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Erhart Winkler
Erhart Winkler (* 12. April 1921 in Wien; † 22. November 2005 ebenda) war ein österreichischer Wirtschaftswissenschaftler und Geograph.
Leben und wissenschaftliche Tätigkeit
Erhart Winkler (12. April 1921 in Wien; † 22. November 2005 ebenda) war ein österreichischer Wirtschaftswissenschaftler und Geograph. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag auf der Wirtschaftsgeographie, also der Untersuchung räumlicher Zusammenhänge der Wirtschaft, sowie auf Verkehrsgeographie und Tourismus.
Nach der Matura studierte Winkler Geographie an der Universität Wien und promovierte dort 1949 zum Dr. phil. Im selben Jahr wurde er Assistent von Leopold Scheidl am Geographischen Institut der Hochschule für Welthandel. 1959 habilitierte er sich als Privatdozent für Wirtschaftsgeographie.
1964 nahm Winkler einen Ruf als ordentlicher Professor für Wirtschaftsgeographie an die Handelshochschule St. Gallen an. Zusätzlich leitete er dort die Forschungsstelle für Wirtschaftsgeographie. 1971 kehrte er nach Wien zurück und wurde an der Wirtschaftsuniversität als Nachfolger des verstorbenen Walter Strzygowski zum ordentlichen Professor für Wirtschaftsgeographie sowie zum Vorstand des gleichnamigen Instituts ernannt. 1985 wurde er emeritiert.
Winkler gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Österreichischen Gesellschaft für Wirtschaftsraumforschung, die ihn 2002 zum Ehrenmitglied ernannte. Außerdem war er Mitglied der Österreichischen Geographischen Gesellschaft und hatte dort von 1978 bis 1981 das Präsidentenamt inne. Forschungsreisen führten ihn durch Europa, in den Vorderen Orient, nach Nordafrika sowie nach Nord- und Mittelamerika. Er starb im November 2005 an den Folgen einer schweren Operation und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Publikationen und Forschungsthemen
Winklers Veröffentlichungen behandeln vor allem wirtschafts- und verkehrsgeographische Fragen sowie die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Regionen. Ein frühes Überblickswerk ist Österreich und die Schweiz: ein wirtschafts- und verkehrsgeographischer Vergleich (Wien, 1957).
Weitere Arbeiten befassen sich mit der Tabakwirtschaft von Samsun (1959), der Industrialisierung in der Türkei und ihren Problemen (1960), einer Studienreise in die Türkei (1961), der Wirtschaft von Zonguldak in der Türkei (1961) sowie den Grundlagen und der Entwicklung der Teewirtschaft im türkischen Schwarzmeergebiet (1963).
1975–76 gab Winkler zusammen mit Herwig Lechleitner und Leopold Scheidl Beiträge zur Wirtschaftsgeographie heraus. 1976 veröffentlichte er außerdem Die Mittelmeerküsten Frankreichs und Spaniens als Teil der Schriftenreihe Gestaltung der Sonnenküsten Europas. Die Publikationen zeigen den regional ausgerichteten Charakter seiner Forschung und ihre Verbindung von Wirtschafts-, Verkehrs- und Tourismusgeographie.