Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Ebbe
Als Ebbe oder ablaufendes Wasser wird das Sinken des Meeresspiegels infolge der Gezeiten (Tiden) bezeichnet. Das Gegenteil heißt Flut (steigendes Wasser).
Inhalt4 Abschnitte
Begriff und Ablauf
Ebbe oder ablaufendes Wasser bezeichnet das durch die Gezeiten (Tiden) verursachte Sinken des Meeresspiegels. Das Gegenteil ist die Flut, also steigendes Wasser. Umgangssprachlich wird „Ebbe“ auch für Niedrigwasser oder allgemein für ein niedriges Niveau verwendet; fachsprachlich meint der Begriff jedoch die Phase des sinkenden Wassers.
Folgen für Küsten und Lebensräume
Während der Ebbe werden in Küsten- und Ufernähe nach und nach Bereiche des Meeres- oder Flussbodens freigelegt. Im Wattenmeer, etwa an der Nordsee, fällt das Watt trocken. Dann sind an manchen Stellen Wattwanderungen möglich.
Das Watt ist ein besonderer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Wie lange einzelne Bereiche trocken liegen, bestimmt wesentlich die Zonierung des Lebensraums und damit, welche Tier- und Pflanzenarten dort vorkommen.
Auch Eingriffe des Menschen können die mittleren Wasserstände bei Hoch- und Niedrigwasser verändern. In der Elbe verringerte sich der mittlere Niedrigwasserstand seit dem Beginn der Vertiefungsarbeiten am Flussbett des Elbe-Ästuars bis 2007.
Ebbstrom und Gefahren
Ebbstrom heißt die Wasserströmung, die bei Ebbe auftritt. Ihre Stärke hängt unter anderem vom Gezeitenhub, also dem Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser, und vom Meeresrelief ab. In der Elbe vor Cuxhaven können bei Springtide Geschwindigkeiten von über 6 km/h auftreten.
Besonders kräftig kann der Ebbstrom werden, wenn Wasser aus einer größeren Fläche in einem Priel zusammenströmt. Ein Priel ist eine flussbettartige Vertiefung im Meeresboden. Von dort fließt das Wasser mit großer Kraft vom Ufer weg.
Für Schwimmer besteht die Gefahr, weit ins Meer hinausgetragen zu werden und zu ertrinken, wenn sie keine Hilfe erhalten oder nicht aus eigener Kraft zurückschwimmen können. Gefährdet sind auch Menschen auf Luftmatratzen sowie in Paddel-, Ruder- und Tretbooten oder schwach motorisierten Schiffen. An gefährdeten Badestränden gibt es deshalb Strandwachen oder Warnsignale wie Flaggen.
Ebbe im Tidefluss
Auch Tideflüsse wie die Elbe, die Brackwasser oder Süßwasser führen, haben Ebbe und Flut. Die Ebbe oder Ebbzeit ist dort der Zeitraum zwischen Hochwasser und Niedrigwasser. Ihr Ende, der untere Scheitelpunkt der Gezeitenwelle, heißt Tideniedrigwasser.
Wasserstand und Strömungsrichtung stimmen zeitlich nicht immer überein. Deshalb unterscheidet man zwischen Hoch- beziehungsweise Niedrigwasser und dem Kentern des Flut- beziehungsweise Ebbstroms. „Kentern“ bedeutet hier, dass die Gezeitenströmung ihre Richtung wechselt. In einer Flussmündung kann der Ebbstrom beispielsweise an der Oberfläche noch weiterlaufen, obwohl der Wasserstand bereits wieder steigt. Der Ebbstrom kentert dann erst nach dem Niedrigwasser.