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Dualismus (Religion)

Der religiöse Dualismus ist eine Weltanschauung, die im ersten Jahrtausend vor Christus entstanden ist. Man findet ihn in Ostasien und Südasien genauso wie …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee des religiösen Dualismus
  2. 2. Zwei Schöpfer und zwei Welten
  3. 3. Formen und Beispiele
  4. 4. Konflikt mit christlicher Lehre
  5. 5. Kirchliche Verurteilung und spätere Bewegung

Grundidee des religiösen Dualismus

Der religiöse Dualismus ist eine Weltanschauung, die im ersten Jahrtausend vor Christus entstanden ist. Sie kommt in verschiedenen Regionen vor, unter anderem in Ostasien, Südasien, Vorderasien und im Abendland.

Im Dualismus besteht die Wirklichkeit aus zwei Sphären, die einander absolut entgegengesetzt sind. Meist wird eine unsichtbare, geistige Welt einer sichtbaren, materiellen Welt gegenübergestellt. Häufig entspricht das auch dem Gegensatz von Licht und Finsternis.

Zwei Schöpfer und zwei Welten

Zum religiösen Dualismus gehört nicht nur die Vorstellung von zwei Welten, sondern auch die Unterscheidung von zwei ewigen Gottheiten als Schöpfern. Die unsichtbare geistige Welt gilt als Schöpfung eines guten Gottes. Die sichtbare materielle Welt wird dagegen auf das Wirken eines bösen Gottes zurückgeführt.

Damit erklärt der Dualismus die Welt als Ergebnis eines grundlegenden Gegensatzes zwischen Gut und Böse, Geist und Materie sowie Licht und Finsternis.

Formen und Beispiele

Der Dualismus kann je nach Ort und Zeit unterschiedliche Formen annehmen. Eine der strengsten Formen findet man am Ende des Altertums im Manichäismus, der auf den Iraner Mani zurückgeht.

Auch die ersten Zoroastrier der Antike und die Katharer des 12. Jahrhunderts vertraten eine dualistische Lehre.

Konflikt mit christlicher Lehre

Die offizielle christliche Theologie verurteilte die dualistische Lehre immer als Häresie, also als von der kirchlichen Lehre abweichende Glaubensauffassung.

Ein wichtiger Gegensatz betrifft die Lehre von Christus. Das Glaubensbekenntnis von Chalkedon betont, dass Jesus Christus „wahrer Gott und wahrer Mensch“ gewesen sei. Der Dualismus lehnt diese Lehre ab, weil Christus mit einem materiellen Leib Anteil an der materiellen Welt gehabt hätte. Diese materielle Welt gilt im Dualismus als Schöpfung des Satans und damit als böse.

Kirchliche Verurteilung und spätere Bewegung

Das Konzil zu Braga in Portugal beschloss 561 einen Lehrsatz gegen dualistische Vorstellungen. Darin heißt es: Wer sagt, die Erschaffung der fleischlichen Welt sei nicht das Werk Gottes, sondern gefallener Engel, wie Manichaeus und Priscillianus gesagt hätten, solle ausgeschlossen sein.

Im 20. Jahrhundert entstand mit dem von Gabriele Bitterlich gegründeten Engelwerk eine dualistische Bewegung innerhalb der römisch-katholischen Kirche.

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