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Evolutionäre Psychologie

Die evolutionäre Psychologie (auch Evolutionspsychologie) ist ein Forschungszweig der Psychologie. Er versucht, das Erleben und Verhalten des Menschen mit …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Grundannahmen
  2. 2. Evolution, Anpassung und Modularität
  3. 3. Methoden und zentrale Kritik
  4. 4. Beispiele einzelner Forschungsprogramme
  5. 5. Geschlechterunterschiede, räumliche Wahrnehmung und Partnerwahl

Gegenstand und Grundannahmen

Die evolutionäre Psychologie ist ein Forschungszweig der Psychologie. Sie erklärt menschliches Erleben und Verhalten mithilfe von Erkenntnissen über die Evolution. Ihre Grundannahme lautet: Jeder direkte Vorfahre eines heute lebenden Menschen musste lange genug überleben, um mindestens einen Nachkommen zu zeugen. Verhaltenspräferenzen, die für Überleben und Fortpflanzung nützlich waren, etwa Nahrungsvorlieben oder Partnerwahl, sollen deshalb als Verhaltenspotentiale in allen heute lebenden Menschen vorhanden sein. Sie beruhen nach dieser Auffassung auf evolvierten, aber umweltsensitiven psychologischen Mechanismen, sofern Verhalten auch genetisch beeinflusst wird. Einen solchen genetischen Einfluss betrachtet die evolutionäre Psychologie unter anderem aufgrund verhaltensgenetischer Forschung als evident.

Im Unterschied zu Sozial-, Lern- oder Kognitionspsychologie beansprucht die evolutionäre Psychologie, auf alle Teilgebiete der Psychologie anwendbar zu sein. Sie verwendet klassische psychologische Daten und ergänzt sie durch Erkenntnisse zur Stammesgeschichte des Menschen, durch Studien an Jäger-und-Sammler-Gesellschaften und durch ökonomische Modelle.

Der Begriff wurde 1973 von Michael Ghiselin geprägt; verwandte Gedanken finden sich bereits bei Charles Darwin. Zu einem eigenständigen und einflussreichen Ansatz wurde die Richtung vor allem in den frühen 1990er Jahren, unter anderem durch den 1992 erschienenen Sammelband The Adapted Mind von Jerome Barkow, Leda Cosmides und John Tooby. Wissenschaftler wie David Buss und Steven Pinker machten sie anschließend auch durch populärwissenschaftliche Veröffentlichungen bekannt. Die evolutionäre Psychologie wird häufig als wichtiger Bestandteil der biologisch ausgerichteten Kognitionswissenschaft verstanden.

Sie ist wissenschaftstheoretisch und gesellschaftlich umstritten. Stephen Jay Gould kritisierte, evolutionspsychologische Annahmen über die Entstehung kognitiver Mechanismen seien oft nur plausibel klingende Geschichten, die sich nicht ausreichend bestätigen oder widerlegen ließen. Außerdem werde besonders in populärwissenschaftlichen Darstellungen Verhalten, etwa Geschlechterverhalten, zu vereinfachend auf angeborene biologische Merkmale zurückgeführt. Evolutionäre Psychologen erwidern, solche Einwände seien teilweise politisch motiviert, beruhten auf Missverständnissen oder auf dem moralistischen Fehlschluss.

Evolution, Anpassung und Modularität

Die evolutionäre Psychologie überträgt die Logik natürlicher Selektion von körperlichen Merkmalen auf geistige Merkmale und Verhaltensweisen. Bei einer Gazelle kann ein vererbbares Merkmal wie höhere Laufgeschwindigkeit die Überlebenschancen erhöhen. Die entsprechenden Allele können sich dadurch in der Population ausbreiten. Vergleichbar sollen Gedächtnis, Wahrnehmung, Problemlösen und Lernen die Überlebens- und Fortpflanzungschancen beeinflusst haben. Vererbbare vorteilhafte geistige Merkmale können demnach Produkte evolutionärer Anpassung sein.

Auch Verhaltensweisen wie Pflege und Schutz des Nachwuchses können die Überlebens- und Fortpflanzungswahrscheinlichkeit erhöhen. Beim Menschen werden solche Verhaltensmuster unter anderem als Zuneigung und Sorge um die eigenen Kinder erlebt. Da geistige Prozesse mit physiologischen Vorgängen im Gehirn und der Aktivität von Nervenzellen verbunden sind, gilt auch das Gehirn als Produkt eines langen Adaptationsprozesses.

Eine zentrale Erklärung für scheinbar unzweckmäßiges modernes Verhalten ist die environment of evolutionary adaptedness (EEA), deutsch etwa „Umwelt der evolutionären Angepasstheit“. Der menschliche Geist soll sich überwiegend im Pleistozän entwickelt haben, also in einem Zeitraum vor 1,8 Millionen bis 10.000 Jahren. Damals lebten Menschen überwiegend in relativ kleinen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften. Agrarische Gesellschaften gibt es erst seit etwa 10.000 Jahren, moderne industrielle Kulturen erst seit wenigen hundert Jahren. Daher sei der Geist eher an eine steinzeitliche als an eine moderne Umwelt angepasst. Cosmides und Tooby fassen dies mit dem Satz zusammen: „Our modern skulls house a Stone Age mind.“ Verhalten, das in der Steinzeit nützlich war, kann in einer modernen Umwelt deshalb dem Überleben oder der Fortpflanzung entgegenstehen.

Evolutionspsychologen nehmen außerdem an, dass der Geist aus zahlreichen kognitiven Modulen besteht. Ein Modul ist ein angeborener, hochspezialisierter Mechanismus zur schnellen Verarbeitung einer bestimmten Klasse von Reizen oder Informationen, etwa zum Erkennen von Gesichtern, zur Angst oder zur Einschätzung räumlicher Beziehungen. Nach dieser Auffassung arbeitet eine Vielzahl solcher Systeme schneller und zweckmäßiger als eine unspezifische Mehrzweckintelligenz. Die gegenwärtige evolutionäre Psychologie geht häufig davon aus, dass diese Module a) angeboren, b) hochspezialisiert, c) durch Anpassung und d) durch eine steinzeitliche Umwelt erklärbar sind. Tooby und Cosmides vergleichen die kognitive Architektur mit „hunderten oder tausenden“ funktional spezialisierten Computern. Steven Mithen betont, dass die Module beim anatomisch modernen Menschen nicht streng isoliert, sondern miteinander verbunden sind.

Die Theorie knüpft an Noam Chomskys Nativismus und Jerry Fodors Theorie der Modularität des Geistes an. Fodor nahm zahlreiche angeborene, auf spezifischen Input spezialisierte Mechanismen in Wahrnehmung und Gedächtnis an, aber auch eine zentrale Einheit für bewusste komplexe Verarbeitung. Evolutionäre Psychologen gehen weiter und halten den Geist zu weiten Teilen für modular organisiert. Kritiker bemängeln, dass diese Theorie empirisch bisher wenig erforscht sei. Außerdem sprechen Befunde zur neuronalen Plastizität dafür, dass sich neuronale Vernetzungen lebenslang durch Umweltreize und Erfahrungen verändern. Höhere Systeme des Neocortex zeigen in neurobiologischen Studien keinen eindeutig modularen Aufbau.

Methoden und zentrale Kritik

Evolutionspsychologische Erklärungen können von einem psychischen Merkmal ausgehen, etwa räumlicher Wahrnehmung, Eifersucht oder Ekel. Danach wird eine Adaptationshypothese entwickelt und gegen alternative Erklärungen geprüft. Klassische Arbeiten beginnen jedoch oft mit einer Rekonstruktion steinzeitlicher Umweltbedingungen und leiten daraus Vorhersagen über heutige psychische Merkmale ab. Die Methode kann Theorien überprüfbar machen und zur Entdeckung neuer Merkmale beitragen. Sie setzt aber voraus, dass die steinzeitliche Umwelt hinreichend genau bekannt ist.

Drei methodische Herausforderungen stehen im Mittelpunkt: Erstens müssen die Umweltbedingungen der Steinzeit rekonstruiert werden. Archäologische und paläontologische Daten sind lückenhaft, und die Steinzeit war keine einheitliche Umwelt. Gegenwärtige Jäger-und-Sammler-Kulturen können nur durch Analogieschlüsse herangezogen werden; auch sie wurden in den letzten 10.000 Jahren durch Handel, Krankheiten, Versklavung, Migration oder Kolonialpolitik verändert. Zweitens müssen angeborene und universelle Merkmale von sozial und kulturell geprägten Strukturen unterschieden werden. Drittens muss nachgewiesen werden, dass ein Merkmal tatsächlich durch Anpassung an die angenommene Umwelt entstand.

Besonders schwierig sind Aussagen über soziale Beziehungen wie Partnerwahl, Aggression oder Eifersucht. Die soziale Struktur steinzeitlicher Gemeinschaften unterschied sich vermutlich je nach Region, etwa in Tropen, Steppe, Bergen oder Wüste. Zusätzlich veränderten sich adaptive Probleme möglicherweise in einem evolutionären „Wettrüsten“ fortlaufend. Unbekannt sind auch die motivationalen und kognitiven Prozesse der Vorfahren sowie die bereits vorhandenen psychologischen Merkmale, die durch Selektion verändert worden sein könnten.

Die Hypothese der Universalität des Geistes besagt, dass Menschen angeborene, universelle psychische Merkmale besitzen, deren Ausprägung vom jeweiligen Kontext abhängt. Kulturvergleichende Studien sollen solche Merkmale ermitteln. David Buss befragte dazu 10.047 Personen aus verschiedenen Kulturen, sozialen Schichten und Altersgruppen nach Partnerpräferenzen. Seine Ergebnisse wurden als Bestätigung evolutionärer Unterschiede interpretiert; eine erneute Analyse erklärte die Daten jedoch besser durch die sozialstrukturelle Theorie. Außerdem kann ein universelles Modul vorhanden sein, ohne überall dasselbe Verhalten hervorzurufen: Es benötigt passenden Umweltinput und möglicherweise Erfahrungen in einer bestimmten Entwicklungsphase.

Kritiker werfen der Universalismushypothese Ethnozentrismus vor. So könne die Definition von Verwandtschaft in anglo-amerikanischen Kulturen stärker auf genetischer Abstammung beruhen, während in anderen Kulturen sozialer Status oder Ehestand wichtiger seien. Außerdem könnten sich psychische Anpassungen auch nach dem Paläolithikum verändert haben. Als Beispiele werden der regionale Rückgang der Laktoseintoleranz seit dem Neolithikum und die Anpassung an fett- und zuckerreiche Nahrung genannt. Andere Ansätze betonen die schnelle kulturelle Evolution oder eine Koevolution von Genen und Kultur.

Stephen Jay Gould und Richard Lewontin kritisieren den Adaptationismus, also die Tendenz, jedes Merkmal durch einen Anpassungsvorteil erklären zu wollen. Exaptationen sind Merkmale, die ursprünglich aus einem anderen Grund entstanden oder unabhängig von ihrer heutigen Funktion erhalten wurden. Spandrels sind Nebenprodukte ohne eigenen Nutzen. Gould führte als Beispiel Federn an, die zunächst der Thermoregulation gedient haben könnten und erst später zum Fliegen genutzt wurden. Evolutionäre Psychologen akzeptieren solche Möglichkeiten, halten adaptive Erklärungen aber oft für die plausiblere Erklärung grundlegender kognitiver Mechanismen.

In der Debatte um Natur und Kultur wird der Vorwurf des Reduktionismus und genetischen Determinismus erhoben. Kritiker meinen, Umwelt sei nicht bloß ein Auslöser genetischer Programme, sondern beeinflusse die Entwicklung aktiv. Interdisziplinäre Ansätze versuchen, biologische und kulturelle Ursachen gemeinsam zu berücksichtigen. Die Replikationskrise betrifft auch die evolutionäre Psychologie. Viele psychologische Befunde ließen sich wegen Publikationsbias und fragwürdiger Methoden wie p-hacking nicht reproduzieren. Die Hypothese der „dualen Sexualität“ von Frauen beziehungsweise der „Ovulatory shift hypothesis“ wurde nach großen, nicht bestätigenden Replikationsstudien verworfen; Steve Gangestad distanzierte sich später von ihr.

Beispiele einzelner Forschungsprogramme

Bei Emotionen wird Stolz als mögliches Signal eines hohen sozialen Status erklärt. Erfolgreiche Statussignale können den Zugang zu knappen Ressourcen und qualitativ hochwertigen Fortpflanzungspartnern verbessern sowie Machtverhältnisse, Kooperation und soziale Interaktionen erleichtern. Die evolutionäre Entstehung des Ekels ist dagegen nicht eindeutig geklärt. Paul Rozin sieht möglicherweise eine starke Abwehrreaktion gegen ungenießbare Substanzen als Ursprung. Anne Schienle vermutet einen Zusammenhang mit dem Würgereflex, der die Aufnahme gesundheitsschädlicher Nahrung verhindert. Später könnten sich Ekelreaktionen auf Körperprodukte und Gerüche ausgeweitet haben.

Die Forschung zur Betrugserkennung geht vom reziproken Altruismus aus: „Ich helfe Dir mit p, wenn Du mir mit q hilfst.“ Solche gegenseitige Hilfe kann für alle Beteiligten vorteilhaft sein, ist aber instabil, weil Betrüger die Vorteile nutzen, ohne selbst zu investieren. Daher vermuten Evolutionspsychologen ein angeborenes Betrugserkennungsmodul.

Cosmides und Tooby untersuchten dies mit dem Wason Selection Task. Bei einer Aussage „Wenn p, dann q“ muss die widersprechende Kombination „p und nicht-q“ erkannt werden. Weniger als 30 % der Testpersonen lösten abstrakte Aufgaben korrekt. Bei sozialen Vereinbarungen, etwa „Wenn Du mir Deine Uhr gibst (p), dann gebe ich Dir 20 Dollar (q)“, waren die Leistungen deutlich besser. Cosmides und Tooby sahen darin einen speziellen Mechanismus. Kritiker verweisen jedoch auf Unterschiede zwischen deontischen Konditionalen, die Normen ausdrücken, und indikativen Konditionalen, die Tatsachen beschreiben. Zusätzliche Hintergrundinformationen können die Leistung bei nichtsozialen Aufgaben verbessern oder den Unterschied sogar umkehren.

Bei der Nahrung wird angenommen, dass Menschen als Allesfresser Mechanismen zur Bewertung vielfältiger, aber teilweise giftiger Nahrungsquellen benötigen. Die Vorliebe für Süßes und fettreiche Nahrung könnte ursprünglich nährstoffreiche Nahrung begünstigt haben, ist unter heutigen Bedingungen jedoch möglicherweise schädlich. Ekel kann vor Krankheitserregern und schädlichen Substanzen schützen, auch wenn er unter modernen Hygienebedingungen teilweise überholt wirkt.

Geschlechterunterschiede, räumliche Wahrnehmung und Partnerwahl

Geschlechterunterschiede sind ein zentrales, aber besonders kontroverses Thema. Evolutionäre Psychologen verweisen auf unterschiedliche Reproduktionsbedingungen und gesellschaftliche Rollen. Kritiker bezweifeln, dass Unterschiede im Geschlechterverhalten wegen der großen intra- und interkulturellen Variabilität ausreichend durch angeborene, universelle Merkmale erklärt werden können. Das allgemeine evolutionspsychologische Programm legt solche Thesen jedoch nicht zwingend fest. Richard Dawkins betont, dass die sexuelle Lebensweise stark durch Kultur bestimmt sein könne, während sich lediglich allgemeine Tendenzen von Männern zu Promiskuität und von Frauen zu Monogamie zeigen könnten. Welche Tendenz sich durchsetzt, hänge von kulturellen Umständen ab. David Buss vertritt dagegen weitreichendere Thesen über angeborene Ursachen geschlechtsspezifischen Verhaltens.

Beim räumlichen Vorstellungsvermögen werden häufig Mental Rotation Tasks verwendet. Dabei müssen Testpersonen entscheiden, ob aus verschiedenen Perspektiven dargestellte Objekte dieselbe Form haben. Männer lösen solche Aufgaben im Durchschnitt erfolgreicher. Irwin Silverman und Marion Eals erklärten dies mit der Arbeitsteilung in Jäger-und-Sammler-Gesellschaften: Männer seien häufiger auf der Jagd gewesen, Frauen häufiger beim Sammeln pflanzlicher Nahrung. Für das Sammeln sei es wichtig gewesen, räumlich verteilte Nahrungsquellen zu verschiedenen Jahreszeiten wiederzufinden. In entsprechenden Erinnerungsaufgaben konnten sich Frauen im Durchschnitt besser an Objekte und deren Orte erinnern. Silverman und Eals werteten dies als Hinweis auf eine geschlechtsspezifische Spezialisierung statt auf eine allgemeine Überlegenheit eines Geschlechts.

Theorien der Partnerwahl orientieren sich am Modell des Elternaufwands. Schwangerschaft und Geburt verursachen für Frauen ein höheres minimales Investment als für Männer, deren minimales Investment zunächst im Sexualakt besteht. Zusätzlich investieren beide Eltern Zeit und materielle Ressourcen in die Erziehung. Daraus leiten viele Evolutionspsychologen ab, dass Frauen bei der Partnerwahl wählerischer seien und Männer bevorzugten, die Ressourcen bereitstellen können. Männer sollten dagegen eher eine größere Zahl von Sexualpartnerinnen anstreben und gesunde, junge, körperlich attraktive Frauen bevorzugen, die Fortpflanzungspotential signalisieren.

Zur Erklärung der weiblichen Partnerpräferenz wird die Theorie des sozioökonomischen Status (SES) verwendet. SES umfasst materielles Einkommen und gesellschaftliches Ansehen. Frauen sollen Männer mit hohem SES bevorzugen, während Männer stärker auf Merkmale achten sollen, die das reproduktive Potential von Frauen anzeigen. In einer Studie von John Marshall Townsend und Gary Levy wurden 112 Studentinnen der Syracuse University befragt. Sie bewerteten attraktive und unattraktive Männer in Burger-King-Arbeitskleidung, neutraler Kleidung sowie in Anzug und mit teurer Uhr. Die Bereitschaft zu Verabredung, fester Beziehung und Heirat nahm generell mit steigendem SES zu; ein unattraktiver Mann mit hohem SES wurde für feste Beziehungen und Heirat eher erwogen als ein attraktiver Mann mit niedrigem SES.

Kritiker erklären solche Ergebnisse auch durch soziale und ökonomische Benachteiligung, kulturelle Unterschiede oder Homogamie. Homogamie bezeichnet die Präferenz für kulturell, ökonomisch und sozial ähnliche Partner. Kulturvergleichende Untersuchungen fanden zwar größere Bedeutung finanzieller Aspekte bei Frauen, aber mit deutlichen Unterschieden: In Japan war sie um 150 % größer als bei Männern, in den Niederlanden nur um 36 %. Mit zunehmender Geschlechtergleichheit scheinen sich die Unterschiede bei Partnerpräferenzen zu verringern. Insgesamt gilt die Partnerwahl als multikausal; umstritten bleibt, wie soziale, kulturelle, homologe und evolutionäre Faktoren voneinander getrennt und gewichtet werden können.

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