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Esther Schweins

Esther Schweins (* 18. April 1970 in Oberhausen) ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin, Moderatorin und Theaterregisseurin.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ausbildung und Theaterarbeit
  3. 3. Schauspiel und Sprechrollen
  4. 4. Moderation, Veröffentlichungen und Engagement
  5. 5. Privatleben und Auszeichnungen

Überblick

Esther Schweins (* 18. April 1970 in Oberhausen) ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin, Moderatorin und Theaterregisseurin. Bekannt wurde sie in den 1990er Jahren als Komikerin der Fernsehsendung „RTL Samstag Nacht“. Seit 1994 wirkte sie in mehr als 70 Film- und Fernsehproduktionen mit. Zu ihren bekannteren Arbeiten gehören „Der Trip – Die nackte Gitarre 0,5“, „Das Superweib“, „Höllische Nachbarn“ und „Die Hälfte der Welt gehört uns – Als Frauen das Wahlrecht erkämpften“.

Neben der Schauspielerei arbeitet sie als Regisseurin, Sprecherin und Moderatorin. Seit 2021 moderiert sie gemeinsam mit dem Mediziner Martin Mücke den Podcast „Unglaublich krank“. Er beschäftigt sich mit seltenen Erkrankungen und soll Aufmerksamkeit für das Thema sowie Verständnis für die Betroffenen schaffen.

Ausbildung und Theaterarbeit

Nach der Schulzeit nahm Schweins Schauspielunterricht in Karlsruhe. 1991 spielte sie am Theater die insel sowie bei den Gengenbacher Festspielen unter der Regie von Werner Wedekind die Lilith in Goethes „Faust I“. Danach besuchte sie ein Jahr lang die Westfälische Schauspielschule Bochum, schloss die Ausbildung dort jedoch nicht ab. Gleichzeitig arbeitete sie unter anderem in einer Casting-Agentur und als Moderatorin im Bavaria-Filmpark in Bottrop sowie bei der Modenschau „Art Couture“.

Im Jahr 2000 begann sie als Theaterregisseurin. Sie inszenierte die deutsche Version des Einpersonenstücks „Caveman“, die anschließend auf zahlreichen Bühnen gezeigt wurde. 2009 folgte gemeinsam mit dem „Caveman“-Darsteller Kristian Bader die Ein-Personen-Komödie „Hi Dad!“, die ebenfalls auf Tournee ging.

Schauspiel und Sprechrollen

1993 wurde Schweins Gründungsmitglied von „RTL Samstag Nacht“, der deutschen Variante der US-Show „Saturday Night Live“. Besonders bekannt wurde ihre Parodie der damaligen MTV-Moderatorin Kristiane Backer unter dem Namen „Kristiane Kacker“. Bis zum Ende der Sendung 1998 gehörte Schweins fest zum Ensemble.

Ihr Schauspieldebüt im Fernsehen gab sie 1994 in der Serie „Drei zum Verlieben“. Danach folgten zahlreiche Kino- und Fernsehrollen. In „Der Trip – Die nackte Gitarre 0,5“ spielte sie neben Dieter Thomas Kuhn die weibliche Hauptfigur Petra; der Fließtext nennt dafür 1996, die Filmografie dagegen 1995. Weitere frühe Kinofilme waren „Das Superweib“, „Weibsbilder“ und „Rosenkavalier“. In den Komödien „Höllische Nachbarn“ (1998) und „Höllische Nachbarn – Nur Frauen sind schlimmer“ (2000) verkörperte sie Katharina Buck. 2018 spielte sie in der arte-Dokumentation „Die Hälfte der Welt gehört uns – Als Frauen das Wahlrecht erkämpften“ die britische Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst.

Seit 1995 trat Schweins regelmäßig als Gast in Fernsehserien und -reihen auf, darunter „Tatort“, „Donna Leon“, „Das Traumhotel“, „Das Traumschiff“ und „Inga Lindström“. In der sechsteiligen Reihe „Ein Fall für den Fuchs“ spielte sie Sandra. Von 2020 bis 2024 gehörte sie als Kriminalpsychologin und spätere Dekanin Dr. Julia Salomon zur Hauptbesetzung von „Blutige Anfänger“. Seit 2020 spielt sie außerdem die Staatsanwältin Barbara Geldermann in „Die Kanzlei“.

Ihre Kinofilmografie reicht unter anderem von „Kampfansage – Der letzte Schüler“ und „Die Anruferin“ über „Vorstadtkrokodile 2“ und „Mara und der Feuerbringer“ bis zu „Love Machine 2“, „Lucy ist jetzt Gangster“ und „Caveman“ (2023). Zu ihren späteren Fernsehfilmen gehören „Die Rache der Wanderhure“, „Die Wüstenärztin“, „Siebenschön“, „Zaun an Zaun“ und das Dokudrama „Der Norden zwischen Petticoat und Spätheimkehrern“ (2025).

Als Synchronsprecherin lieh Schweins Cameron Diaz von 2001 bis 2010 in vier „Shrek“-Filmen ihre deutsche Stimme als Prinzessin Fiona. Im Film „Der Fuchs und das Mädchen“ sprach sie 2007 die Erzählerin für Isabelle Carré. Außerdem kommentierte sie 2017 die erste Folge der WDR-Dokumentationsreihe „Unser Land in den 70ern“ über das Jahr 1970.

Schweins nahm an der 19. Staffel von „Let’s Dance“ teil und tanzte mit Massimo Sinató. Wegen einer Rippenverletzung musste sie nach der fünften Show ausscheiden.

Moderation, Veröffentlichungen und Engagement

Von 2002 bis 2011 moderierte Schweins für den damaligen ZDFtheaterkanal und für 3sat die Magazine „Foyer“ und „Theaterlandschaften“. 2019 führte sie durch die fünfteilige arte-Reportagereise „Yoga in Indien“. Im selben Jahr präsentierte sie für die NDR-Sendung „Mehr wissen – besser leben“ eine Reportage über Plastikmüll in den Ozeanen, Lebensmittelverschwendung und Wegwerfmode.

Sie wirkte an den Hörbüchern „Das geheime Tagebuch der Carla Bruni“ (2008) und „Eine Frau – ein Buch“ (2009) mit. Zusammen mit Niki Greb veröffentlichte sie 2008 das Ernährungsbuch „Saft & Kraft“. Mit Martin Mücke und Daniel von Rosenberg verfasste sie das 2025 erschienene Buch „Unglaublich krank – Seltene Erkrankungen und was sie über unseren Körper verraten“.

Vor den Bundestagswahlen 2002 und 2005 unterstützte Schweins öffentlich die SPD im Wahlkampf.

Privatleben und Auszeichnungen

Schweins ist die Tochter eines Teppichhändlers und einer Fotografin. Sie wurde in Oberhausen geboren und wuchs mit ihrem Bruder in Viernheim auf. Bei einem Urlaub in Sri Lanka im Dezember 2004 wurden sie und ihre Mutter nach eigenen Angaben von einer Tsunami-Welle infolge eines Erdbebens im Indischen Ozean mitgerissen. Beide überlebten; ihre Mutter erlitt einen Herzinfarkt. Danach reduzierte Schweins ihre Besitztümer und engagierte sich für die Tsunami-Opfer in Sri Lanka. Sie gab ihren deutschen Wohnsitz auf, lebte zeitweise bei Freunden und in Hotels und hat seit 2008 einen festen Wohnsitz auf Mallorca.

Von 1995 bis 1997 war sie mit dem Schauspieler Ralf Bauer zusammen. Ab 2006 lebte sie mit einem Landwirt auf Mallorca. Das Paar bekam eine Tochter (* 2007) und einen Sohn (* 2008). Ihr Lebensgefährte starb im September 2017 an den Folgen von Darmkrebs.

1994 erhielt das Ensemble von „RTL Samstag Nacht“ den Bambi und den Bayerischen Fernsehpreis.

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