzern eines Netzwerks oder Kunden von Produkten beziehungsweise Dienstleistungen erreicht, steigt der Nutzwert stark an. Dann können fast ohne weitere Anstrengung zusätzliche Benutzer oder Kunden gewonnen werden. Die Attraktivität des Systems erhöht sich dadurch nachhaltig.
Positive und negative Effekte
Positive Feedback-Effekte können dazu führen, dass marktbeherrschende Anbieter ihre Marktstellung weiter ausbauen und mehr Marktmacht gewinnen. Dieser Vorgang wird Monopolisierung genannt. Unterlegene Anbieter verlieren dabei an Bedeutung.
Bei negativen Feedback-Effekten verschlechtert sich dagegen die Wettbewerbsposition eines dominierenden Anbieters stetig, während unterlegene Anbieter an Bedeutung gewinnen. In der Netzwerkökonomik werden negative Feedback-Effekte weniger beachtet, weil positiven Effekten ein wesentlich höheres Potenzial zugeschrieben wird.
Drei Verbindungen mit Marktmechanismen
Bei Netzwerkeffekten steigert eine größere Zahl von Benutzern den Nutzen eines Gutes; dies ist ein direkter Netzwerkeffekt. Auch eine größere Auswahl von Komplementärgütern, also ergänzenden Gütern, kann den Nutzen erhöhen; dies ist ein indirekter Netzwerkeffekt. Der steigende Nutzen fördert mit hoher Wahrscheinlichkeit die weitere Verbreitung des Gutes.
Bei Skaleneffekten erreicht ein Marktführer mit hohem Marktanteil eine stärkere Kostendegression. Er kann deshalb den Marktpreis senken, wie es auch das Gesetz der Massenproduktion beschreibt, und seine Marktstellung weiter ausbauen.
Bei Lock-in-Effekten erschweren hohe Wechselkosten den Wechsel zu einem anderen Produkt und erhöhen damit die Kundenbindung. Verbraucher entscheiden sich nur dann für ein anderes Gut, wenn dessen Nutzen die Wechselkosten kompensiert. Als Beispiel für Feedbackdaten nennt der Artikel Google: Gibt jemand einen Suchbegriff ein, kann Google sofort einen Vorschlag unterbreiten, weil andere Nutzer zuvor danach gesucht haben. In der Informatik werten Algorithmen solche Feedbackdaten aus.
Bedeutung für Unternehmen und digitale Märkte
Skaleneffekte entstehen bei Großunternehmen, wenn sie Produktionsfaktoren bei höherer Ausbringung wirtschaftlicher einsetzen, Synergieeffekte nutzen und günstiger produzieren. Das Marktwachstum geht hierbei vom Angebot aus. Positive Feedback-Effekte auf Netzwerkmärkten entstehen dagegen durch die Nachfrage. Nach Erreichen der kritischen Masse wollen die meisten Netzbenutzer wegen der Netzeffekte nur noch dem führenden Netzwerk angehören.
Positive Netzwerkeffekte erhöhen den Nutzen, Skaleneffekte verringern die Kosten und positive Feedback-Effekte verbessern die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen; negative Effekte führen jeweils zum Gegenteil. Besonders digitale Güter sind betroffen. Die drei Kombinationen bedingen einander und können bewirken, dass ein Akteur mit dominantem Marktanteil noch dominanter wird und Konkurrenten schwächt. Der Artikel erwartet, dass Feedback-Effekte die Wertschöpfung rund um künstliche Intelligenz und weitere neue Technologien beherrschen werden.