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Diasporapolitik
Sie umfasst Maßnahmen zur institutionellen Bindung, politischen Partizipation, kulturellen Förderung und wirtschaftlichen Einbindung von Diasporagruppen durch …
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Begriff und Bedeutung
Diasporapolitik bezeichnet alle staatlichen Politiken und Strategien für den Umgang mit Gruppenangehörigen, die in der Diaspora leben, häufig Migranten und ihre Nachkommen. Der „Herkunftsstaat“ versucht dabei, diese Menschen institutionell zu binden, ihre politische Beteiligung zu fördern sowie sie kulturell und wirtschaftlich einzubeziehen.
Diasporapolitik gehört zur transnationalen Politik, also zu politischen Beziehungen und Aktivitäten über Staatsgrenzen hinweg. Diasporen können durch ihre Netzwerke und politischen Praktiken sowohl die Innenpolitik des Herkunftsstaates als auch politische Prozesse im Aufnahmestaat beeinflussen.
Staatliche Steuerung
In der Politikwissenschaft gilt Diasporapolitik auch als Ausdruck einer „Governmentality“. Damit ist hier eine Form staatlicher Steuerung gemeint: Staaten versuchen, ihre im Ausland lebenden Bevölkerungen zu definieren, zu organisieren und in nationale Entwicklungs- oder Identitätsprojekte einzubinden.
Bindungsorientierte Politik
Bindungsorientierte Diasporapolitik soll kulturelle, sprachliche und politische Beziehungen zwischen dem Herkunftsstaat und der Diaspora aufrechterhalten. Typische Mittel sind Bildungsprogramme, kulturelle Institutionen und konsularische Netzwerke.
Mobilisierende Politik
Mobilisierende Diasporapolitik richtet sich auf die politische Organisation diasporischer Gemeinschaften und ihre Einbindung in außen- oder innenpolitische Strategien. Dazu können die Förderung politischer Partizipation im Ausland, die Unterstützung diasporischer Organisationen und die gezielte Ansprache bestimmter Bevölkerungsgruppen gehören.
Als Beispiel gilt häufig die seit den 2000er Jahren ausgebaute Diasporapolitik der Türkei. Sie zielt auf eine stärkere institutionelle Bindung und politische Mobilisierung türkeistämmiger Bevölkerungen im Ausland.
Ressourcenorientierte Politik
Ressourcenorientierte Diasporapolitik nutzt wirtschaftliche, wissenschaftliche oder entwicklungsbezogene Potenziale der Diaspora. Dazu gehören Programme für Investitionen, Wissenstransfer und die zeitweilige Rückkehr von Fachkräften.
Auch Maßnahmen zur Rückkehrförderung zählen dazu, wenn sie eine dauerhafte oder langfristige Reintegration anstreben. Diese Politikformen werden häufig im Zusammenhang mit Entwicklungs- und Außenwirtschaftspolitik behandelt.