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Die Verurteilten
Die Verurteilten (englisch The Shawshank Redemption ‚Die Shawshank-Erlösung') ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Frank Darabont aus dem Jahr …
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Überblick
Die Verurteilten, im Original The Shawshank Redemption, ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Frank Darabont aus dem Jahr 1994. Darabont schrieb auch das Drehbuch. Der Film basiert auf Stephen Kings Novelle Frühlingserwachen: Pin-up, im Original Rita Hayworth and Shawshank Redemption. Er dauert 142 Minuten, ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben und handelt von dem Bankmanager Andy Dufresne, der unschuldig zu lebenslanger Haft verurteilt wird, sowie von seiner Freundschaft mit dem Mithäftling Ellis Boyd „Red“ Redding.
Wichtige Beteiligte sind Tim Robbins als Andy Dufresne, Morgan Freeman als Red, Bob Gunton als Gefängnisdirektor Samuel Norton, Clancy Brown als Captain Byron Hadley und James Whitmore als Brooks Hatlen. Die Musik stammt von Thomas Newman, die Kamera führte Roger Deakins. In der Liste der Top 250 der IMDb-Nutzer belegt der Film seit 2008 ununterbrochen den ersten Platz.
Handlung
1947 wird Andy Dufresne wegen Mordes an seiner Frau und deren Liebhaber aufgrund von Indizien zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. Er beteuert seine Unschuld und kommt in das fiktive Gefängnis Shawshank in Maine. Dort lernt er Red kennen, der wegen Mordes einsitzt und dafür bekannt ist, gegen Aufschlag fast alles besorgen zu können. Andy bittet ihn um einen Geologenhammer und später um ein Pin-up-Poster von Rita Hayworth, das in seiner Zelle Hoffnung symbolisiert.
Andy gewinnt im Gefängnis allmählich eine besondere Stellung. Als er dem sadistischen Aufseher Byron Hadley bei Steuerfragen zu einer Erbschaft hilft, verlangt er als Gegenleistung Bier für seine Freunde. Später wird Andy in die Bibliothek versetzt, offiziell als Hilfe für den alten Bibliothekar Brooks Hatlen, tatsächlich aber, weil die Aufseher ihn als Finanzberater nutzen. Andy erstellt Steuererklärungen, hilft auch Mitarbeitern anderer Anstalten und baut nach jahrelangen Anfragen an den Senat von Maine die Gefängnisbibliothek aus. Außerdem unterrichtet er Häftlinge für den GED, einen amerikanischen Bildungsabschluss auf dem zweiten Bildungsweg.
Ein Gegenbild zu Andys Hoffnung ist Brooks. Nach langer Haft wird er entlassen, findet sich aber nach einem halben Jahrhundert im Gefängnis in der Freiheit nicht mehr zurecht und begeht Selbstmord. Später nutzt Gefängnisdirektor Norton Andy für Geldwäsche: Norton verdient mit Häftlingsarbeit und Bestechungsgeldern, Andy verwaltet die illegalen Einnahmen über eine erfundene Person namens Randall Stephens.
Als der neue Häftling Tommy Williams berichtet, ein früherer Zellengenosse namens Elmo Blatch habe ein Verbrechen gestanden, das zu Andys angeblicher Tat passt, wird Andys Unschuld praktisch bestätigt. Norton verhindert jedoch eine Wiederaufnahme des Prozesses, weil er Andy als Buchhalter und Mitwisser behalten will. Andy kommt in Einzelhaft. Norton lässt Tommy von Hadley unter dem Vorwand eines Fluchtversuchs erschießen.
Nach seiner Entlassung aus der Einzelhaft spricht Andy mit Red über Zihuatanejo in Mexiko, wo er ein altes Boot renovieren und ein kleines Hotel betreiben möchte. Er bittet Red, falls dieser je freikomme, bei Buxton in Maine an einer Steinmauer unter einem schwarzen Stein nach etwas zu suchen. Red fürchtet, Andy könne sich umbringen. Am nächsten Morgen ist Andy jedoch verschwunden: Er hat über 19 Jahre mit dem kleinen Geologenhammer einen Tunnel gegraben, der hinter wechselnden Schauspielerinnen-Postern verborgen war. Nach einem Ausbruch durch ein 500 Yards, also 457,2 Meter, langes Abwasserrohr gelangt er in die Freiheit.
Andy hebt unter der Identität Randall Stephens 370.000 Dollar aus Nortons Bestechungsgeldern ab und schickt Beweise über Norton und Hadley an die Presse. Hadley wird festgenommen, Norton erschießt sich. Red kommt später auf Bewährung frei, findet bei Buxton Andys Brief und Geld und reist nach Mexiko. In der Schlussszene treffen sich Red und Andy am Pazifikstrand in Zihuatanejo wieder.
Entstehung und Gestaltung
Morgan Freeman erhielt als Erster das Angebot, Red zu spielen. Nach seiner Zusage durfte er aus einer Liste seinen Filmpartner für die Rolle des Andy Dufresne auswählen; seine Wahl fiel auf Tim Robbins. Für Andy kamen auch Tom Hanks, Kevin Costner und Tom Cruise infrage. Ein wichtiger Drehort war das ehemalige Gefängnis Ohio State Reformatory, das wenige Jahre vor den Dreharbeiten geschlossen worden war. Die deutsche Synchronfassung entstand bei Magma Synchron in Berlin nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Joachim Kunzendorf.
Dramaturgisch gilt Die Verurteilten als klassischer Film des 3-Akte-Modells. Dieses Modell teilt eine Handlung in Exposition, Konfrontation und Auflösung. Die Exposition führt Andy ein, zeigt seine Verurteilung und seinen Eintritt ins Gefängnis. Im zweiten Akt entwickelt sich Andys Leben in Shawshank weiter. Im dritten Akt gelingt ihm die Flucht und die Auflösung der zentralen Konflikte.
Die Filmmusik komponierte Thomas Newman. Er sagte später, er habe nach einer ersten Vorführung des Rohschnitts zunächst nicht gewusst, welche Richtung die Musik einschlagen solle, weil der Film schon ohne Begleitung sehr stark wirke. Das Filmalbum folgt der Reihenfolge der Szenen: Anfangs überwiegt eine düstere Atmosphäre passend zu Andys Haft, später treten hoffnungsvollere Elemente hinzu, etwa bei der Szene des gemeinsamen Biertrinkens. Ein wiederkehrendes Leitthema ist Hoffnung. Das Stück So was Red enthält als Anspielung auf Andys Geschenk an Red eine Mundharmonika. Newmans Musik wurde später jahrelang in verschiedenen Filmtrailern verwendet.
Motive und Details
Zentrale Motive des Films sind Hoffnung, Freiheit, Freundschaft, Unrecht und die Schwierigkeit, nach langer Haft wieder außerhalb des Gefängnisses zu leben. Andy hält an Hoffnung fest, obwohl er unschuldig verurteilt wird und Norton seine Freilassung verhindert. Red steht dem zunächst vorsichtiger gegenüber, findet aber durch Andys Versprechen und Brief selbst einen Weg in ein neues Leben.
Mehrere Gegenstände tragen symbolische Bedeutung. Die Poster in Andys Zelle verbergen den Fluchttunnel und stehen zugleich für seinen geheimen Plan und seine Hoffnung; das letzte Poster zeigt Raquel Welch im Kostüm aus Eine Million Jahre vor unserer Zeit. Die Bibel spielt eine doppelte Rolle: Norton behauptet, Andy werde im Gefängnis höchstens dort Trost finden; später stellt sich heraus, dass Andy darin den Geologenhammer versteckt hatte. Die Widmung „Lieber Herr Direktor, Sie hatten Recht, die Rettung liegt in der Bibel.“ verweist ironisch auf Nortons frühere Worte „Salvation lies within“.
Rezeption und Auszeichnungen
Die Verurteilten erhielt ein sehr gutes Presseecho. Rotten Tomatoes weist 89 % im Tomatometer aus und stuft den Film als „Zertifiziert Frisch“ ein. Metacritic nennt bei einem Metascore von 82/100 „Allgemeines Kritikerlob“. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh das Prädikat „besonders wertvoll“. In der IMDb erhielt der Film 9,3 von 10 Sternen bei 2,9 Millionen Nutzerwertungen, Stand August 2024, und steht dort seit 2008 auf Platz 1 der 250 beliebtesten Filme.
Das Lexikon des internationalen Films nannte den Film „durch seine unspektakuläre Erzählweise beachtlich“, kritisierte aber, er sei in der Konzentration auf die Schlusspointe über weite Strecken zu lässig. Filmstarts.de bezeichnete ihn als einen der besten Gefängnisfilme und als ausgezeichnete Darstellung einer lebenslangen Freundschaft. In 1001 Filme: die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist wurden das Spiel von Freeman und Robbins sowie Darabonts Drehbuch hervorgehoben.
Der Film gewann mehrere Preise, darunter 1995 Auszeichnungen der American Society of Cinematographers und von Camerimage für Roger Deakins, den Chlotrudis Award als Bester Hauptdarsteller für Morgan Freeman, den Heartland Film Festival Award, den Humanitas-Preis und den USC Scripter Award. Bei den Golden Globe Awards 1995 war er für Bester Darsteller – Drama und Bestes Drehbuch nominiert. Bei den Oscars 1995 erhielt er sieben Nominierungen: Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton und Beste Filmmusik. Gewonnen hat er dort nicht.